BRUCKER JOURNAL: Infos, Kommentare, Kritik, Vorschläge, Hinweise, Ideen ...

Beteiligen Sie sich mit konstruktiver Kritik, menschengerechten Dialogen und Ihrer Meinung.

Livestream-Video-Veranstaltung im Sommerprogramm

Das „LIFEstudioFFB“ zeigt am Samstag, 24.8., 17 Uhr, im Livestream und danach als Videodokument, unter der Rubrik „Machbarschaft“ die Aufzeichnung eines Musik-Theater-Ereignisses aus dem Jahr 2017: „JO WÁ – Zusammen kommen und zusammen leben!“. Dem 37-Minuten-Film folgt ein Kontext-TV-Gespräch mit dem nigerianischen Flüchtlingsaktivisten Rex Osa über den verschärften Kampf der EU gegen Flüchtlinge. Rassismus ist nach wie vor ein drängendes Zeitproblem. Vor zwei Jahren veranstaltete der Verein Eine-Welt-Zentrum FFB in der Fürstenfeldbrucker Kulturnacht am 1. Juli ein Musiktheater von Stephan Lanius, AsylArt eV München. Das mobile Musik-Theater-Projekt trat auf mit einer Begegnung afrikanischer und europäischer Lebenswirklichkeiten. John Awofade Olugbenga, ein nigerianischer Musiker, erklärt das Gemeinschaftsleben seines Heimatlandes. Stephan Lanius stellt ihm mit Fabeln aus der Antike europäisches Denken gegenüber. – Der Livestream-Link: www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach als Videodokument zu sehen im Video-Archiv auf YouTube: ww.youtube.com/ffbaktivstudio.

Legalisierte Guerilla-Photovoltaik

Die Brucker SZ berichtete am 20.8.19 über „Energiegewinnung auf dem Balkon … Balkon-Photovoltaik, Balkon-Kraftwerk oder Mini-Photovoltaik … Nicht nur auf dem Dach, sondern auch auf Balkonen können Solaranlagen installiert werden … Eine neue Norm regelte 2017 den Betrieb der Anlagen, im Mai dieses Jahres trat eine weitere Norm in Kraft. Diese regelt, dass die Nutzer die steckbaren Solargeräte nun selbst beim Netzbetreiber anmelden können. Mit den Anlagen können endlich auch Mieter selber Sonnenstrom erzeugen, mit Solaranlagen auf dem eigenen Balkon … Ein … Problem sei, dass viele Interessenten noch unsicher seien, welche Kosten auf sie zukämen, sagte Martin Handke vom Energiewendeverein für den Landkreis, Ziel 21 … Das Landratsamt klärt darüber auf, wie Mieter Solarstrom für den eigenen Verbrauch erzeugen können.“ – Ein weiterer Vortrag des Landratsamts über Balkonkraftwerke: Dienstag, 17.9., 16 Uhr, Bürgerpavillon, Heimstättenstraße 24, FFB.

Streit um geplante Umgehungsstraße in Olching

Das Brucker Tagblatt berichtete am 20.8.19: „Parkende Autos und Schlaglöcher machen die Fürstenfeldbrucker Straße zum Problemfall. Noch ist von der Lösung, der Südwestumfahrung, weit und breit nichts zu sehen … CSU-Vize-Bürgermeisterin Maria Hartl (59). Sie kämpft seit Jahren für eine Umgehung … die Olchinger Südwest-Umfahrung, bekommt immer wieder heftigen Gegenwind. Damals, heute, einfach ständig. Das Gesetzespaket zum Artenschutz motiviert die Gegner des Straßenbauprojekts, jetzt wieder von Neuem anzugreifen. Um die Befürworter war es im Vergleich dazu in letzter Zeit eher leise … Olchings Vize-Bürgermeisterin Maria Hartl (CSU) ist das Gesicht der Verfechter der Umgehung. Schon seit fast 30 Jahren kämpft sie dafür … Sie wolle auch nicht alles zubetonieren, doch dafür gebe es ja Ausgleichsflächen. Außerdem gehen Hartl Menschen gegen den Strich, die laut für den Umweltschutz skandieren, aber sich in ihrem persönlichen Alltag in nichts einschränken wollen …“
Die Olchinger Bürgerinitiative BIOO (Bürgerinitiative Ortsentwicklung Olching e. V.) setzt dagegen: Auf ihr sollten dann laut amtlichem Gutachten täglich 9900 Fahrzeuge verkehren! Davon sind mindestens 4.500 Fahrzeuge zusätzlich angezogener Verkehr, der bisher nicht auf Olchinger Flur vorkommt! Die Trasse verläuft fast durchweg im vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet, wo ‚grundsätzlich‘ nicht gebaut werden darf! Die Schäden an Natur, Landschaft und Naherholungsgebiet übersteigen den dürftigen Nutzen bei weitem! Die BIOO e.V. wendet sich deshalb mit Nachdruck gegen den Bau der Südwest-Umfahrung Olching! – Die Seite der BIOO: www.bioo-ev.de und mit vielen Stellungnahmen: www.bioo-ev.de/BIOO/Aktuell.php.
Mehr Straßen oder weniger Autoverkehr? Es gibt wichtige Argumente gegen den grassierenden Flächenfraß: „Flächenfraß überall“: Immer mehr Wälder, Wiesen und Ãcker verschwinden unter Asphalt und Beton. Für Verkehrsflächen, Industrie und Wohnraum. Doch die Ressource Boden ist nicht erneuerbar. – 5-Min.-Bericht auf 3sat/nano: https://www.3sat.de/wissen/nano/videos/190822-lebensraum-102.html. „Luxusgut Lebensraum“: Der anhaltende Bauboom führt zu Flächenverbrauch, dabei ist die Ressource Boden begrenzt. Ausgleichsflächen, um den Verlust von Natur zu kompensieren, sind oft nur ein ökologisches Feigenblatt. – Ausführlicher 43-Min.-Bericht: https://www.3sat.de/wissen/wissenschaftsdoku/luxusgut-lebensraum-100.html.
Florian Schwinn fordert in seinem Buch „Rettet den Boden! dringend, eine Humuswende zur Rettung der Böden einzuleiten. Denn wenn die Böden erst einmal abgetötet sind, brauchen wir nicht mehr umzudenken – dann verliert auch die biologische Landwirtschaft der Zukunft den Boden unter den Füßen. Die Böden unter unseren Füßen sind unsere Lebensgrundlage. Wir leben auf und von ihnen. Ein Millimeter fruchtbarer Boden kann dreihundert Jahre zum Aufbau benötigen. Waren die Landwirte vor der Industrialisierung noch darauf angewiesen, Humus aufzubauen, um die Böden lebendig zu erhalten, nutzt die moderne Landwirtschaftsindustrie den Boden nur noch als bloßes Substrat, in das die Überproduktion von Exkrementen der industriellen Fleischfabrikation als Dünger eingebracht wird. Die Gesundheit der Böden und der Menschen, die seine Früchte täglich essen, ist dabei vollkommen aus dem Blick geraten.

NS-Straßennamen: Missverstandenes Traditionsverständnis

Das Brucker Tagblatt vom 13.8.19 berichtete: „Sechs Jahre wurde in der Kreisstadt gestritten, wie mit aus der Nazi-Zeit belasteten Straßennamen umgegangen werden soll. Die Lösung: Kleine Infotafeln unter den betroffenen Straßenschildern. Jetzt wurden die ersten offiziellen Tafeln montiert … Die Text-Vorschläge wurden im April 2019 vom Stadtrat abgesegnet – gegen den Widerstand der SPD, die weiter eine Umbenennung der Straßen forderte.“ Darauf ist zum Beispiel folgender Text zu lesen: „Die Benennung der Straßen in diesem Gebiet nach Luftwaffenoffizieren des Zweiten Weltkriegs erfolgte 1962 und entsprach dem damaligen Traditionsverständnis in Gesellschaft und Bundeswehr. Sie ist heute umstritten.“ Bei den Straßennamen geht es um „Verbindung zum Nationalsozialismus beziehungsweise zu antisemitischem und rassistischem Gedankengut“, stellt das Tagblatt fest.
Die Brucker SZ berichtete am 15.8.19 ausführlich über die Vorgänge um die „belasteten“ Straßennamen: „Der Brucker Stadtrat hatte im April 2018 mit einer Mehrheit aus CSU, FDP, FW und einem Teil der BBV beschlossen, keine Straße umzubenennen, sondern Zusatztafeln anzubringen. Damit sollten die Namen ‚im Sinne einer historischen Einordnung mit einem erläuternden Medium über die positiven und negativen Eigenschaften der Person‘ versehen werden. Die Hälfte der vor sechs Jahren als NS-belastet identifizierten Straßennamen hatte der Stadtrat schon früher rehabilitiert.“
Wir meinen: Die Stadtratsmehrheit argumentiert, die Namen seien „umstritten“ und glaubt anscheinend, Zusatzschilder würden das Leben in Straßen mit Nazi-Namen erträglich machen. Der Mehrheitsbeschluss des Stadtrats kann gut und gerne „umstritten“ genannt werden, die Namensnennung von Nazi-Unterstützern gewiss nicht. Humanistisch motivierte Mitbürger sollten nicht nachlassen und Umwidmungen fordern. Ein entsprechender Aufruf im Bildformat als Angebot zur Weiterverwendung:

Ausbau Gleis 1 Bahnhof FFB

Presseerklärung zum Ausbau Gleis 1 Bahnhof FFB des VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK, vom Fürstenfeldbruck, 13.8.2019.
Sehr geehrte Damen und Herren,
nachdem wir mit unseren Verbesserungsvorschlägen am Bhf. Buchenau wegen der Sturheit der DB-Planer und der Untätigkeit unseres OB Raff auch beim bayerischen Verkehrs-Minister Reichhart keinen Erfolg hatten (siehe Anlage Brucker Tagblatt „Neues Geländer zwingt zu Umwegen“ vom 05.08.2019), gelang es uns, bei der Planung für den Bahnsteig desRegionalverkehrs-Gleises 1 am Bahnhof FFB nachträglich noch eine wesentliche Verbesserung für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste zu erreichen: Bereits in der PBA-/UVT-Sitzung im Dezember 2018 wurde auf unsere Initiative vom Stadtrat angeregt, dass der Aufzug von der Fußgängerunterführung zum Regionalverkehrs-Gleis 1 einen ebenerdigen Zwischenhalt auf Busbahnhofs- und Straßenniveau erhält. Der Zwischenhalt ermöglicht vor allem Rollstuhlfahrern, älteren Menschen mit Rollatoren, Familien mit Kinderwagen und Personen mit Rollkoffern einen ebenerdigen barrierefreien Eingang vom Busbahnhof, den Taxis und den P+R-Parkplätzen in den Aufzug, und somit in die Fußgängerunterführung zum S-Bahn-Mittelbahnsteig, und erspart unnötige Umwege über den erhöhten Bahnsteig von Gleis 1 oder die Rampen auf der anderen Straßenseite. Leider wurde dieser Zwischenhalt im Sitzungsprotokoll vom Dezember 2018 nicht erwähnt, und von der DB in der aktuellen Planung nicht berücksichtigt. Auch in der PBA-Sitzung am 17.07.2019 vergaßen die Stadträte, darauf hinzuweisen. Auf unser Drängen, unser Schreiben an die DB, OB und einiger Stadträte, und letztendlich durch den energischen Einsatz unseres Verkehrsreferenten Mirko Pötzsch gegen den Widerstand der Bahn konnte der Zwischenhalt noch nachträglich in die Ausführungsplanung aufgenommen werden. Angeblich hat sich auch unser OB der Sache angenommen, um erneuten Ärger wie am Bhf. Buchenau zu vermeiden. Wir danken allen, die sich für die gute Sache eingesetzt haben, mit freundlichen Grüßen
VERKEHRSFORUM FÜRSTENFELDBRUCK c/o Thomas Brückner, Münchner Str., 82256 FFB, Tel. 08141/666006, mobil 0160/91966606, Email tobmax@t-online.de

Altlasten auf Fursty vermutet

Das Brucker Tagblatt berichtete am 1.8.19:Umweltbeirat fordert Untersuchungen … die Planer wissen nicht, welche Gefahren im Boden schlummern. Blindgänger – Fursty wurde 1945 von den Amerikanern bombardiert – und Altlasten in Gebäuden sind das eine. Weitaus mehr Sorgen macht dem Umweltbeirat der Stadt die Stoffgruppe der per- und polyfluorierten Chemikalien (PFC) … „Einige dieser Substanzen sind krebserregend, bei anderen besteht der Verdacht, dass sie erbgutverändernd sind“, erklärt Martin Höckenreiner, Mitglied im Umweltbeirat … PFOS, ein besonders besorgniserregender Stoff aus der Gruppe der PFC, wurde bis 2011 auf Fursty verwendet, berichtet Höckenreiner. Daher sei es naheliegend, dass Rückstände im Boden oder im Grundwasser zu finden sind … Georg Tscharke, der Vorsitzende des Umweltbeirates … hat er zwölf mögliche Problempunkte ausgemacht: darunter ein ehemaliges Tanklager der Amerikaner, ein Heizhaus, die Druckerei, eine Pipeline, die von Norden nach Süden verlief, sowie den Fahrzeug- und Flugzeugbereich … Von der ersten historischen Erkundung bis zum Sanierungsplan könnten sieben Jahre vergehen. – Ältere Meldungen zum Thema.

Fairtrade in Bruck: Behindert oder gefördert?

Die Brucker SZ berichtete am 8.8.19 über das mehr als seltsam behandelte Thema Fairtrade in der Stadt: „OB Erich Raff zieht mit Werbefoto Kritik auf sich“. Es geht um ein „Foto, auf dem der OB zu sehen ist, wie er gemeinsam mit einem Mitarbeiter des Bauamts neben dem ersten Schild mit Brucker Fairtrade-Logo steht … Aus Kreisen der Fairtrade-Initiative heißt es, Raff schmücke sich „mit fremden Lorbeeren“, obwohl er den fairen Handel eher behindert als gefördert habe … Mit dem Foto … soll das Signal gegeben werden, dass die Kreisstadt sich zu den Zielen des fairen Handels bekennt. Ein Handel, der den Produzenten von Lebensmitteln und Waren überall auf der Welt ermöglichen soll, von ihrer Arbeit zu leben … Eine Steuerungsgruppe mache ‚immer wieder auf den fairen Handel aufmerksam‘, heißt es in der Mitteilung der Stadt – obwohl diese Steuerungsgruppe sich jüngst aufgelöst hat … ‚Der OB, der da so freundlich in die Kamera lacht, ist derselbe, der letztes Jahr im November gegen die (von Calabrò beantragte) Anbringung der Schilder gestimmt hat‘ … Als sich die Steuerungsgruppe aufgelöst habe, ‚kam noch nicht mal eine Reaktion von Seiten der Stadt‘ …“
Im „LIFEstudioFFB“ der Sozialinitiative „Brucker Brücke“ gab es ein von Inge Ammon moderiertes Gespräch zur Frage „Fairer Handel – in Bruck nicht gefragt?“. Mit der Stadträtin Claudia Calabrò diskutierten Walter Ulbrich von Campo Limpo, Peter Wehrle von der Olchinger Agenda 21 und Alfred Pichler von der KAB. Hier zu sehen.

Livestream-Video-Veranstaltung

Das „LIFEstudioFFB“ kündigt an: „Mit dem Herzen stolpern – Ein Gedenkstein für Kurt Schroeter in Gröbenzell“. Am Samstag, 10.8., 17 Uhr, im Livestream und danach als Videodokument: Gezeigent wird die Kopie einer Livestream-Video-Veranstaltung, die 2012 gemacht wurde. Dem Videodokument folgt eine Lesung aus dem Tagebuch von Kurt Schroeter. Durch unglückliche Umstände wurden damals alle Speicherungen gelöscht. Jahre später wurden wir in einem Internet-Archiv fündig und konnten von dort eine Kopie herunterladen. Leider hat sie eine schlechte Qualität, stellt aber ein außerordentliches Dokument dar. Es ging im Gespräch um das Tagebuch des in Auschwitz ermordeten Kurt Schroeter, „Tage, die so quälend sind“, herausgegeben vom Kovar-Verlag. Gesprochen wurde auch über die Geschichte der Stolperstein-Verlegung in Gröbenzell zu seinem Gedenken. Diese Sendung wurde mit dem damaligen Gröbenzeller Gemeinderat Michael Schrodi, dem jüdischen Verleger des Buches Roman Kovar und Dionys Zehentbauer vom Sozialforum Amper gemacht.
Die Jahre der faschistischen Diktatur in Deutschland vernichteten Millionen unerwünschter Mitbürger. Darunter Juden, Sinti/Roma, Gewerkschafter und politische Dissidenten aller Art, Widerständler, Pazifisten und Kriegsdienstverweigerer, Homosexuelle, Zeugen Jehovas, Euthanasieopfer, sozial, geistig und körperlich Behinderte sowie kriminell Gewordene. Bruck war als Militärstadt ein wichtiger Baustein des NS-Regimes. Seine Geschichte ist noch heute mit unaufgearbeiteten Makeln behaftet: Der ehemalige Militärflugplatz, dessen Geschichte überwiegend positiv dargestellt wird. Die Polizeischule, die dem NS-Regime als Mordmaschine diente. Die Nazi-Straßennamen, die von der Stadtratsmehrheit als tolerierbar bezeichnet werden. Die Weltkriegs- und Luftwaffenmahnmale, die den Widerstand verschweigen. Die unselige Idee, ausgediente Düsenjäger als Denkmale anzukaufen. Die Brucker Waffen/Rüstungsfirmen ESG und Schleifring, als Steuergeldgeber gerne akzeptiert.
Auch im Brucker Landkreis lebten jüdische Mitbürger, die der Verfolgung, Vertreibung und Ermordung ausgesetzt waren. Erst 2012 setzte der Gröbenzeller Gemeinderat einem von ihnen mit der Stolpersteinverlegung ein Symbol der Erinnerung. Andere Kommunen und Städte unseres Landkreises sind diesem Beispiel bislang nicht gefolgt.
In einem Bericht des „Kreisboten“ vom 22.3.2012 heißt es: „Wir wollen hier ein Gedenken etablieren, ein Gedenken an Kurt Schroeter“ … der Stolperstein, den der Kölner Künstler Gunter Demnig setzte, ist ein weiteres Zeichen von Respekt gegenüber den Opfern der nationalsozialistischen Herrschaft von 1933 bis 1945 … Im Falle Gröbenzells ist dies der 1882 in Berlin geborene Kurt Schroeter, der im Juli 1923 in den Ort kam. In Gröbenzell lebte er bis 1937, ehe Schroeter nach Amsterdam emigrierte. Im Herbst 1942 begann er in Tagebuch zu führen, um seiner Familie die Erinnerung an ihn zu bewahren. Über das Amsterdamer Ghetto, das Konzentrationslager Herzogenbusch nahe der Stadt Vught führte Schröter der Weg nach Auschwitz. Dort starb er am 2. Januar 1944 … Der Stein wurde am 22. März in der Gröbenzeller Bahnhofstraße nahe des S-Bahnhofes gesetzt.
Die Sozialinitiative „Brucker Brücke – das Wir stärken“ organisiert in ihrem „LIFEstudioFFB“ eine vierzehntägliche Sendereihe. Hier zu sehen: www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach im Video-Archiv auf YouTube: www.youtube.com/ffbaktivstudio. Alle Infos und Termine sind hier zu finden: www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/stadt-im-wandel. Fragen und Anregungen fließen in die Vorbereitung der Gespräche ein. Bitte senden an aktiv((at))ffbaktiv.de“.

1 Jahr Ankerzentren/ Flüchtlinge fürchten um Internet-Anschluss

Die Brucker SZ vom 1.8.19 berichtete: Flüchtlinge fürchten um Internet-Anschluss … Tausende von Flüchtlingen könnten ihren Internetanschluss verlieren, wenn das Finanzamt Fürstenfeldbruck dem Verein „Refugees online“ die Gemeinnützigkeit entzieht … Im Landkreis Fürstenfeldbruck hat der Verein Refugees online e.V. in den 17 größeren Unterkünften des Landratsamtes solche Verbindungen eingerichtet, außerdem im Ankerzentrum beim Fliegerhorst, das der Regierung untersteht … Der Verein „Refugees online“ droht die Gemeinnützigkeit zu verlieren – und die Geflüchteten in der Folge den Zugang zu günstigem Wlan … Für die Flüchtlinge wäre das fatal, weil sie damit Kontakt zu ihren Familien zuhause halten, Deutschkurse absolvieren oder Bewerbungen schreiben … Obendrein könnte es passieren, dass das Finanzamt eine Umsatzsteuer-Nachzahlung für die Hardware fordert. Für die Jahre 2017 und 2018 könnte die sich auf etwa 24 000 Euro belaufen … Dabei habe der Verein überhaupt keinen Gewinn erzielt und nie eine Vorsteuer verlangt … Sollte die Behörde dem Verein wirklich die Gemeinnützigkeit entziehen, werde man klagen. Andernfalls könne der Verein diese Arbeit nicht mehr leisten.
Der Verein Refugees Online e.V.

Aktuelles vom Münchner Flüchtlingsrat: Seit mittlerweile einem Jahr gibt es nun die sogenannten „AnkER“-Zentren in Bayern. Systematische Entrechtung, Ausgrenzung, Diskriminierung und strukturelle sowie physische Gewalt haben einen Namen bekommen. Die Situation für die Geflüchteten hat sich erheblich verschlechtert, während die Arbeit für Ehren- und Hauptamtliche erschwert wurde. Eine Bewohnerin sagt zur Lebenssituation in einem Artikel der taz: „Man kann dort nicht sein, ohne depressiv zu werden“. Das inoffizielle Ziel dieser Lager ist es, die Menschen abseits der Öffentlichkeit systematisch so schlecht zu behandeln, dass sie „freiwillig“ ausreisen. Doch seit Beginn der Lager gibt es Proteste, der Bayrische Flüchtlingsrat kritisiert die Lager zum „Jubiläum“ scharf, genauso fordern die Ärzte der Welt die Aschaffung der Lager. Sie sagen: „Die Zustände in Ankerzentren und Massenunterkünften machen psychisch gesunde Menschen krank und psychisch Kranke noch kränker“. Eine ausführliche Auseinandersetzung mit dem Thema Ankerzentren findet Ihr im Positionspapier des Bayrischen Flüchtlingsrats. – Aktuell läuft eine Umfrage von Anker-Watch zu den Erfahrungen in Anker-Zentren. Mitmachen kann jede*r, die/der Einblick in die Verhältnisse vor Ort hat. Helft mit, Transparenz herzustellen.
Quelle: https://mailchi.mp/832f2e829d17/mfr-newsletter-august-191?e=3420c72c56

Gedenkfeier

Gedenkfeier zum 74. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima/Nagasaki – Für eine Welt ohne Atomwaffen, Montag, 5.8., 20 Uhr, Hauptplatz vor der Sparkasse, FFB – danach zur Kneipp-Insel. Eröffnung und Grußwort der Kreisstadt durch Christian Götz, 2. Bürgermeister. Danach Demonstrationszug zur Kneipp-Insel. Dort musikalische und Redebeiträge. – Infos: www.sozialforumamper.wordpress.com
Wir empfehlen die Dokumentation „Count-down in ein neues Zeitalter: Hiroshima“. Zu sehen in der ARTE-Mediathek. Die Atombombe, die 1945 auf Hiroshima fiel, tötete mehr als 100.000 Menschen und symbolisierte das Ende des Zweiten Weltkriegs, aber auch den Beginn des Atomzeitalters. Der Dokumentarfilm schildert die Ereignisse vor, während und nach der Detonation und erzählt anhand von Berichten der letzten Überlebenden die Geschichte dieses Wendepunktes mitten im 20. Jahrhundert.

Unbedingtes Vertrauen zur Führung und zum Führer

Meldung der Brucker SZ vom 25.7.19: „Mit einem Zusatzschild wird auf die Rolle Zenettis unter den Nazis hingewiesen – dabei bleibt es … Landtags-Fachausschuss weist Petition ab. Somit muss Fürstenfeldbruck das Schild von Emil Zenetti nicht abmontieren … Mit einer Mehrheit aus CSU, Freien Wählern sowie AfD hat der Ausschuss für kommunale Fragen des bayerischen Landtags unlängst zwei Petitionen zu Nazi-Straßennamen in Bruck für erledigt erklärt … Die Abgeordneten der Regierungskoalition und der AfD folgten stattdessen einer Bewertung des bayerischen Innenministeriums, das sich wiederum auf eine Stellungnahme aus dem Landratsamt Fürstenfeldbruck stützt … Antragsteller aus Kaufbeuren und München, Jakob Knab und Michael Wendl, hatten sich beschwert, weil die Stadt die Zenettistraße nicht umbenennt. Der Name verweist auf einen Freikorps- und Wehrmachtsoffizier … Er verlangte von den Offizieren folgende Haltung: „Eiserner Widerstandswille, fester Glaube an unsere gute Sache und das unbedingte Vertrauen zur Führung und zum Führer.“ … als Gerichtsherr für Todesurteile der Wehrmachtsjustiz zuständig gewesen … Den Hinweis … auf einen Kommentar zum bayerischen Straßen- und Wegenetz lassen Kommunalaufsicht und Ministerium nicht gelten … Die Wahl eines NS-Namenspatrons kann der demokratischen Grundordnung widersprechen, sie muss es aber nicht … Eine Mehrheit aus BBV, CSU, FW und FDP im Brucker Stadtrat hatte Ende April nach jahrelanger Debatte beschlossen, die belasteten Straßennamen zu belassen, aber mit kleinen Zusatzschildern auszustatten …“
Wissenswert: Wie der Widerstand gegen den deutschen Faschismus unterlaufen wurde
Recherchen über den US-Geheimdienst Office of Strategic Services (OSS): Europachef Allen Dulles hatte den Widerstand von links bis rechts mit Informanten durchsetzt. Ziel: Der Widerstand durfte keinen Erfolg haben, denn der hätte nur „den Russen“ genützt und möglicherweise zu Friedensverhandlungen geführt. Die Feindschaft des Westens gegen die Sowjetunion mit der Gefahr eines neuen Krieges hatte spätestens schon 1943 begonnen – eine Kontinuität bis heute.
https://www.nachdenkseiten.de/?p=53733

Aktion „Critical Mass“: Sensibilisierung für Radverkehr

Die schlechte Umweltbilanz des deutschen Verkehrssektors: „Es werden immer mehr SUVs auf der Straße, die immer noch mehr Platz und noch mehr Treibstoff brauchen. Dass dabei das Klima und damit unsere Lebensgrundlage auf der Strecke bleibt, darüber machen sich immer noch zu wenig Menschen Gedanken. Einfach mal öfter das Auto stehen lassen und lieber mit dem Rad fahren – das ist gut für die Umwelt und es hält auch noch fit.“ Laut einer Untersuchung des Umweltbundesamtes entfallen circa die Hälfte aller Autofahrten auf Kurzstrecken von unter fünf Kilometern. Das sind Strecken, die die meisten Menschen problemlos mit dem Rad bewältigen können, insofern die Umgebung auch dazu einlädt und man sich sicher fühlt. Die Teilnehmer der Critical Mass in Olching hoffen darauf, dass sich durch ihr Engagement etwas bewegt in Olching und im ganzen Landkreis. Eine Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema „Radverkehr“ und für die Bedürfnisse von Radfahrern wäre schon ein großer Schritt. Ein weiterer Schritt wäre z. B. die Ausweisung von Fahrrad-Straßen im Olchinger Stadtgebiet oder eine größere Akzeptanz von Radfahrern als ganz normalen Verkehrsteilnehmern. Dabei ist die Politik gefragt, aber auch jeder Einzelne von uns. Im Sinne des Mottos „Radfahrer blockieren nicht den Verkehr, Radfahrer sind Verkehr“ gibt es in Olching seit April jeden ersten Samstag im Monat eine sogenannte Critical Mass. Bei einer Critical Mass treffen sich mehrere Radfahrer scheinbar zufällig, um auf ihre Gleichberechtigung gegenüber dem motorisierten Verkehr aufmerksam zu machen. Diese weltweite Bewegung wurde in den 1990er Jahren in San Francisco „erfunden“ und deutschlandweit beteiligen sich schon über 100 Städte an dieser kreativen Form des Protests. Anders als z. B. bei einer Demonstration gibt es keine Veranstalter oder Organisatoren – man trifft sich einfach, um gemeinsam durch die Stadt zu radeln. Laut §27 der StVO darf ab 16 Radfahrer ein geschlossener Verband gebildet werden. Das Fahren zu zweit nebeneinander und auf der Fahrbahn ist erlaubt. Außerdem wir der Verband wie ein einziges Fahrzeug behandelt und darf somit auch Kreuzungen und Ampeln geschlossen durchfahren. In Deutschland wird zu wenig für die Radinfrastruktur getan, da ist auch Olching keine Ausnahme. Leider wird dem Auto bei der Verkehrsplanung immer noch ein zu großer Stellenwert zugeschrieben. Und dann konkurrieren Fußgänger, Radfahrer und andere Mobilitätsformen gegeneinander um den Platz, der noch übrig bleibt. – Der ganze Aktionstext als PDF. – Infos zur Initiative: www.twitter.com/cmolching.
Die nächste Critical Mass in Olching: Samstag, 3.8. Treffpunkt ist 11 Uhr Am Vogelherd/Fürstenfeld- brucker Straße, Ortseingang Olching. Jeder ist willkommen, egal aus welchem Ort! Gefahren wird in mäßigem Tempo für ca. eine Stunde.

Je größer ein Wagen ist, desto dreckiger darf er sein. SUVs nehmen Platz weg, sind gefährlich und als „Klimakiller“ der Inbegriff von Rücksichtslosigkeit und Umweltsauerei … Beinahe jedes dritte Auto, das in Deutschland verkauft wird, ist ein SUV … 1995 hatten SUVs nur einen Marktanteil von zwei Prozent, bis 2010 wuchs er auf 12 Prozent. Seither vermehren sich die Riesenautos pro Jahr im Schnitt um 13 Prozent. Dabei sind diese Riesenautos dafür verantwortlich, dass der CO2-Ausstoß im Verkehr steigt … Im kommenden Jahr könnte die Nachfrage vierzehn Mal höher sein. Die erwarteten steigenden Bedarfe für Lithium und Kobalt, die in den Batterien verbaut werden, übersteigen die heute abgebauten Mengen um ein Vielfaches. Das würde bedeuten, dass für E-Autos neue Abbaugebiete erschlossen und Minen gebaut werden – was meist mit Landkonflikten und Umweltzerstörung einhergeht. Einfach Benziner und Diesel durch E-Autos zu ersetzen, ist also kein Ausweg aus der imperialen Lebensweise – sondern schreibt sie fort. Insbesondere durch SUVs. – Ein ausführlicher Bericht über „Monster unter Artenschutz“.
Ein neues Buch sorgt für Aufregung:Vollbremsung. Warum das Auto keine Zukunft hat und wir trotzdem weiterkommen“. Der Pkw ist die Geißel der Menschheit. Lasst uns Straßen rückbauen, die Bahn stärken und Autokonzerne zerschlagen! Eine konkrete Utopie. – Der Bericht zum Buch.

Zwei sozial- und friedenspolitische Veranstaltungen

Am Samstag, 27.7., von 17 bis 18 Uhr im Livestream und danach als Videodokument: „Diktatur des Monetariats?“. Ein Gespräch mit dem Germeringer Autor Ulrich Seibert über sein neues Buch: „Die Diktatur des Monetariats. Neoliberalismus: Die Geißel des 21. Jahrhunderts“. – Der Autor und Diplomkaufmann Ulrich Seibert geht in diesem Buch den Fragen nach, woher Neoliberalismus kommt, wer seine Akteure sind, wie dieses System installiert wurde, was die konkreten Auswirkungen sind, die uns alle betreffen und wer davon profitiert und wer nicht. Er versucht nachzuweisen, dass Neoliberalismus die großen Probleme unserer Zeit (z.B. Umweltzerstörung, Klimakrise), wenn nicht sogar verursacht, dann diese zumindest noch verschärft. Außerdem zeigt er auf, welche Möglichkeiten zur Umkehr es geben könnte und stellt Vorschläge für alternative Wirtschaftssysteme auf den Prüfstand.
Die Sozialinitiative „Brucker Brücke – das Wir stärken“ organisiert in ihrem „LIFEstudioFFB“ eine vierzehntägliche Gesprächsreihe. Im Livestream zu sehen über www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach steht die Sendung als Video im Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio. Alle Infos und Termine sind hier zu finden: www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/stadt-im-wandel. Fragen und Anregungen fließen in die Vorbereitung der Gespräche ein. Bitte senden an aktiv((at))ffbaktiv.de“.

Am Montag, 5. August, um 20 Uhr, am Hauptplatz vor der Sparkasse, FFB, findet die Gedenkfeier zum „74. Jahrestag des Atombombenabwurfes auf Hiroshima /Nagasaki – Für eine Welt ohne Atomwaffen“ statt. Eröffnung und Grußwort der Kreisstadt durch Christian Götz, 2. Bürgermeister. Danach Demonstrationszug zur Kneipp-Insel. Dort musikalische und Redebeiträge. – Hiroshima und Nagasaki mahnen: Im August vor 74 Jahren wurden über Hiroshima und Nagasaki zwei Atombomben abgeworfen, die bis heute unendliches Leid über die Menschen in Japan bringen. Darüber hinaus bedroht die unsägliche Anzahl von ca. 13.900 Atomsprengköpfen weltweit die gesamte Menschheit. Wir gedenken auch heuer wieder in Fürstenfeldbruck der Opfer dieser Katastrophe von 1945 und verbinden dies mit der Forderung, das atomare Wettrüsten zu stoppen, alle Atomwaffen abzuschaffen und den Atomwaffenverbotsvertrag zu unterzeichnen. Da wir in der Öffentlichkeit sichtbar sein wollen, haben wir uns entschlossen, heuer wieder am Brucker Hauptplatz zu beginnen. Wir treffen uns dort bei jedem Wetter und bleiben dort, falls das Wetter nicht mitmacht. Bitte Fahnen und Transparente mitbringen! Wenn es nicht regnet, begeben wir uns auf den Demonstrationszug zur Kneipp-Insel, um dort die würdige Gedenkfeier abzuhalten. Bitte macht diese Veranstaltung in euren Kreisen und darüber hinaus bekannt. Wir freuen uns auf zahlreiche Teilnehmer. – Veranstalter: Sozialforum Amper.

Städtische Klimapolitik will Weile haben

Ein empfehlenswertes Gespräch zwischen Greta Thunberg, Schülerin in Schweden, und Alexandria Ocasio-Cortez, demokratische Präsidentschaftskandidatin, USA.

Das Brucker Tagblatt berichtete am 16.7. über eine öffentliche Diskussion am 12.7. im Brucker Rathaus, veranstaltet vom Umweltbeirat der Stadt und dem Stadtjugendrat mit vielen Gästen: „Klima-Notstand geistert durch die Kommunen … Bei einer gemeinsamen Sitzung im Rathaus diskutierten Stadtjugendrat und Umweltbeirat nun mit Experten und Besuchern über den Klimaschutz. Dass die Stadt mehr tun muss und könnte, um ihre selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, war Konsens bei den Teilnehmern … In einer großen Runde wurden Ideen gesammelt und besprochen, was die Stadtpolitik in Bruck in Angriff nehmen sollte. Bis zum 1. Oktober wollen SJR und UB das Ganze bearbeiten. Dann ist die nächste Sitzung des Umweltausschusses, bei dem die beiden Beiräte einen fertigen Antrag präsentieren wollen. Ob darin ein Klimanotstand gefordert wird, das will man sich bewusst noch offenhalten … Damit das Gewicht hätte, könnte der Stadtrat das beschließen. Das fordert zum Beispiel die Fraktion der Grünen in einem Antrag. Dieser muss innerhalb von drei Monaten im Stadtrat entschieden werden. Stadtjugendrat (SJR) und Umweltbeirat (UB) finden dieses Vorgehen verfrüht …“
Kommentar: Ein Antrag, der als symbolpolitische Maßnahme von etlichen deutschen Städten bereits angenommen wurde, könnte in Bruck verfrüht sein und eventuell von konkreten Maßnahmen ablenken – so sehen es Skeptiker. Und die Grünen kamen angeblich nicht einmal auf die Idee, der Umweltbeirat interessiere sich für Klimaschutz und erarbeiteten deshalb ihren eigenen Antrag an den Stadtrat. Das klingt alles nicht wirklich plausibel, denn andernorts argumentiert man nicht drumherum, sondern schreitet zur Tat. Aber es gab auch Konkretes zu hören, bspw. zur praktischen Stadtpolitik: „Indem man selbst vorbildlich handle, die Rahmen für Dinge wie Verkehr setze oder Öffentlichkeitsarbeit betreibe“. Eine immerwährende Aufgabe einer Stadtverwaltung, denkt man, aber anscheinend muss das in Bruck erst jemand ins Bewusstsein rücken – Beifall gab es dafür aber nicht. Die Beiräte beraten nun bis 1. Oktober, die Fraktionen machen unterdessen weiterhin ihr „eigenes Ding“ – schließlich ist bald Kommunalwahlkampf – und die Stadt und ihre Einwohner warten derweil auf bessere Zeiten.

Im Sinne des Aktivwerdens rufen wir auf, zur Münchner Klimademo zu gehen!
Sonntag, 21.7. 16-18 Uhr, Odeonsplatz, München
MUNICH FOR FUTURE: 16:00 Uhr Odeonsplatz | Begrüßung & Reden; 16:30-17:30 Uhr Demo-Route: Odeonsplatz – Briennerstr. bis Karolinenplatz – Barerstr. – Gabelsbergerstr. – Oskar von Miller Ring – Ludwigstr. – Odeonsplatz. (ca. 1,8 km); 17:30 Uhr Odeonsplatz, Abschlusskundgebung mit Special Guest Konstantin Wecker. – Alle Infos: https://munichforfuture.de
Wir stehen an der Seite von Fridays for Future: Das sind alle, die für unser Klima auf die Straße gehen.
Die Klimastreik-Bewegung ist international, überparteilich, autonom und dezentral organisiert. Mach mit und werde Teil unserer Bewegung! Die Klimakrise ist eine reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation – die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Wir fordern eine Politik, die dieser Aufgabe gerecht wird.
Parents for Future:
Erst vor einigen Monaten hat sich Parents for Future gegründet. In der Zwischenzeit ist daraus eine Bewegung mit über 150 Ortsgruppen in ganz Deutschland und mit vielen Tausend engagierten Erwachsenen geworden. Lasst uns gemeinsam die großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen angehen, die notwendig sind, um die nahende Klimakatastrophe doch noch abzuwenden! Wir werden auch in Zukunft über aktuelle Entwicklungen informieren und über Aktionen aus unseren Ortsgruppen berichten. – Webseite: www.parentsforfuture.de. Unser Newsletter als Downloadlink: https://parentsforfuture.de/system/files/2019-07/PvF_Newsletter_BW_4.pdf

Fairer Handel – in Bruck nicht gefragt?

Am 14.5. berichtete die Brucker SZ über „Die Auflösung der Fairtrade-Gruppe“ in Bruck. Darin hieß es: „… verkündet Claudia Calabrò … die SPD-Stadträtin und bisherige Sprecherin der Lenkungsgruppe die Auflösung der Fürstenfeldbrucker Fairtrade-Steuerungsgruppe. Die fünf Ehrenamtlichen schafften die Arbeit nicht mehr, heißt es. Gleichwohl sei es sehr wünschenswert, dass das Engagement in der Stadt fortgeführt werde. … wir haben uns oft ausgebremst gefühlt … Wir hatten die Idee, in der Adventszeit im Rathausfoyer über Fairtrade zu informieren. Oberbürgermeister Erich Raff wollte das aber nicht. Er hat das damit begründet, dass man so eine Möglichkeit dann auch anderen Vereinen geben müsste. Ich frage mich, was auch daran eigentlich so schlimm wäre … Ich habe den Eindruck, dass alles abgeblockt wird und wir allein gelassen werden. Für fairen Handel sollte man sich doch mit Herzblut einsetzen …“. Darüber hinaus schloss inzwischen der Eine-Welt-Laden der Caritas, der allerdings vom FAIR Handelshaus Bayern weitergeführt wird. Es hat den Anschein, dass fairer Handel in Bruck wenig gefragt ist.
Die Sozialinitiative „Brucker Brücke“ greift jetzt in ihrem „LIFEstudioFFB“ das Thema im Rahmen ihres vierzehntäglichen Internet-TV-Programms „FFB im Wandel“ auf: Per Livestream wird eine Gesprächsrunde übertragen, die danach auch als Video zu sehen ist. Der Livestream ist zu sehen auf www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio. Alle Infos finden sich auf der Webseite „Fürstenfeldbruck im Wandel – Aktiv werden für eine menschengerechte Stadt“: www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/demokratisch/stadt-im-wandel.
Der Ankündigungstext zur Diskussion:
Mittwoch, 17.7., ab 18 Uhr im Livestream: Welche Zukunft haben das Fair Trade Stadt-Sigel und der Eine-Welt-Laden in FFB?
Neben Gröbenzell, Puchheim, Olching und Germering wurde Fürstenfeldbruck als Fair Trade Stadt zertifiziert. Dazu heißt es: „Auch Fürstenfeldbruck ist Fair Trade Stadt. Doch die Auszeichnung ist kein abgeschlossenes Projekt, sondern ein lebendiger Prozess, der immer weiter fortgeführt werden soll. So geht es darum, fair gehandelte Produkte in immer mehr Geschäften und öffentlichen Einrichtungen einzuführen. Und immer mehr Menschen für einen gerechteren Welthandel zu begeistern.“ Das Projekt Fair Trade gilt in Bruck neuerdings als gescheitert. Ebenso die Etablierung des Eine-Welt-Ladens der Caritas. Gibt es Chancen zur Erneuerung, welche Maßnahmen sind dafür notwendig?
Über Fair-Trade-Siegel, einen gerechten Welthandel in Zeiten des Klimawandels und über Möglichkeiten der Erneuerung sprechen miteinander:
Claudia Calabro, Brucker Stadträtin und bislang Sprecherin der Steuerungsgruppe „Fair Trade Stadt FFB“. Sie drängt auf eine aktive Förderung der Fair-Trade-Zielsetzungen durch die Stadtverwaltung.
Dr. Walter Ulbrich, Mitarbeiter beim Nord-Süd-Forum Fürstenfeldbruck und bei Campo Limpo Solidarität mit Brasilien e.V., Regionalbetreuer beim Oikocredit Förderkreis Bayern. Er fordert eine auf Gerechtigkeit beruhende Entwicklungszusammenarbeit, die vor allem Partnerschaft und Offenheit für das Lernen voneinander braucht.
Peter Wehrle, Mitglied in der Steuerungsgruppe in Olching und engagiert im AK „Fairer Handel und Konsum“ der Agenda 21 Olching.
Alfred Pichler, Kath.-Arbeitnehmerbewegung und im Team von „FFB im Wandel“. Er engagiert sich für sozialökologisches Walten im Alltag, im Handel, in der Produktion und in der lokalen Politik.
Die Gesprächsleitung hat Inge Ammon, im Team der „Brucker Brücke“.

Fahne der „Mayors for Peace“ weht in Bruck

Die offizielle Seite der Stadt vermeldet ihr Engagement: „Flaggentag der ‚Mayors for Peace‘: Stadt setzt Zeichen gegen Atomwaffen“. Mit ausführlichen Erläuterungen wird die Geschichte und der Zweck der inteernationalen Bewegung dargestellt. Das ist ein ermutigendes Zeichen! Dem ICAN-Städteappell der Vereinten Nationen zum Abkommen zum Verbot von Atomwaffen hat sich Bruck leider noch nicht angeschlossen .
Die Brucker SZ meldete am 5.7.19: Fahne der „Mayors for Peace“ weht vor dem Brucker Rathaus. Die Stadt beteiligt sich an einer Aktion der „Mayors for Peace“, um damit ein Zeichen gegen Atomwaffen zu setzen – gemeinsam mit etwa 300 Kommunen des weltweiten Netzwerks. An der Hauptstraße wurde am Freitag und damit drei Tage vor dem eigentlichen „Flaggentag“ eine hellgrüne Fahne der „Mayors for Peace“ gehisst … wollen die „Bürgermeister für den Frieden“ in diesem Jahr den Flaggentag nutzen, um an die Bundesregierung zu appellieren, sich für den Erhalt des INF-Vertrages einzusetzen.
Kommentar: Mayors for Peace“ wurde 1982 in Hiroshima gegründet. Dem Netzwerk haben sich inzwischen 7.772 Städte und Gemeinden aus 163 Ländern angeschlossen, 2014 die Kreisstadt durch den damaligen Oberbürgermeister Klaus Pleil (BBV). Ein Verbot von Atomwaffenbesitz und -einsatz ist der einzig realistische Weg, dem Wettrüsten der Atomwaffenstaaten entgegen zu wirken. Zwar sinken derzeit noch durch alte Rüstungskontrollverträge die Zahlen der Atomwaffen weltweit. Doch diese Verträge wurden entweder gekündigt oder laufen demnächst aus, während alle Atomwaffenstaaten weiterhin massiv durch Modernisierung aufrüsten. ICAN ruft besonders die deutsche Bundesregierung auf, keine neue Atombomben-Flugzeuge als Nachfolge für die Tornado-Kampfjets zu kaufen. Sie sollte stattdessen aus der nuklearen Teilhabe aussteigen und damit einen Beitrag zur Deeskalation leisten. Infos hier. Wir appellierten in dieser Sache per Email an den Bundstagsabgeordneten der SPD, Miachel Schrodi. Der antwortete uns in einem Standardschreiben: Die ICAN-Initiative zu unterstützen bliebe … wirkungslos, weil sich keine einzige Atommacht darauf einzulassen bereit ist … Ein Rückzug aus dieser „Nukleare Teilhabe“ genannten Verpflichtung würde uns im Hinblick auf die nukleare Abschreckung aller Mitsprachemöglichkeiten im Bündnis berauben … wir hätten schlechtere Voraussetzungen, um innerhalb der NATO eine Politik für Vertrauensbildung, Rüstungskontrolle und Abrüstung voranzutreiben … Solange Kernwaffen als Instrument der Abschreckung im Strategischen Konzept der NATO eine Option sind, ist es deshalb in deutschem Interesse über dieses Konzept Bescheid zu wissen und ein Teil davon zu sein …“ Heißt das: „War so, ist so, muss so!“ als Ultima Ratio? Deutschland, das auf seinem Territorium US-Atomwaffen stationiert, hat sich nicht an den Verhandlungen über den UN-Vertrag über das Verbot von Kernwaffen beteiligt. Er stimmte gegen die Resolution der UN-Generalversammlung im Jahr 2016, mit der das Mandat für die Aushandlung des Vertrags durch die Nationen festgelegt wurde. Sie behauptet, dass US-Nuklearwaffen für ihre Sicherheit unerlässlich sind. So kommen wir nicht raus aus der Rüstungsspirale und Steigerung der Kriegsgefahr! ICAN fragt: „Zahlreiche Städte in Deutschland und aller Welt haben sich bereits dem ICAN-Städteappell angeschlossen. Ist Ihre Stadt die nächste?“ 32 deutsche Städte und zwei Landkreise haben unterschrieben. FFB noch nicht. Wann wird sich der Brucker Stadtrat dazu entschließen?
Mehr Infos über den Atomwaffenverbotsvertrag.

Verbot von Atomwaffen einzige Antwort auf Wettrüsten – Gegen den Kauf eines neuen Flugzeuges für den Atomwaffeneinsatz

Klimanotstand

Öffentliche Informations- und Diskussionsveranstaltung des Umweltbeirats der Stadt, gemeinsam mit dem Jugendstadtrat: An die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Fürstenfeldbruck. Einladung zur öffentlichen Sitzung des Umweltbeirats und des Stadtjugendrats im große Sitzungssaal des Rathauses am 12. Juli 2019 um 18 Uhr. Agenda: 1. Müssen wir für Fürstenfeldbruck den Klimanotstand ausrufen? 2.1 Klimaschutz in FFB – bisherige Maßnahmen und Ergebnisse 2.2. Was die Stadt verändern soll – Erfahrungen und geplante Maßnahmen aus anderen Kommunen 3. Was können wir konkret in FFB zum Schutz des Klimas tun? Ideensammlung – Beteiligung aller Anwesenden 4. Festlegung weiterer Maßnahmen 5. Verschiedenes. Mit freundlichen Grüßen, G. Tscharke, Vorsitzender des Umweltbeirats.
„Fridays for future München“ stellt 31 Forderungen an den Stadtrat der Landeshauptstadt: Nach den #FfF-Forderungen an die Bundesregierung hat nun auch #FfF München 31 Forderungen präsentiert, die sich v.a. an den Stadtrat der Landeshauptstadt München richten. In Anlehnung an die Forderungen auf Bundesebene, sind diese jedoch weitaus konkreter. Sie erstrecken sich auf Maßnahmen in den Bereichen Mobilität (11), Stadtplanung und Gebäude (9), Energieversorgung (3), Ressourcenverbrauch, Ernährung und Abfall (6) sowie Stadtverwaltung (2). Alle Forderungen können als gute Beispiele für eine kommunale Entwicklung betrachtet werden. Hier geht’s zu den Forderungen (als PDF).
Der TV-Sender „phoenix“ hat zusammen mit dem „Münchner Merkur“ Bürgerinnen und Bürger eingeladen, in der Talksendung „wir müssen reden: der phoenix-Bürgerabend“ klar und deutlich ihre Meinung zu sagen. Thema: „Kein Fleisch, keine Flüge, kein Auto mehr – wie retten wir das Klima?“ Mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutierten: Thorsten Glauber (Freie Wähler), Bayerischer Staatsminister für Umwelt und Verbraucherschutz; Harald Lesch, ZDF-Wissenschaftsjournalist und Physik-Professor an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität; Hans Moritz, Redaktionsleiter „Erdinger/Dorfener Anzeiger“; Dr. Hubertus Bardt, der Geschäftsführer und Leiter Wissenschaft, Institut der deutschen Wirtschaft Köln e.V. Die Moderatoren sind Christina von Ungern-Sternberg und Alfred Schier.
wir müssen reden! „Kein Fleisch, keine Flüge, kein Auto mehr – Wie retten wir das Klima?“ Wiederhol-Termine der interessanten Sendung: 3.7., 00:00 Uhr und 4.7., 14:45 Uhr.
Weltklima auf der Kippe: Eine monströse wissenschaftliche Fehleinschätzung wurde etwa Mitte Juni aus der kanadischen Arktis gemeldet. Das Auftauen des Permafrostbodens in vielen arktischen Regionen Kanadas schreitet viel schneller voran, als ursprünglich von der Klimawissenschaft prognostiziert … Demnach soll das Auftauen des Permafrosts inzwischen so weit vorangeschritten sein, wie es in den aktuellen Szenarien des Weltklimarates (IPCC) für das Jahr 2090 prognostiziert wurde … Wissenschaftler warnen inzwischen offen davor, dass der Menschheit noch fünf Jahre bleiben, um „sich vor dem Klimawandel zu retten“. Der Klimawandel droht somit, außer Kontrolle zu geraten – jetzt und hier, nicht erst in ein paar Dekaden oder Jahren … Weite Teile der Welt drohen aufgrund der zunehmenden Erderwärmung schlicht unbewohnbar zu werden, wie etwa die letzte, buchstäblich mörderische Hitzewelle in Indien veranschaulichte, wo lebensfeindliche Rekordtemperaturen von bis zu 50 Grad Celsius zu Tausenden von Toten führten. – Quelle: https://www.heise.de/tp/features/Weltklima-auf-der-Kippe-4456028.html?seite=all
Regenwaldabholzung in Lateinamerika. Im Jahr 2018 sind im westlichen Amazonasgebiet zwei Hektar Wald pro Minute abgeholzt worden. Das zeigt eine aktuelle Analyse des Monitoring-Projekts der Amazonischen Anden MAAP (Proyecto de Monitoreo de los Andes Amazónicos), das Daten zum Waldverlust analysiert, die von der University of Maryland erhoben und von der Nichtregierungsorganisation Global Forest Watch präsentiert worden sind. Dieses Gebiet umfasst Teile von Kolumbien, Peru, Ecuador, Bolivien und Brasilien. Aus dem Bericht geht hervor, dass dort allein im vergangenen Jahr fast eine Million Hektar Wald verloren gegangen sind. Davon entfielen knapp die Hälfte (49 Prozent) auf Brasilien, 20 Prozent auf Peru, 20 Prozent auf Kolumbien, acht Prozent auf Bolivien und drei Prozent auf Ecuador. – Quelle: https://amerika21.de/2019/07/228262/amazonasgebiet-entwaldung

Mitweltschädliche, eventuell krebserregende Altlasten im Fliegerhorst?

Das Brucker Tagblatt meldete in einem ausführlichen Bericht am 4.7.: „Maisachs Bürgermeister Hans Seidl (CSU) ist gegen die geplante Erweiterung des Fahrsicherheitszentrums auf dem Fliegerhorst. Der Eingriff schade der Natur. Zudem sei der wirtschaftliche Nutzen gering … er sei zur Überzeugung gelangt, dass eine Erweiterung der Fahrstrecken samt Eingriff in das Flora-Fauna-Habitat (FFH) nicht zu rechtfertigen sei … Der Autokonzern könne das Gelände aber wie bisher weiter nutzen, betonte er. Allerdings müsse BMW dafür sorgen, dass der Lärm nochmals reduziert werde …“
Aus dem Bericht der Brucker SZ vom 1.7.19 über eine öffentliche Veranstaltung des Umweltbeirats der Stadt mit Stadträten, Fachleuten und Bürgern: » Umweltbeirat warnt Kreisstadt vor finanziellem Risiko eines voreiligen Grunderwerbs … Im Boden des Fliegerhorsts dürften giftige Chemikalien wie PFC schlummern … Noch freilich fehlt es an Untersuchungen … Selbst wenn der Boden im Fliegerhorst für die aktuelle Nutzung als unbedenklich eingestuft werden sollte, könnte sich das ändern, wenn beispielsweise Altbauten durch Wohnungen ersetzt werden sollen. Dann muss möglicherweise doch noch kontaminiertes Material abgetragen und deponiert oder die Oberfläche abgedichtet werden. Kann der vormalige Eigentümer, in diesem Fall die bundeseigene Immobiliengesellschaft Bima, nicht mehr haftbar gemacht werden, müsste die Stadt als Grundeigentümer für die Kosten aufkommen … Georg Tscharke, der Vorsitzende des Umweltbeirats, empfiehlt der Stadt, sich zu wappnen gegen „manch unangenehme Wahrheit“ … Was auf dem Fliegerhorst wächst, darf wegen möglicher Schadstoffbelastung nicht verfüttert werden … Das Landratsamt will … helfen, erstmals Grundwasser im nördlichen Teil auf PFC zu testen. Für den südlichen Teil gibt es noch keine konkreten Pläne … wenn die Stadt die Flächen im Zuge der zivilen Umgestaltung aufkauft und bei der Formulierung von Verträgen schludert, dann könnte sie am Ende auf den Kosten der Altlastensanierung sitzen bleiben. Das ist die Botschaft des Umweltbeirats, der sich am Freitag im Rathaus dieses brisanten Themas angenommen hat … «
Die Brucker SZ vom 2.7.19 ergänzt: BMW will sein Fahrsicherheitszentrum am Fliegerhorst Fürstenfeldbruck auf FFH-Flächen erweitern. Dagegen regt sich Widerstand. Pläne liegen trotz einer Vereinbarung mit den Anrainerkommunen noch nicht vor … Der Bund Naturschutz lehnt eine Expansion von BMW auf dem nördlichen Teil des Fliegerhorsts ab und hat angekündigt, gegen den erforderlichen Bebauungsplan notfalls zu klagen. Der Kreisverband begründet dies mit dem seiner Überzeugung nach unzulässigen Eingriff in ein streng geschütztes Naturschutzgebiet. Die Flächen sind als Flora-Fauna-Habitat eingestuft. Die Kreisvorsitzende Eugenie Scherb unterstrich die Ablehnung der Entwürfe am Freitag auf der Sitzung des Brucker Umweltbeirats. Seit sechs Jahren wehre man sich, werde aber von den beteiligten Kommunen – Maisach und Fürstenfeldbruck – übergangen. Auf etwa 250 Hektar im nördlichen, teils bereits militärisch entwidmeten Teils des früheren Flugplatzes gibt es Scherb zufolge Blühwiesen, Flachlandmähwiesen von überregionaler Bedeutung sowie Trockenrasen, darauf leben Tiere wie die vom Aussterben bedrohte Plumpschrecke und Vögel wie Feldlerche, Braunkehlchen und Brachvogel. Etwa die Hälfte davon dürfte BMW nun beanspruchen …

S-Bahn 2. Stammstrecke und Hauptbahnhof: Erst planen – dann bauen!

Infos der Initiative www.s-bahn-ausbau.de: S-Bahn-Ausbau München JETZT! Für besseren öffentlichen Verkehr (ÖV) in München und ganz Bayern. JA zu einer zweiten Stammstrecke Südring. NEIN zum Tieftunnel für 3,8 Mrd. Euro! JA zu ÖV-Projekten in ganz Bayern. Warum ist das wichtig? Die Tieftunnel-Kosten stehen in keinem tragbaren Verhältnis zum Nutzen: – Drei Bahnhöfe (neben den vorhandenen) und drei zusätzliche Züge (33 statt jetzt 30) pro Stunde, für 3,8 Mrd. Euro – wer will das? – Für viele Fahrgäste kommt es zu massiven Verschlechterungen, beim Bau (mindestens 10 Jahre) und nachher (zusätzliches Umsteigen, 15- statt 10-Minuten bzw. 30- statt 20-Minuten-Takt). – Der Tunnel besiegelt das definitive Aus für den jahrzehntelang versprochenen 10-Minuten-Takt. – Die Zentrums-Fixierung des Münchner Schnellbahn-Systems („alles über den Marienplatz“) wird weiter verfestigt. – Bahnhöfe in über 40 m Tiefe (einem 13-stöckigen Hochhaus entsprechend) sind gefährlich, nicht praktikabel und Fahrgast-feindlich. – Lebensgefährlich! Brandschutz- und Rettungskonzept weisen riesige Lücken auf. – Die Finanzierung des Projektes zieht wertvolle Mittel für den öffentlichen Verkehr in der Region und in ganz Bayern ab. – Die bisherigen Gutachten und Nutzen-/Kosten-Untersuchungen sind fragwürdig und einer fairen, unabhängigen Prüfung zu unterziehen. – Der Südring ist die bessere und billigere Lösung für eine 2. Stammstrecke. Er kann JETZT begonnen, in kürzerer Zeit und ohne nennenswertes bauliches Risiko auf bestehendem Bahngelände gebaut werden. Er ermöglicht gleichzeitig den dringenden Ausbau der Außenstrecken. Er eröffnet die für die Stadtentwicklung nötige Ringstruktur und Vernetzung. Er vermeidet die Risiken des Tieftunnels, z.B. beim Brandschutz- und Rettungskonzept. Er allein ermöglicht in absehbarer Zeit den jahrzehntelang versprochenen 10-Minuten-Takt. Er erspart dem Freistaat ein hohes Finanzierungsrisiko und ein Fiasko wie bei Stuttgart 21. Deshalb: JA zum Südring für nur 0,6 Mrd. Euro! Näheres dazu siehe: http://www.tunnelaktion.de/ und http://www.sbahn2030.de/wp-content/uploads/BK-S_Bahn_Muenchen_2030-v1_0.pdf
Petition teilen: https://weact.campact.de/petitions/s-bahn-und-offentlicher-verkehrsmittel-ausbau-in-munchen-und-bayern – An: DB Vorstand, Bayerische Staatsregierung (MP Seehofer, Minister Herrmann), Bundesverkehrsminister Dobrindt, LH München (OB Reiter, Bürgermeister Schmid), alle Fraktionen des Bayerischen Landtags und des Münchner Stadtrats
Infos vom „Münchner Forum“: https://muenchner-forum.de/2019/moratorium-neubau-hbf-und-zweite-stammstrecke

Courage zeigen und nicht schweigen

Das Brucker Tagblatt berichtete am 28.6.19: Viscardi-Gymnasium nennt sich jetzt „Schule ohne Rassismus“ … Mit einer feierlichen Zeremonie wurde am Donnerstagvormittag am Viscardi-Gymnasium ein Zeichen gegen Rassismus und Ausgrenzung gesetzt … Schon seit fast drei Jahren setzt sich die Schülermitverantwortung (SMV), mit Schülersprecherin Lena Sabokat an der Spitze, verstärkt gegen Ausländerfeindlichkeit ein … Mittlerweile trägt das Gymnasium nicht nur den Titel „Schule ohne Rassismus“ … Für Begeisterung sorgte gleich zu Beginn die Rede der Schülersprecherin. „Unsere Generation hat ein Herz, das größer ist als die Müllteppiche in den Ozeanen.“ Besonders ihre Mitschüler wollte Sabokat mit ihrer Rede motivieren: „Lasst uns Courage zeigen und nicht schweigen.“ … – Webseite des Gymnasiums.

Bild: Viscardi-Gymnasium

Info: Die Sozialinitiative Brucker Brücke – das Wir stärken hat die angekündigte Gesprächsrunde zum Thema „Fürstenfeldbruck: Von der Militärstadt zur Friedensstadt? Demokratische Gedenkkultur aktiv untermauern!“ für Donnerstag, 4. Juli, 19 Uhr, abgesagt bzw. in den September verlegt.