Kategorie: Gemeinwohl

Städtische Klimapolitik will Weile haben

Ein empfehlenswertes Gespräch zwischen Greta Thunberg, Schülerin in Schweden, und Alexandria Ocasio-Cortez, demokratische Präsidentschaftskandidatin, USA.

Das Brucker Tagblatt berichtete am 16.7. über eine öffentliche Diskussion am 12.7. im Brucker Rathaus, veranstaltet vom Umweltbeirat der Stadt und dem Stadtjugendrat mit vielen Gästen: „Klima-Notstand geistert durch die Kommunen … Bei einer gemeinsamen Sitzung im Rathaus diskutierten Stadtjugendrat und Umweltbeirat nun mit Experten und Besuchern über den Klimaschutz. Dass die Stadt mehr tun muss und könnte, um ihre selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, war Konsens bei den Teilnehmern … In einer großen Runde wurden Ideen gesammelt und besprochen, was die Stadtpolitik in Bruck in Angriff nehmen sollte. Bis zum 1. Oktober wollen SJR und UB das Ganze bearbeiten. Dann ist die nächste Sitzung des Umweltausschusses, bei dem die beiden Beiräte einen fertigen Antrag präsentieren wollen. Ob darin ein Klimanotstand gefordert wird, das will man sich bewusst noch offenhalten … Damit das Gewicht hätte, könnte der Stadtrat das beschließen. Das fordert zum Beispiel die Fraktion der Grünen in einem Antrag. Dieser muss innerhalb von drei Monaten im Stadtrat entschieden werden. Stadtjugendrat (SJR) und Umweltbeirat (UB) finden dieses Vorgehen verfrüht …“
Kommentar: Ein Antrag, der als symbolpolitische Maßnahme von etlichen deutschen Städten bereits angenommen wurde, könnte in Bruck verfrüht sein und eventuell von konkreten Maßnahmen ablenken – so sehen es Skeptiker. Und die Grünen kamen angeblich nicht einmal auf die Idee, der Umweltbeirat interessiere sich für Klimaschutz und erarbeiteten deshalb ihren eigenen Antrag an den Stadtrat. Das klingt alles nicht wirklich plausibel, denn andernorts argumentiert man nicht drumherum, sondern schreitet zur Tat. Aber es gab auch Konkretes zu hören, bspw. zur praktischen Stadtpolitik: „Indem man selbst vorbildlich handle, die Rahmen für Dinge wie Verkehr setze oder Öffentlichkeitsarbeit betreibe“. Eine immerwährende Aufgabe einer Stadtverwaltung, denkt man, aber anscheinend muss das in Bruck erst jemand ins Bewusstsein rücken – Beifall gab es dafür aber nicht. Die Beiräte beraten nun bis 1. Oktober, die Fraktionen machen unterdessen weiterhin ihr „eigenes Ding“ – schließlich ist bald Kommunalwahlkampf – und die Stadt und ihre Einwohner warten derweil auf bessere Zeiten.

Im Sinne des Aktivwerdens rufen wir auf, zur Münchner Klimademo zu gehen!
Sonntag, 21.7. 16-18 Uhr, Odeonsplatz, München
MUNICH FOR FUTURE: 16:00 Uhr Odeonsplatz | Begrüßung & Reden; 16:30-17:30 Uhr Demo-Route: Odeonsplatz – Briennerstr. bis Karolinenplatz – Barerstr. – Gabelsbergerstr. – Oskar von Miller Ring – Ludwigstr. – Odeonsplatz. (ca. 1,8 km); 17:30 Uhr Odeonsplatz, Abschlusskundgebung mit Special Guest Konstantin Wecker. – Alle Infos: https://munichforfuture.de
Wir stehen an der Seite von Fridays for Future: Das sind alle, die für unser Klima auf die Straße gehen.
Die Klimastreik-Bewegung ist international, überparteilich, autonom und dezentral organisiert. Mach mit und werde Teil unserer Bewegung! Die Klimakrise ist eine reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation – die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Wir fordern eine Politik, die dieser Aufgabe gerecht wird.
Parents for Future:
Erst vor einigen Monaten hat sich Parents for Future gegründet. In der Zwischenzeit ist daraus eine Bewegung mit über 150 Ortsgruppen in ganz Deutschland und mit vielen Tausend engagierten Erwachsenen geworden. Lasst uns gemeinsam die großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen angehen, die notwendig sind, um die nahende Klimakatastrophe doch noch abzuwenden! Wir werden auch in Zukunft über aktuelle Entwicklungen informieren und über Aktionen aus unseren Ortsgruppen berichten. – Webseite: www.parentsforfuture.de. Unser Newsletter als Downloadlink: https://parentsforfuture.de/system/files/2019-07/PvF_Newsletter_BW_4.pdf

Fairer Handel – in Bruck nicht gefragt?

Am 14.5. berichtete die Brucker SZ über „Die Auflösung der Fairtrade-Gruppe“ in Bruck. Darin hieß es: „… verkündet Claudia Calabrò … die SPD-Stadträtin und bisherige Sprecherin der Lenkungsgruppe die Auflösung der Fürstenfeldbrucker Fairtrade-Steuerungsgruppe. Die fünf Ehrenamtlichen schafften die Arbeit nicht mehr, heißt es. Gleichwohl sei es sehr wünschenswert, dass das Engagement in der Stadt fortgeführt werde. … wir haben uns oft ausgebremst gefühlt … Wir hatten die Idee, in der Adventszeit im Rathausfoyer über Fairtrade zu informieren. Oberbürgermeister Erich Raff wollte das aber nicht. Er hat das damit begründet, dass man so eine Möglichkeit dann auch anderen Vereinen geben müsste. Ich frage mich, was auch daran eigentlich so schlimm wäre … Ich habe den Eindruck, dass alles abgeblockt wird und wir allein gelassen werden. Für fairen Handel sollte man sich doch mit Herzblut einsetzen …“. Darüber hinaus schloss inzwischen der Eine-Welt-Laden der Caritas, der allerdings vom FAIR Handelshaus Bayern weitergeführt wird. Es hat den Anschein, dass fairer Handel in Bruck wenig gefragt ist.
Die Sozialinitiative „Brucker Brücke“ greift jetzt in ihrem „LIFEstudioFFB“ das Thema im Rahmen ihres vierzehntäglichen Internet-TV-Programms „FFB im Wandel“ auf: Per Livestream wird eine Gesprächsrunde übertragen, die danach auch als Video zu sehen ist. Der Livestream ist zu sehen auf www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio. Alle Infos finden sich auf der Webseite „Fürstenfeldbruck im Wandel – Aktiv werden für eine menschengerechte Stadt“: www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/demokratisch/stadt-im-wandel.
Der Ankündigungstext zur Diskussion:
Mittwoch, 17.7., ab 18 Uhr im Livestream: Welche Zukunft haben das Fair Trade Stadt-Sigel und der Eine-Welt-Laden in FFB?
Neben Gröbenzell, Puchheim, Olching und Germering wurde Fürstenfeldbruck als Fair Trade Stadt zertifiziert. Dazu heißt es: „Auch Fürstenfeldbruck ist Fair Trade Stadt. Doch die Auszeichnung ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein lebendiger Prozess, der immer weiter fortgeführt werden soll. So geht es darum, fair gehandelte Produkte in immer mehr Geschäften und öffentlichen Einrichtungen einzuführen. Und immer mehr Menschen für einen gerechteren Welthandel zu begeistern.“ Das Projekt Fair Trade gilt in Bruck neuerdings als gescheitert. Ebenso die Etablierung des Eine-Welt-Ladens der Caritas. Gibt es Chancen zur Erneuerung, welche Maßnahmen sind dafür notwendig?
Über Fair-Trade-Siegel, einen gerechten Welthandel in Zeiten des Klimawandels und über Möglichkeiten der Erneuerung sprechen miteinander:
Claudia Calabro, Brucker Stadträtin und bislang Sprecherin der Steuerungsgruppe „Fair Trade Stadt FFB“. Sie drängt auf eine aktive Förderung der Fair-Trade-Zielsetzungen durch die Stadtverwaltung.
Dr. Walter Ulbrich, Mitarbeiter beim Nord-Süd-Forum Fürstenfeldbruck und bei Campo Limpo Solidarität mit Brasilien e.V., Regionalbetreuer beim Oikocredit Förderkreis Bayern. Er fordert eine auf Gerechtigkeit beruhende Entwicklungszusammenarbeit, die vor allem Partnerschaft und Offenheit für das Lernen voneinander braucht.
Peter Wehrle, Mitglied in der Steuerungsgruppe in Olching und engagiert im AK „Fairer Handel und Konsum“ der Agenda 21 Olching.
Alfred Pichler, Kath.-Arbeitnehmerbewegung und im Team von „FFB im Wandel“. Er engagiert sich für sozialökologisches Walten im Alltag, im Handel, in der Produktion und in der lokalen Politik.
Die Gesprächsleitung hat Inge Ammon, im Team der „Brucker Brücke“.

Mitweltschädliche, eventuell krebserregende Altlasten im Fliegerhorst?

Das Brucker Tagblatt meldete in einem ausführlichen Bericht am 4.7.: „Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) ist gegen die geplante Erweiterung des Fahrsicherheitszentrums auf dem Fliegerhorst. Der Eingriff schade der Natur. Zudem sei der wirtschaftliche Nutzen gering … er sei zur Überzeugung gelangt, dass eine Erweiterung der Fahrstrecken samt Eingriff in das Flora-Fauna-Habitat (FFH) nicht zu rechtfertigen sei … Der Autokonzern könne das Gelände aber wie bisher weiter nutzen, betonte er. Allerdings müsse BMW dafür sorgen, dass der Lärm nochmals reduziert werde …“
Aus dem Bericht der Brucker SZ vom 1.7.19 über eine öffentliche Veranstaltung des Umweltbeirats der Stadt mit Stadträten, Fachleuten und Bürgern: » Umweltbeirat warnt Kreisstadt vor finanziellem Risiko eines voreiligen Grunderwerbs … Im Boden des Fliegerhorsts dürften giftige Chemikalien wie PFC schlummern … Noch freilich fehlt es an Untersuchungen … Selbst wenn der Boden im Fliegerhorst für die aktuelle Nutzung als unbedenklich eingestuft werden sollte, könnte sich das ändern, wenn beispielsweise Altbauten durch Wohnungen ersetzt werden sollen. Dann muss möglicherweise doch noch kontaminiertes Material abgetragen und deponiert oder die Oberfläche abgedichtet werden. Kann der vormalige Eigentümer, in diesem Fall die bundeseigene Immobiliengesellschaft Bima, nicht mehr haftbar gemacht werden, müsste die Stadt als Grundeigentümer für die Kosten aufkommen … Georg Tscharke, der Vorsitzende des Umweltbeirats, empfiehlt der Stadt, sich zu wappnen gegen „manch unangenehme Wahrheit“ … Was auf dem Fliegerhorst wächst, darf wegen möglicher Schadstoffbelastung nicht verfüttert werden … Das Landratsamt will … helfen, erstmals Grundwasser im nördlichen Teil auf PFC zu testen. Für den südlichen Teil gibt es noch keine konkreten Pläne … wenn die Stadt die Flächen im Zuge der zivilen Umgestaltung aufkauft und bei der Formulierung von Verträgen schludert, dann könnte sie am Ende auf den Kosten der Altlastensanierung sitzen bleiben. Das ist die Botschaft des Umweltbeirats, der sich am Freitag im Rathaus dieses brisanten Themas angenommen hat … «
Die Brucker SZ vom 2.7.19 ergänzt: BMW will sein Fahrsicherheitszentrum am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck auf FFH-Flächen erweitern. Dagegen regt sich Widerstand. Pläne liegen trotz einer Vereinbarung mit den Anrainerkommunen noch nicht vor … Der Bund Naturschutz lehnt eine Expansion von BMW auf dem nördlichen Teil des Fliegerhorsts ab und hat angekündigt, gegen den erforderlichen Bebauungsplan notfalls zu klagen. Der Kreisverband begründet dies mit dem seiner Überzeugung nach unzulässigen Eingriff in ein streng geschütztes Naturschutzgebiet. Die Flächen sind als Flora-Fauna-Habitat eingestuft. Die Kreisvorsitzende Eugenie Scherb unterstrich die Ablehnung der Entwürfe am Freitag auf der Sitzung des Brucker Umweltbeirats. Seit sechs Jahren wehre man sich, werde aber von den beteiligten Kommunen – Maisach und Fürstenfeldbruck – übergangen. Auf etwa 250 Hektar im nördlichen, teils bereits militärisch entwidmeten Teils des früheren Flugplatzes gibt es Scherb zufolge Blühwiesen, Flachlandmähwiesen von überregionaler Bedeutung sowie Trockenrasen, darauf leben Tiere wie die vom Aussterben bedrohte Plumpschrecke und Vögel wie Feldlerche, Braunkehlchen und Brachvogel. Etwa die Hälfte davon dürfte BMW nun beanspruchen …

Courage zeigen und nicht schweigen

Das Brucker Tagblatt berichtete am 28.6.19: Viscardi-Gymnasium nennt sich jetzt „Schule ohne Rassismus“ … Mit einer feierlichen Zeremonie wurde am Donnerstagvormittag am Viscardi-Gymnasium ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung gesetzt … Schon seit fast drei Jahren setzt sich die Schülermitverantwortung (SMV), mit Schülersprecherin Lena Sabokat an der Spitze, verstärkt gegen Ausländerfeindlichkeit ein … Mittlerweile trägt das Gymnasium nicht nur den Titel „Schule ohne Rassismus“ … Für Begeisterung sorgte gleich zu Beginn die Rede der Schülersprecherin. „Unsere Generation hat ein Herz, das größer ist als die Müllteppiche in den Ozeanen.“ Besonders ihre Mitschüler wollte Sabokat mit ihrer Rede motivieren: „Lasst uns Courage zeigen und nicht schweigen.“ … – Webseite des Gymnasiums.

Bild: Viscardi-Gymnasium

Info: Die Sozialinitiative Brucker Brücke – das Wir stärken hat die angekündigte Gesprächsrunde zum Thema „Fürstenfeldbruck: Von der Militärstadt zur Friedensstadt? Demokratische Gedenkkultur aktiv untermauern!“ für Donnerstag, 4. Juli, 19 Uhr, abgesagt bzw. in den September verlegt.

Kontamination des Bodens im ehemaligen Fliegerhorst?

Die Brucker SZ vom 25.6.19 berichtete über die mögliche Kontamination des Bodens des Fliegerhorsts mit per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC). Der Brucker Umweltbeirat diskutiert in öffentlicher Sitzung mit Stadträten und interessierten Bürgern über die mögliche Umweltbelastung, die einer Besiedelung im Wege stehen kann. Im Bericht heißt es: Welche Gefahren könnten im Untergrund des Fliegerhorsts lauern und wer muss im Fall der Fälle die Entsorgung zahlen? Mit solchen Fragen befassen sich nun auch die Experten des überparteilichen Brucker Umweltbeirats … Genaue Untersuchungen dazu wurden bislang nicht vorgenommen, gleiches gilt für andere Altlasten wie Munitionsreste … Mit Blick auf die Pläne der Stadt, das Militärgelände im Nordosten nach dem Abzug der Bundeswehr zu erwerben, beschäftigt sich der Fachbeirat am Freitag, 28. Juni, in öffentlicher Sitzung mit diesem Thema. Von 19 Uhr an geht es im Sitzungssaal des Rathauses um die Konversion, also die zivile Umnutzung militärischer Flächen, und die möglichen Folgen. Im Herbst soll dann eine weitere, größere Informationsveranstaltung folgen. Zum Thema „Zukunft des Fliegerhorstes im Hinblick auf Umweltbelange und Schadstoffbelastung“ …

Gespräch zum „Tag der offenen Gesellschaft“

Die Sozialinitiative „Brucker Brücke – das Wir stärken“ berichtet: Am 15. Juni fand der bundesweite „Tag der offenen Gesellschaft“ statt. „Bürgerinnen und Bürger sind aufgerufen, Nachbarinnen und Nachbarn, Fremde sowie Freundinnen und Freunde einzuladen und mit ihnen ins Gespräch zu treten – unabhängig von deren Herkunft, Religion oder Weltanschauung. Es geht darum, Zeichen für die Demokratie, für Offenheit, Gastfreundschaft, Vielfalt und Freiheit zu setzen“. Die Bürgerdialog-Aktion fand tagsüber vor der Sparkasse am Hauptplatz statt. Nachmittags gab es eine Gesprächsrunde „Young and Old for Future“ statt mit den Organisatoren der Bürgerdialog-Aktion. Dabei wurde aufgerufen zur Einrichtung einer Initiativgruppe „Young and Old for Future“ und in diesem Rahmen Bruck zur „Friedensstadt“ zu erklären sowie das Projekt „Bäume für Menschenrechte“ im Landkreis zu realisieren. Ihre Zustimmung hierzu erklärten bereits einige Stadträte, Gewerkschaftsmitglieder, Sprecher aus Christenkreisen und anderen Gruppierungen. Jürgen Schulz vom AK Mahnmal FFB stellte das Projekt am Beispiel Nürnbergs vor und gab Anregungen zu ihrer Umsetzung.
Ein informatives 19-Minuten-Video dieses Gesprächs ist hier zu sehen.

Brucker Netz liefert auch Lebensmittel

Das Brucker Tagblatt vom 19.6.19 berichtete über eine Neuerung des „Brucker Netzes“, dem Brucker Online-Handel für regionale Einzelhändler: „Seit April hat sich die Angebotspalette des Portals vergrößert: Dort gibt es jetzt auch Lebensmittel zu kaufen … Der Fokus liegt … auf regionalen Produkten. Extra designte Logos machen für den Kunden klar ersichtlich, ob die Lebensmittel im Landkreis oder in Bayern gewachsen und produziert sind, und ob es sich um biologisch produzierte Waren handelt oder um Produkte aus konventioneller Landwirtschaft. Das Warenangebot beschränkt sich nicht nur auf landwirtschaftliche Erzeugnisse, sondern umfasst auch Getränke und Backwaren … Nutzen kann den Lieferservice jeder, der im Brucker Landkreis wohnt … Geliefert wird bisher nur freitags … Bisher seien es vor allem junge Familien mit Kindern, die so ihre Lebensmittel ordern …“ – Zum „Brucker Netz“.

Neues von Caro & Franzi, den Lebensmittelretterinnen / Containerinnen

Liebe Unterstützer*innen der Petition „Containern ist kein Verbrechen!“. In der letzten Woche stand das Thema „Entkriminalisierung von Containern“ auf der Tagesordnung der Justizministerkonferenz in Lübeck. Wir, Caro & Franzi, sind angereist, um im Namen aller Unterzeichner*innen die Forderung der „Entkriminalisierung von Containern“ zu bestärken. Im Beitrag des Bayerischen Rundfunks könnt ihr mehr dazu erfahren: https://www.br.de/mediathek/video/petition-fuers-containern-studentinnen-wollen-unterschriften-uebergeben-av:5cf7832662ec95001a8ffc0a
Wir sind sehr enttäuscht, dass für einen solchen Entschluss keine Einigung gefunden werden konnte. Den Vorstoß für den Themenvorschlag machte der Hamburger Justizminister Till Steffen (Bündnis 90/Die Grünen). Um seine Initiative zu unterstützen, haben wir ihn vor Ort getroffen. Um unser Anliegen auch der bisher kritisch eingestellten CDU/CSU vor Augen zu führen, haben wir die bereits gesammelten mehr als 130.000 Unterschriften an die Vorsitzende der Justizministerkonferenz Sabine Sütterlin-Waack (CDU) überreicht. Die Petition steht weiterhin für Unterschriften offen. Wir wollen mit noch mehr Unterschriften in anderer politischer Instanz unsere Forderung durchsetzen. Erzählt also gern weiterhin euren Freund*innen, Bekannten und Familienangehörigen von unserer Petition. Die Justizminister*innen, die sich zum großen Teil aus den Reihen der CDU/CSU zusammensetzen, haben sich unserer Meinung nach nicht volksnah gezeigt. Auch der bayerische Justizminister Georg Eisenreich (CDU) sieht in der Entkriminalisierung des „Containerns“ keine Lösung. In den Medien und sozialen Netzwerken herrscht große Empörung über das enttäuschende Ergebnis der Konferenz. Im gleichen Atemzug der Ablehnung einer Entkriminalisierung wurden andere Maßnahmen angekündigt, welche die Lebensmittelverschwendung eindämmen sollen. Wie diese konkreten Maßnahmen aussehen sollen, steht noch offen. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass fast ausschließlich beim Verbraucher angesetzt wird – bei Lebensmittelindustrie und -handel wird bisher auf Freiwilligkeit gehofft. Das ist nicht genug! Wir sind weiterhin der Meinung, dass Containern keine Straftat ist, sondern ganz im Gegenteil auf die massive Verschwendung von Lebensmitteln in Deutschland aufmerksam macht. Zwar kann Containern nicht die endgültige Lösung des tiefgreifenden Problems sein, jedoch sehen wir hierin ein legitimes Mittel der Verwendung von Lebensmittel, solange diese in der Tonne landen. Darüber hinaus wollen wir betonen, dass die Produktion von Lebensmitteln einen irrsinnigen Ressourcenaufwand und eine enorme Belastung für unsere Umwelt bedeutet. Lasst uns gemeinsam den Diskurs in der Gesellschaft weiter antreiben, nicht zuletzt, um den Zeigefinger der Politiker*innen von uns Verbraucher*innen abrücken zu können. Wir wünschen uns eine nachhaltige und faire Umgestaltung des Lebensmittelsystems. Ein Wegwerfstopp für Supermärkte wäre eine wirkungsvolle Maßnahme, um ein Umdenken zu manifestieren, wie es sich bereits in anderen EU–Ländern gezeigt hat. Darüber hinaus müssen jedoch weitere Maßnahmen folgen, wie etwa der Ausbau der zweiten Säule der EU-Agrarsubventionen oder eine Alternative zum Mindesthaltbarkeitsdatum. Was unseren Gerichtsprozess angeht: Wir befinden uns aktuell in Revision vor dem Oberlandesgericht München und hoffen auf einen Freispruch in zweiter Instanz.
Solidarische Grüße und vielen Dank für eure Unterstützung, Caro & Franzi. Unser Blog: www.olchiscontainern1.blogsport.de. Facebook: „Olchis Containern“

Neue Gesprächsreihe „FFB im Wandel“

Die Sozialinitiative „Brucker Brücke – das Wir stärken“ beginnt eine neue Gesprächsreihe. Unter der Überschrift „FFB im Wandel” gibt es 14-täglich als Freitags-Session um 19 Uhr oder als Samstags-Session um 17 Uhr. Natürlich im Livestream. Über die Reihe der Gesprächsrunden „Fürstenfeldbruck im Wandel – Aktiv werden für eine menschengerechte Stadt“ sind alle Infos und Termine hier zu finden: www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/demokratisch/stadt-im-wandel. In der Ankündigung heißt es: „Diese Reihe widmet sich Themen der demokratischen Bürgerbeteiligung, des sozialökologischen Lebens und gemeinwohlorientierten Handelns. Es geht um konkrete und konzentrierte Informationsvermittlung. Jedermensch kann Fragen und Anregungen an uns schicken. Sie fließen in die Vorbereitung der Moderation ein. Bitte senden an aktiv((at))ffbaktiv.de“.
Die Reihe beginnt am kommenden Samstag. Titel: „Young and Old for Future – Tag der offenen Gesellschaft – für eine tolerante und vielfältige Gesellschaft“. An diesem bundesweit stattfindenden Aktionstag geht es ums Zeichensetzen für Demokratie, Offenheit, Gastfreundschaft, Vielfalt und Freiheit. Münchner Aktive der Bürgerdialog-Aktion rufen auf zu einem Tischgespräch von 11 bis 15 Uhr vor der Sparkasse in der Hauptstraße. Ab 17 Uhr gibt es mit den Organisatoren ein „FFB im Wandel“-Gespräch. Außerdem werden eigene Ideen vorgestellt: Die Einrichtung einer Initiativgruppe „Young and Old for Future“ wird angeregt, um Bruck zur „Friedensstadt“ zu machen und das Projekt „Bäume für Menschenrechte“ im Landkreis zu realisieren. Hierzu erklärten bereits Stadträte, Gewerkschaftsmitglieder, Sprecher aus Christenkreisen und andere Gruppierungen ihre Zustimmung. Der Livestream-Beginn ist um 17 Uhr. Er ist zu sehen über diesen Link: www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach steht die Diskussion als Video im Archiv-Studio auf www.youtube.com/ffbaktivstudio.

Eine Grundrente für Deutschland oder ein bedingungsloses Grundeinkommen?

Die Unterschiede sind eklatant. In den USA will ein Bürgermeister ein BGE-Modell einführen. In Deutschland will die SPD eine Art Grundrente forcieren. Bundestagsabgeordneter Michael Schrodi, Heidi Schaitl von der Caritas, Simone Burger vom DGB und Sylvia Neumeier vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sprachen sich dafür aus. Die Brucker SZ vom 3.6.19 berichtete: „Gerade im Umland von München ist es schwer, mit geringen Altersbezügen über die Runden zu kommen … Der Bezug einer Grundrente ist … nicht ohne Voraussetzungen. Wer eine gute Rente hat, bekommt sie nicht. Ebenso ist vom Bezug einer Grundrente ausgeschlossen, wer beispielsweise nur 450-Euro-Jobs hatte. Mindestens 35 Jahre an Grundrentenzeiten muss jemand nachweisen, will er Grundrente beziehen. Zu diesen Zeiten gehören allerdings nicht nur die Monate und Jahre in einer bezahlten Beschäftigung, sondern eben auch Zeiten für Kindererziehung oder eine Pflege von Angehörigen. Heidi Schaitl, Kreisgeschäftsführerin der Caritas in Dachau, nennt Zahlen aus dem Armutsbericht für den Landkreis Dachau (für Fürstenfeldbruck fehlen derartige Zahlen). Demnach … werde diese Zahl auch künftig anwachsen. Und etwa ein Viertel der Rentner im Landkreis Dachau haben im Alter keine Einnahmen über die gesetzliche Rente hinaus … Auch künftig werden wohl etliche Rentenbezieher ausschließlich auf die Leistungen der Kasse angewiesen sein … Simone Burger, Vorsitzende des DGB-Kreisverbands München, zu dem auch die Landkreise Dachau und Fürstenfeldbruck gehören, nennt Zahlen für die Aufstocker, also jene Arbeitnehmer, die so wenig verdienen, dass sie vom Jobcenter zusätzlich finanzielle Leistungen bekommen …“
In den USA wagt ein Bürgermeister die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens mit bemerkenswerten Argumenten: „Das Grundeinkommen ist ein Erbe von M. L. King“ … Die Würde der Arbeit besteht darin, dass die Menschen sich nützlich fühlen, eine Aufgabe haben, einen Beitrag leisten wollen … Der Mensch besitzt diese Würde von sich aus – sie muss nicht davon abhängig gemacht werden, dass man etwas für jemand anderen produziert … Es geht um die Gründe für prekäre wirtschaftliche Verhältnisse. Es ist die Struktur, das System. Und hier ist die Lösung … Die Idee geht auf Martin Luther Kings Traum zurück. Aber am Ende halte ich die Idee des Grundeinkommens für notwendig, nicht für ausreichend. Es ist kein Allheilmittel … das Mindeste, was ein Erfolg in Stockton landesweit bewirken würde, das wäre eine ernsthafte politische Debatte über die Frage, wie wir für jede und jeden ein Mindesteinkommen bereitstellen können. Das Maximum wäre eine wie auch immer geartete Form von garantiertem Einkommen, zum Beispiel mittels einer Datendividende, einer CO₂-Steuer oder einer Änderung im Steuerrecht. Es gibt viele Möglichkeiten für die Finanzierung … Wir müssen die wirklichen Probleme bekämpfen, mit denen Menschen konfrontiert sind, wenn sie ihre Arztrechnung, Miete oder die Ausbildung ihrer Kinder bezahlen müssen …
Quelle/das ganze Interview. Informationen aus Stockton über das Projekt.

Verarmung führt zu mehr Obdachlosigkeit

Am 27.5.19 berichtete die Brucker SZ: 3,5 Millionen für Obdachlosenunterkunft … 2017 kaufte Bruck dann für fast drei Millionen Euro das ehemalige Hotel Hasenheide … 26 Personen hat Bruck mittlerweile dort untergebracht: zwei Familien, drei Paare sowie neun Einzelpersonen. Die Stadt erhält dafür Mietkosten von monatlich 12 400 Euro – zu zahlen von den Bewohner oder ersatzweise von Landkreis und Bund … Bedenken, es könne ein sozialer Brennpunkt entstehen, lassen sich anhand der Polizeistatistik nicht bestätigen …
Aus dem Bericht der Obdachlosenfürsorge in Freising:
Über zehn Millionen Menschen arm oder akut von Armut bedroht – die jüngsten Zahlen für Deutschland hätten deutlicher nicht ausfallen können. Schlechtverdienende und Arbeitslose kämpfen mit exorbitant teuren Mieten und hohen Lebenshaltungskosten. Oft trennt verarmte Menschen nur ein schmaler Grat vom Sturz in die Obdachlosigkeit. Krankheit, Scheidung, Arbeitslosigkeit und Alkohol sind die typischen Auslöser. Personen, die in der Stadt Freising aufgrund einer fristlosen Kündigung oder Räumungsklage ihre Wohnung verlieren, können durch das Amt für soziale Angelegenheiten in einer Notunterkunft vorübergehend untergebracht werden.
Aus einem Bericht über New York:
Fast 60.000 Menschen schlafen nach Angaben von Hilfsorganisationen jede Nacht in einer Obdachlosenunterkunft in New York, mehr als ein Drittel von ihnen sind Kinder. Dazu kommen wohl viele Tausend weitere Obdachlose auf den Straßen, deren Zahl sich schwer schätzen lässt. Fast 60 Prozent der Obdachlosen halten sich in Manhattan auf. Knapp 90 Prozent haben afroamerikanische oder lateinamerikanische Wurzeln. Bürgermeister de Blasio ist ratlos. Grund für den starken Anstieg ist Experten zufolge vor allem der extreme Mangel an bezahlbaren Wohnungen. Dabei war der demokratische Bürgermeister Bill de Blasio vor zwei Jahren mit dem Versprechen angetreten, das Problem zu lösen. „Eine immer weiter zunehmende Obdachlosigkeit ist nicht akzeptabel für die Zukunft von New York“, hatte er gesagt. „Unter unserer Aufsicht wird das nicht passieren.“ Aber außer einigen Hundert zusätzlichen Betten in Notunterkünften kam von de Blasio bislang wenig und schon gar kein Masterplan zur Lösung des Problems … „Das einzige Gegenmittel ist ein Zuhause“, sagt Philip Mangano, ehemaliger Direktor der US-Obdachlosenbehörde USICH. „Wenn Sie Obdachlose fragen, was sie eigentlich wollen, fragen diese nie nach einer Pille, einem Programm oder einem Protokoll. Sie fragen nach einem Platz, einem Platz zum Leben.“
Eine neue Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung im Auftrag des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ermittelt, dass bei einem Absinken des gegenwärtigen Rentenniveaus von 48 Prozent auf 43 Prozent bis zum Jahr 2045 das „Armutsrisikoquote bei Älteren um bis zu 20 Prozent“ steigt. Das gilt unter der Prämisse, dass die Politik zukünftig keine Gegenmaßnahmen ergreift. „Die Gefahr der Altersarmut droht sich infolge des sinkenden Rentenniveaus zu verschärfen“, erklärt der DIW-Rentenexperte Johannes Geyer, einer der Studienautoren … Sinkt das gegenwärtigen Rentenniveau bis 2045 von 48 auf 43 Prozent, dann steigt die Armutsrisikoquote bei Älteren um bis zu 20 Prozent.
Gerade eben aktualisierte das DIW seine Fortschreibung der Einkommensverteilung. Schlagzeile: „Wiederanstieg der Einkommensungleichheit … Die Ungleichheit der verfügbaren Haushaltseinkommen ist seit der Finanzkrise signifikant gestiegen“. Und dies trotz „deutlich steigender Realeinkommen“ … Auffällig ist schließlich, dass sich die Niedrigeinkommensquote besonders stark in Großstädten erhöhte. Hierzu das DIW: „… deutlich steigendes Armutsrisiko in städtischen Regionen, was vor dem Hintergrund einer rasanten Mietentwicklung als große Herausforderung … anzusehen ist“ – Mehr dazu im aktuellen Artikel des Münchner isw

Schließung der Estinger Bücherei bzw. deren „Umzug“ in eine Bäckerei Rackl

Die Estingerin Jessica Aweis beweist Zivilcourage und wendet sich mit Einwänden und eigenen Ideen gegen die Planungen für eine neue Bücherei an Bürgermeister Magg, Olching, und die Presse.
Sehr geehrter Herr Magg,
ich schreibe Ihnen, um mein tiefes Bedauern über die Schließung der Bücherei Esting mitzuteilen. Insbesondere die Art und Weise wie die Schließung der alten Bücherei durchgeführt wird ist verantwortungslos und eine Verschwendung öffentlicher Mittel. Auch ist bezüglich der Neueröffnung der Bücherei am Estinger Bahnhof viel Kritik einzubringen, da sich weder das Gebäude noch der Standort für eine Bücherei eignen, die bisher hauptsächlich von Kindern und ihren Eltern genutzt wird. Der Standort der alten Bücherei Esting in der Estinger Schule liegt vielleicht nicht ganz so zentral, wie gewünscht. Allerdings hat er viele Vorteile gegenüber dem neuen Standort:
– Er ist ruhig gelegen; gleich neben der Turnhalle des SV Esting und in der Estinger Schule und somit direkt bei den Kindern; er ist nicht von Straßen umgeben; hat Blick ins Grüne, einen kleinen Spielplatz und viele Parkplätze. Es ist also ein perfekter Ort für Kinder und ruhige Vorlesenachmittage. Der Ort ist ruhig, sicher und angenehm.
– Auch für die Bücher und andere Medien ist der alte Standort gut: es ist ein dickes Mauerwerk, mit Zentralheizung und Fenstern, die man öffnen kann. Das Raumklima ist sowohl im Sommer als auch im Winter angenehm und wohltempariert und daher gut für die Bücher.
– Das Personal arbeitet schon seit Jahrzehnten hier, kennt sich immer aus, kennt fast alle Leser beim Namen und ist immer freundlich.
Kurzum: es gab eigentlich wenig zu verbessern an der alten Bücherei Esting. Man hätte nur einfach mehr Werbung für sie machen sollen, da eben nicht gleich jedermann, der in diese Stadt zieht sofort von dem schönen Ort erfährt. Die alte Bücherei Esting muss man kennen, nicht um sie zu finden und zu entdecken, sondern weil es einfach ein toller Ort ist, ganz besonders für Kinder.
Dass man am Bestand vielleicht ein bisschen arbeiten muss, ist normal, wie in jeder Bücherei. Auch einen Umzug in Erwägung zu ziehen, wenn die Bücherei keinen Platz mehr hat, ist durchaus denkbar.
Die Auflösung der alten Bücherei Esting: Zum Bücherflohmarkt in der alten Bücherei Esting muss ich sagen, dass ich doch ziemlich schockiert darüber war, wie hier mit öffentlichen Mitteln umgegangen wird. Die Regale für Erwachsenenliteratur waren einfach für den Flohmarkt freigegeben. Es gab keine Anzeichen dafür, dass eine vernünftige Vorentscheidung darüber getroffen wurde, welche Bücher nicht mehr von den Lesern oder der Stadt Olching benötigt werden oder welche Ausgaben vielleicht zu wertvoll sind, um sie auf diese Weise loszuwerden. Alles stand einfach zum Verkauf offen.
Ein Beispiel: Ich habe Markus Zusak’s „The book thief“ vom Regal genommen. Die Ausgabe wurde 2012 veröffentlicht und von der Bücherei Esting gerade erst im Jahre 2016 für 9,70 Euro angeschafft. Als ich mit dem Buch zum Ausgang ging, sagte man mir, ich könne spenden, was ich wollte. Ich habe fairerweise 5 Euro in die Kollekte gelegt. Ich hätte allerdings auch nur 10 Cent oder gar nichts hineinlegen können. Das geht gar nicht!
Die neue Erlebnisbücherei in Neu-Esting: Die neue Bücherei soll laut der Homepage der Stadt Olching und diverser Zeitungsartikel mit Café Rackl zusammen betrieben werden und das ohne räumliche Trennung zwischen Bücherei und Café.
– Kaffeeflecken und Kuchenkrümel sind sehr schlecht für Bücher
– die Kunden von Café Rackl wollen sich unterhalten und telefonieren: das wird zu laut, besonders da die Bücherei auch Leseförderung und Vorlesenachmittage abhalten soll
– der neue Standort ist von zwei Straßen umgeben mit zwei Bushaltestellen: Lärmbelästigung und zu gefährlich für Kinder
– Das neue Gebäude hat ein Flachdach und eine Glasfassade: es wird viel zu heiß im Sommer und die Klimaanlage ist nicht nur schlecht für Kinderschleimhäute, sondern auch für die Bücher
Bitte lesen Sie sich beigefügtes Dokument über die soziale und gesellschaftliche Situation in der Umgebung der neuen Bücherei durch. Falls ihr Spam-Filter dieses herausfischen sollte, dann sagen Sie mir bitte Bescheid.
Ich bitte Sie daher, die bevorstehende Schließung der Bücherei bzw. deren „Umzug“ nochmals zu überdenken und sowohl dem Personal der Bücherei Esting und dem Personal der Bäckerei Rackl, die wirklich schon seit Jahrzehnten dort arbeiten, mehr Gehör zu schenken. Es wäre schade, wenn sich die schöne Bücherei Esting in eine „Erlebnisbücherei“, um nicht „Alptraumbücherei“ zu sagen, verwandeln würde.
Hochachtungsvoll und mit feundlichen Grüßen, Jessica Aweis

Frau Aweis hat sich auf literarische Weise mit dem Sachverhalt auseinandergesetzt.

Soziallotsen der VdK geben Beratung und Hilfestellung

Die VdK in Bruck hat einen Lotsendienst zur Beratung eingerichtet. Das Brucker Tagblatt berichtete am 17.5.: „Wohin bei einer finanziellen Notlage oder wenn eine behindertengerechte Wohnung gebraucht wird? Antworten auf diese Frage gibt der VdK-Lotse. Der Sozialverband hat dafür zwei ehrenamtliche Helfer gefunden … Bei der Beratung ist absolute Diskretion gefragt. Was im Beratungsraum besprochen wird, bleibt auch dort … Das Wissen, wie und wie weit man helfen kann, bekommen die VdK-Lotsen bei einem Seminar vermittelt … Die Klienten kommen aus allen Bevölkerungsschichten. Die Beratung ist nicht auf VdK-Mitglieder beschränkt … mittwochs von 10 bis 12 Uhr in der VdK-Geschäftsstelle, Ludwigstraße 7. Eine telefonische Anmeldung unter (0 81 41) 22 71 00 wird empfohlen.“ – Auf der Webseite des VdK FFB heißt es: „Soziale Beratungen und weitere Hilfestellungen, die nicht das Sozialrecht betreffen, bieten unsere ehrenamtlichen VdK-Lotsen an. Ab Juli 2018 erweitert der VdK in Fürstenfeldbruck sein Angebot deshalb auch für Nichtmitglieder, die Probleme außerhalb des Sozialrechts haben und Hilfe benötigen. Der VdK Lotse zeigt Lösungswege und zuständige Anlaufstellen auf. Da es oft eine Vielzahl von Beratungsstellen in den Gemeinden gibt, übernimmt der VdK-Lotse die Wegweisung zu den richtigen Ansprechpartnern vor Ort. Eine Sozialrechtsberatung hingegen bieten die VdK-Lotsen nicht, sie helfen aber mit praktischen Ratschlägen bei Themen wie z.B. Umzug in eine behindertengerechte Wohnung, finanzieller Notlage und anderen schwierigen Lebenssituationen. Im persönlichen Gespräch versucht der VdK-Lotse Tipps und richtungsweisende Hinweise zu geben.“

Neues von Franzi und Caro

Aus der Info: „Wir sind in Revision gegangen. Das heißt: Wir sind mit dem Urteil nicht einverstanden und wollen dieses noch einmal von einer höheren Instanz überprüfen lassen. Zum anderen löst sich das Problem der Lebensmittelverschwendung nicht über Nacht. Der Weg dorthin ist lang, doch die ersten Steine kommen ins Rollen … Wir verfolgen weiterhin den Freispruch in der nächsten Instanz und bemühen uns um eine Auseinandersetzung mit Politik und Gesellschaft, damit den Worten auch Handlungen folgen … Wir sind der Meinung, dass Maßnahmen gegen Lebensmittelverschwendung gleichzeitig auch wirksame Maßnahmen gegen den Klimawandel darstellen. Diese wollen wir mit Nachdruck verfolgen und dabei vielen Gehör verschaffen.“
Die juristische Einschätzung und die Begründung der Revision unseres Anwaltes Max Malkus lautet: „Mit der eingelegten Revision gegen die Verurteilung im Container- Fall von Caro und Franzi möchten wir das Oberlandesgericht München davon überzeugen, dass auch nach geltendem Recht weggeworfene Lebensmittel keine diebstahlsfähigen Güter im Sinne des Strafgesetzbuches sind. Soweit versuchen wir die herrschende juristische Meinung auf unsere Seite zu ziehen und argumentieren in der Sache mit der Dereliktion, § 959 BGB, also der Aufgabe des Eigentums durch den Eigentümer an den in Rede stehenden Lebensmitteln. Wer Lebensmittel in eine Mülltonne wirft, gibt nach unserer Ansicht sein Eigentum daran auf – und hat, anders als bei Bildern bekannter Künstler („Gerhard Richter Skizzen“)*, auch kein juristisch schützenswertes Interesse daran, dass Dritte von der Aneignung abhalten könnte. Einmal hergestellte Lebensmittel sind für den Verzehr durch den Menschen gemacht, und es ist unlauter genießbare Lebensmittel zu vernichten, wenn Dritte davon noch satt werden können. Mit den Wertungen des Grundgesetzes, dass ausdrücklich in Art. 20 a GG die natürliche Lebensgrundlage des Menschen schützt, und vor dem Hintergrund des europäischen Ziels, die Lebensmittelverschwendung in Deutschland in den nächsten Jahren zu halbieren, ist die Strafverfolgung noch unverständlicher. Darüber hinaus sieht der überwiegende Teil der Bevölkerung im Containern kein kriminelles Handeln.
Mehr Infos von Caro und Franzi sind hier zu lesen: http://olchiscontainern1.blogsport.de.

„Die im Dunkeln sieht man nicht“ – Erschreckende Zustände im Ankerzentrum FFB

Die Brucker SZ berichtete am 15.4.19 über erschreckende Zustände, die offiziell gerne übersehen, manchmal geleugnet werden: „Anwälte, die Flüchtlinge vertreten, Ehrenamtliche sowie Vertreter von Asylhelferkreisen kommen aus dem Erzählen gar nicht mehr heraus, wenn sie die Missstände aufzählen, täglich gebe es neue Probleme … Wenn öffentliche Kritik an Missständen zunimmt, wird bisweilen recht schnell, aber auch uneffektiv reagiert. So entsteht der Eindruck, dass die Regierung von Oberbayern eher das Ziel verfolgt, ihre eigenen Probleme zu beseitigen als jene der Flüchtlinge … Ein besonders schwerer Vorwurf: Die Regierung gibt gesetzlich zugesicherte Sachleistungen einfach nicht aus … Ein Großteil der in Fürstenfeldbruck lebenden Flüchtlinge hätte nach der einmaligen Ausstattung unmittelbar nach der Ankunft in München überhaupt keine Bekleidung erhalten. Die meisten trauten sich allerdings nicht, dies anzuprangern, aus Angst vor  Repressalien. “ – „Zutritt zur Unterkunft haben nur die Bewohner und die Menschen, die sie betreuen und helfen.“ Der Zeitungsbericht schildert verschiedene unzumutbare Zustände und Unzulänglichkeiten.
In einem weiteren Bericht der Brucker SZ vom 16.4.19 schildern Eichenauer Asylhelfer/innen von strapaziösen Auseinandersetzungen mit dem Landratsamt: „Einige Ehrenamtliche hätten ihre Arbeit aber auch wegen des sich nicht bessernden Verhältnisses mit dem Landratsamt aufgegeben.“
Über das Treffen von Asylhelfern mit Landkreispolitikern berichtete auch das Brucker Tagblatt am 17.4.19. Der Tenor der Helfer/innen: „Menschenunwürdig“ war die am häufigsten gebrauchte Vokabel. Die Menschen in den großen Unterkünften, zumindest die ohne Arbeitsmöglichkeit, seien frustriert und depressiv. Das eigentlich Erstaunliche sei, dass kaum Schlimmeres passiere, meinte eine Kennerin der Erstaufnahme-Einrichtung auf dem Fliegerhorst.“ Von der „Retraumatisierung“ traumatisierter Kinder war die Rede, weil Väter von ihren Familien und Kindern getrennt untergebracht seien.
Bericht im Kreisboten vom 17.4.19.: „Was die Politik tun soll“.
OFFENER BRIEF AN DIE BUNDESKANZLERIN – Berlin/Frankfurt, 03. April 2019 – Drei Forderungen aus der Zivilgesellschaft: Notfallplan für Bootsflüchtlinge / ”Sichere Häfen” ermöglichen / Keine Rückführung nach Libyen. Gemeinsam mit mehr als 250 zivilgesellschaftlichen Organisationen forderte PRO ASYL Anfang April von Bundeskanzlerin Angela Merkel: Es braucht einen europäischen Notfallplan für Bootsflüchtlinge! »Sichere Häfen«: Kommunen muss es möglich sein, zusätzlich Geflüchtete aufzunehmen! Es darf keine Rückführungen von geretteten Menschen nach Libyen mehr geben! Über 200 Bundestagsabgeordnete haben kurz darauf in ihrem Osterappell ähnliche Forderungen formuliert.

Barrierefreier Ausbau des Bahnhofs Buchenau

Aus dem Schreiben des „Verkehrsforums Fürstenfeldbruck“ an Staatsminister Dr. Reichhart zum geplanten Spatenstich für den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs Buchenau am Samstag, 6.4.2019 am S-Bahnhof Buchenau, Fürstenfeldbruck vom 4.4.19:
Aus Sicht des Aktionsbündnisses hat die Planung der DB noch folgende Mängel:
1. Rampenplanung bedeutet unnötigen Umweg zum Geschwister-Scholl-Platz
Die Rampe vom Nordbahnsteig (Gleis 1) zum Gelände Geschwister-Scholl-Platz liegt fast 40 m vom östlichen Bahnsteigende entfernt. Am Zugende aussteigende Fahrgäste müssen in Richtung des ÖPNV (Busse) am Geschwister-Scholl-Platz unnötige Umwege bis 80 m in Kauf nehmen, und das für einen Höhenunterschied vom Bahnsteig zum Gelände von ca. 20 cm.
2. Unnötiger Umweg Richtung Kurt-Huber-Ring
Zum Durchgang im „blauen Haus“ zum Kurt-Huber-Ring führt vom Nordbahnsteig (Gleis 1) eine Treppe mit 2 Stufen. Für Rollatoren, Rollstühle, Kinderwägen und Fahrräder sind die Stufen unbrauchbar. Auch hier entsteht ein unnötiger Umweg zur nächsten Rampe.
3. Bahnsteig Richtung Geltendorf ohne Überdachung
Wartende Fahrgäste Richtung Geltendorf sind Wind und Regenwetter ausgesetzt, auch vor dem Aufzug. Denn während die Bahnsteige Mitte (Gleis 2) und Süd (Gleis 3) Teilüberdachungen haben, fehlt auf dem Bahnsteig Nord (Gleis 1) die Überdachung. Lediglich der Treppenaufgang aus der neuen Fußgänger-Unterführung ist eingehaust.
Wir machen deshalb folgende Verbesserungsvorschläge:
1. Die Rampe am Nordbahnsteig (Gleis 1) sollte ans östliche Bahnsteig-Ende versetzt werden. Damit wird der kürzeste Weg um das blaue Haus Richtung Busse auf dem Geschwister-Scholl-Platz für alle Fahrgäste ermöglicht.
2. Am Durchgang zum Kurt-Huber-Ring schlagen wir ebenfalls eine Rampe (statt der Stufen) vor, da diese für alle Fahrgäste barrierefrei nutzbar ist. Die Rampenlänge beträgt bei ca. 20 cm Höhenunterschied nur 3,33 m.
3. Als Wetterschutz für die Fahrgäste, für Rampe, Treppenanlage und Aufzug schlagen wir eine Bahnsteig-Überdachung im Mittelbereich des Nordbahnsteigs (Gleis 1) vor, in der gleichen Länge (ca. 50 m) wie auf dem Mittelbahnsteig. Es ist nicht verständlich, warum bei Tausenden von Fahrgästen an diesem Bahnhof der Nordbahnsteig qualitativ schlechter ausgestattet werden soll, als die anderen Bahnsteige.
Aus unserer Sicht sind die Änderungen 1 und 2 an Rampen bzw. Treppe geringfügig, können in die Ausführungsplanung noch reibungslos eingefügt werden und verursachen keine Mehrkosten. Für die Bahnsteigüberdachung am Nordbahnsteig (Änderung 3) fallen Mehrkosten an. Es müssten jetzt die Fundamente berücksichtigt werden. Das Dach spart aber zusätzlich im Winter den personellen Aufwand für die Schneeräumung und gewährleistet eisfreie Rampen.
Mit Schreiben vom 28.03.2019 hat uns die DB Station&Service AG (Regionalbereich Süd) mitgeteilt: „Der Bau einer weiteren Rampe sowie weiterer Bahnsteigdächer am Bahnhof Buchenau können durch den fortgeschrittenen Prozess des barrierefreien Ausbaus zum jetzigen Zeitpunkt leider nicht mehr berücksichtigt werden.“ Zu einem früheren Zeitpunkt wurde allerdings weder das Aktionsbündnis noch der Stadtrat von der Planung in Kenntnis gesetzt. Wir möchten darauf hinweisen, dass die Stadt Fürstenfeldbruck der DB bzw. dem Land Bayern bereits erheblich finanziell beim barrierefreien Ausbau des Bahnhofs unter die Arme greift. Im Gegenzug würden wir uns darüber freuen, wenn die Planung nicht nur das Mindestmaß an Barrierefreiheit liefert, sondern auch eine gute Nutzbarkeit im Alltag gewährleistet ist.
VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK. Sprecher: Thomas Brückner, Fürstenfeldbruck

Dient der Blumenblühflächen-Verkauf dem Artenschutz?

Die Brucker SZ vom 19.3.19 berichtete über die Reaktion der Naturschutzgruppen auf die Aktion der Landwirte, die einen Teil ihrer Ackerflächen in Blühflächen umwandeln wollen: „Blühflächen, so das Fazit des LBV-Vorsitzenden, seien kein Ersatz für die Lebensräume, die durch die intensive Landwirtschaft verschwunden seien, was zum Artensterben geführt habe. Der Verlust von Hecken, Rainen, Weg- und Ackerrändern, die eigene Lebensräume bilden und vor allem Lebensräume untereinander vernetzen, kann laut Schäffer nicht durch die befristete Anlage von Blühstreifen kompensiert werden … Der LBV hat mehrere Kriterien für Blühstreifen aufgestellt, die einen Beitrag zum Artenschutz leisten könnten.“ – Nachzulesen im SZ-Artikel.

Zu wenig Geld für gewaltbetroffene Frauen ohne Lobby

Pressemitteilung des Vereins „Frauen helfen Frauen Fürstenfeldbruck e.V.“ zum Weltfrauentag (7.3.2019): Anlässlich des Internationalen Frauentages resümiert der Verein: Alle Einrichtungen arbeiten am Rande der Kapazitätsgrenzen. Viele Schutzsuchende müssen abgewiesen werden. Jedes Jahr treten Frauen weltweit am 8. März für ihre Rechte und für ein Leben frei von Gewalt ein. Sie erhalten dabei mittlerweile Rückenwind von der Istanbul-Konvention. Das Übereinkommen des Europarats benennt Gewalt gegen Frauen und Mädchen als eine Hauptursache für die mangelnde Gleichberechtigung und fordert umfassende Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und vor Diskriminierung. Im Landkreis Fürstenfeldbruck setzt sich der Verein Frauen helfen Frauen FFB seit 35 Jahren gegen Gewalt an Frauen ein. Barbara Kistler, Vorstandsfrau von Frauen helfen Frauen e.V.: „Ein Blick in die Statistik all unserer Einrichtungen zeigt: Der Bedarf an Beratung ist gleichbleibend hoch. Frauen, die Gewalt erlebt haben, brauchen unkomplizierte und schnelle Unterstützung. All unsere Einrichtungen arbeiten jedoch am Rande ihrer Kapazitäten. Nur dank des hohen Engagements der Festangestellten und Ehrenamtlichen können wir die vielen Anfragen bewältigen.“ Nicht allen Hilfesuchenden konnte jedoch geholfen werden: Im Jahr 2018 haben sich an das Frauenhaus auf der Suche nach einer Zufluchtsstätte insgesamt 249 Frauen gewandt – nur 17 von ihnen konnten aufgenommen werden. 75 Betroffenen musste wegen Vollbelegung abgesagt werden, 157 musste aus anderen Gründen der Einzug in das Haus verwehrt werden, zum Beispiel weil es keine Finanzierung für ihren Platz gab. Ein Aufenthalt im Frauenhaus wird in der Regel von Jobcenter oder Sozialamt getragen – in vielen Konstellationen jedoch nicht. Auch die beiden ambulanten Beratungsstellen des Vereins verzeichnen gleichbleibend hohe oder sogar steigende Zahlen: Die Interventionsstelle Opfer häuslicher Gewalt hat im Jahr 2018 insgesamt 62 Betroffene häuslicher Gewalt unterstützt – in etwa so viele wie im letzten Jahr. In 35 Fällen wurden diese von einer der Polizeidienststellen des Landkreises vermittelt, in sechs Fällen vom Jugendamt. Der Frauennotruf hat im letzten Jahr 165 gewaltbetroffene Frauen, 31 unterstützende Bezugspersonen und 91 Fachkräfte beraten. Dabei hat sich die Anzahl der Nachfragen von Fachkräften im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt – dies zeigt, dass Fälle zunehmend komplexer werden. Insgesamt gab es 637 Beratungskontakte. In 42% war häusliche Gewalt die Thematik der Beratung, bei 24% sexualisierte Gewalt.
Erschreckende Fakten – publiziert von „netzfrauen.org“: In Deutschland wurde 2017 jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder ihrem Ex umgebracht. So sieht es in Deutschland aus, und jeden Tag gibt es eine versuchte Tötung! Der BKA-Auswertung zufolge wurden im letzten Jahr fast 140.000 Fälle von Gewalt in der Partnerschaft angezeigt. Doch wie viele Gewalttaten geschehen in Deutschland hinter verschlossenen Türen, wo Frauen sich nicht trauen zur Polizei zu gehen oder abgewiesen werden? Bei Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Opfer zu fast 100 Prozent weiblich, bei Stalking und Bedrohung in der Partnerschaft sind es fast 90 Prozent.
Partnerschaftsgewalt – Kriminalstatistische Auswertung: Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter – und sie findet häufig in Beziehungen statt. Das BKA erstellt seit 2015 kriminalstatistische Auswertungen zur Partnerschaftsgewalt in Deutschland. Die Berichte finden Sie hier.
Gewalt gegen Frauen: sie passiert täglich und in allen Kontexten. Frauen erfahren zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit und im Internet Gewalt. Das Ausmaß dieser Gewalt zeigt ein neuer Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), der die Ergebnisse der weltweit größten Erhebung über Gewalt gegen Frauen vorstellt. – Das „Netzfrauen.org“-Portal kommt zum Ergebnis: „Es ist für uns Frauen kein Geld da. Das sehen wir auch tagtäglich in den Jugendämtern. Das dortige Personal ist überlastet und auf Hilfe wartet man vergebens. Denn häusliche Gewalt bedeutet auch, dass Kinder leiden.“
Kontakt: Frauennotruf und -beratung Fürstenfeldbruck, Frauen helfen Frauen FFB e.V., Am Sulzbogen 56, Fürstenfeldbruck, Telefon: 08141-290850, E-Mail: frauennotruf@fhf-ffb.de, Website: http://www.fhf-ffb.de und mit vielen Infos www.frauen-gegen-gewalt.de

Sicherheitswächter für Bruck?

Die Brucker SZ berichtete am 2.3.: Sicherheitswacht spaltet Stadtrat … Weil das Konzept der Bürger in Uniform vor einem Jahr abgelehnt worden ist, wehrt sich eine Mehrheit gegen eine erneute Debatte … In einem Rundbrief, der im September bei der Stadt eingegangen ist, lobt Innenminister Joachim Herrmann die fast tausend Bürger, die bereits in fast 150 Gemeinden ehrenamtlich Streife gehen und damit „sichtbar Präsenz“ zeigen. Im Bedarfsfall sollen sie über Funk die Polizei verständigen, nur im Notfall selbst eingreifen. Die Sicherheitswacht, so Herrmann, sei „weder Hilfspolizei noch Bürgerwehr“. Sie würde vom Freistaat Bayern finanziert.
„Hintergrundwissen Sicherheitswacht“ bietet eine Webseite der LMU München. Darin heißt es: „Kritiker dieses Modells sind unter anderem die Grünen, die etwa befürchten, dass eine solche Maßnahme das Unsicherheitsgefühl schüre bzw. erst hervorrufe. Weiter wird befürchtet, dass sich hinter den Motiven der Mitarbeiter_innen der Sicherheitswacht doch radikale und rassistische Gesinnungen verstecken könnten.“
Das Gesetz über die Sicherheitswacht in Bayern (Sicherheitswachtgesetz – SWG).
Aktueller Stand: Mit Stand 12. September 2018 wurde die Sicherheitswacht bereits in 150 bayerischen Gemeinden errichtet (hierunter befinden sich auch Kommunen, in welchen bislang noch kein geeignetes Personal akquiriert werden konnte). Derzeit sind knapp 980 Bürgerinnen und Bürger in der Sicherheitswacht aktiv, Tendenz steigend. Unser Ziel ist es, die Sicherheitswacht auf rund 1.500 Mitglieder auszubauen.
Willi Dräxler, Brucker BBV-Stadtrat und Integrationsreferent, nahm zu den Plänen in einem Leserbrief an die SZ Stellung: Die Macht der Worte. Auch ich habe die Einführung einer Sicherheitswacht zwei Mal abgelehnt und werde dies auch weiterhin tun. Es ist vor allem der Begriff, der viele falsche Dinge suggeriert. Als erstes ist die Botschaft enthalten, dass die Sicherheit sich verschlechtert hat. Unbewusst folgt die Frage, wieso es keine Sicherheit in der Stadt mehr gibt und wer trägt die Schuld dafür oder ist der Verursacher? Das sind natürlich die Anderen und vor allem die anders Aussehenden. Auch Stadtratskollege Andreas Lohde ist in diese Falle getappt. Ich gehe davon aus unabsichtlich, womit aber umso deutlicher wird, welche Intuitionen mit dem Begriff „Sicherheit“ instinktiv geweckt werden. Andreas Lohde argumentierte in seiner Gegenrede, als es am Dienstag in der Stadtratssitzung um die Absetzung des Tagesordnungspunkts Sicherheitswacht ging damit, dass dies bei der Situation im Fliegerhorst doch zuträglich wäre. Die Polizei selber sieht hingegen weder eine signifikante Veränderung der Sicherheitslage in Fürstenfeldbruck, noch eine Zuständigkeit der Sicherheitswacht für den Fliegerhorst, da es dort einen eigenen Sicherheitsdienst gibt. Beim Thema Sicherheit kommen viele, wie auch Kollege Lohde, schnell auf die Flüchtlinge.
Das politische Urheberrecht für die Sicherheitswacht besitzt wohl unser bayrischer Innenminister Herrmann. Aber er und seine Partei sorgen landauf landab für Großeinrichtungen für Geflüchtete wie den Fliegerhorst, mit all ihren restriktiven Bestimmungen und Nebenwirkungen für die dort zum Aufenthalt Verpflichteten. Sogar die CSU nahe Hans-Seidl-Stiftung hat in einer Studie festgestellt, dass große Gemeinschaftsunterkünfte und Arbeitsverbote kontraproduktiv für das Zusammenleben sind und befürwortet auch klar den Familiennachzug (vgl. SZ Bayern am 01.03.2019). Ein weiteres Zitat aus diesem Artikel: „Im Iran würde man nicht mal 300 Hühner in einen Ort stecken, weil die krank werden.“ Die Studie wurde allerdings nie veröffentlicht, da die Erkenntnisse darin anscheinend nicht ins politische Konzept passen. – Statt dessen eine Sicherheitswacht. Das ist vorausschauende, zukunftsorientierte Politik. Denn da war man schneller, bevor die AfD und ihre Freunde vielleicht die „Bürgerwehr“ auspacken. Größe wäre es allerdings, wenn man zugeben könnte, dass man sich mit dem Konzept AnkER-Einrichtungen geirrt hat. Denn irren ist menschlich, erkannte meine Tochter schon im Grundschulalter.
Und dazu kommt noch der Begriff „Wacht“. Das erinnert an Indianerzeit und Feinde. Nur wer sind die vermeintlichen Feinde? Ich würde sagen habt Acht, was es da in der Geschichte schon alles gab. Das wollen wir nicht wieder. Darum gehöre ich auch zu denen, die belastete Straßennamen, wegen ihrer vermeintlichen Ehrung nicht abschaffen, sondern mit einem Zusatz versehen haben wollen. Habt Acht vor den Irrungen und Wirrungen denen wir schon erlegen sind, was wir nicht vergessen sollten. Am Anfang stand auch immer die Macht der Worte.
Statt in eine Sicherheitswacht zu investieren kann ich mir Sinnvolleres für die Stadtgemeinschaft vorstellen. Wir haben Schülerlotsen, die wissen um ihren Auftrag. Auch die Verkehrsüberwachung ist akzeptiert. Im Zeitalter des Artensterbens wäre vielleicht eine „Umweltwacht“ angebracht. Nein, wir wollen in unserer Stadt keine Spaltung. Wie wäre es, wenn es Konflikte oder auch fragwürdiges Verhalten gibt, mit einer Mediatorin oder einem Mediator, einer Mittlerin oder einem Mittler? Bestimmt lassen sich da in einem der in Bruck sehr beliebten Wettbewerbe noch viele bessere Bezeichnungen und damit verbundene Aufgaben finden.
Ich für meine Person brauche weder einen Wächter noch eine Überwachung. Und wenn’s wirklich brennt rufen wir die Polizei oder die Feuerwehr.

Kommerzfreie Alternative: Open Source- und Linux-Workshops

Die Open Source/Linux-Workshops der Sozialinitiative „BRUCKER BRÜCKE – das WIR stärken“ finden im festen Rythmus an den ersten drei Donnerstagen im Monat statt. Die Homepage von https://ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/open-source-linux-workshop gibt gegebenenfalls detaillierte Auskunft über den nächsten Abend.

  • Für die Linux-Installationsparty ist monatlich der erste Donnerstag, um 17 Uhr im Raum der Brucker Brücke eingeplant. Allerdings wird wenigstens eine Anmeldung per Mail unter linos.ffb@gmail.com oder sonstigen Kommunikationsmöglichkeiten für das Stattfinden vorausgesetzt. Wie können Sie ihr altes Laptop sinnvoll weiter verwenden? Mit einem neuen Linux-Betriebssystem. Am besten mit einer neuen SSD-Festplatte. Wir übernehmen keine Funktionsgarantie für überschriebene Festplatten, auch richten wir keine Mehrfach-Bootoptionen ein. Bitte außer Laptop, RaspberryPi etc. auch Sicherungsmedien wie z.B. ext. Festplatte mitbringen.
  • Der Linux-Stammtisch findet monatlich am zweiten Donnerstag, um 19 Uhr im Raum der Brucker Brücke statt. Wir behandeln Themen rund um die Installation und Administration von Linux-Betriebssystemen (bevorzugt auf Debianbasis wie ubuntu, mint usw.) sowie von Opensource-Programmen (auch auf ARM-Plattformen wie Raspberry Pi). Damit der Abend nicht zu trocken wird, dürfen Getränke und Gläser mitgebracht werden.
  • Der Abend für Opensource-Anwendungen (auf jedem Betriebssystem) findet am dritten Donnerstag, um 19 Uhr im Raum der Brucker Brücke statt. Hier können sie zum einen ihr Wissen über Text-, Rechen- und Bild-Verarbeitende Opensource-Programme bis auf semiprofessionelles Niveau anheben, als auch sich über Tipps und Tricks untereinander austauschen. Auch hier gilt, damit der Abend nicht zu trocken wird, dürfen Getränke und Gläser mitgebracht werden.

Alle drei Veranstaltungen finden im Raum der Sozialinitiative Brucker Brücke im Zentrum von FFB statt: Münchner Str. 5, Fürstenfeldbruck, linkes Quergebäude im Hof rechts neben Elektro Schröder. Über den Stockmeierweg Direktverbindung zum S-Bahnhof FFB. Bushaltestellen: Hauptplatz oder Landratsamt. Zur Veranstaltung parken im Hof möglich.
Veranstalter: Opensource Team der Sozialinitiative „BRUCKER BRÜCKE – das WIR stärken“.
Der Eintritt ist frei.