BRUCKER JOURNAL: Infos, Kommentare, Kritik, Vorschläge, Hinweise, Ideen ...

Beteiligen Sie sich mit konstruktiver Kritik, menschengerechten Dialogen und Ihrer Meinung.

„Fridays for Future“ FFB stellt sich vor

„LIFEstudioFFB“ am Samstag, 16.11., 19 Uhr – Livestream auf www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio
Thema der aktuellen Sendung: „Fridays for Future: Aussitzen geht gar nicht!“ Die Öffentlichkeit soll mehr über die Brucker Gruppe von „Fridays for Future“ erfahren. Zwei Schülerinnen der Brucker Gruppe von „FfF“ berichten von den Plänen der Bewegung, ihrer Stadtgruppen-Gründung und erzählen, was sie persönlich motiviert hat. Sie beleuchten den Stand der Diskussionen über eine eventuelle Erklärung des Klimanotstands seitens der Stadt und die Klimaforderungen an die Stadtverwaltung. Sie rufen Schüler und Erwachsene auf, zur kommenden Großdemo am 29.11. in München zu gehen. Eine aktuelle Erklärung von mehr als 11.000 Wissenschaftlern warnt: “Klimakettenreaktionen könnten erhebliche Störungen der Ökosysteme, der Gesellschaft und der Wirtschaft verursachen und möglicherweise große Teile der Erde unbewohnbar machen.” Naomi Klein sagt in ihrem neuen Buch: „Junge Menschen auf der ganzen Welt sprechen von einer tiefen Sehnsucht nach einer Zukunft, die sie zu haben glaubten, die aber mit jedem Tag mehr dahinschwindet, an dem die Erwachsenen angesichts des Ernstfalls nur tatenlos abwarten.“ Es geht um Fragen wie: Tun wir genug für unsere Kinder? Kann unser WirtschaftssystemFuture for Young and Old“ gewährleisten? Wie kann eine sozial-ökologische Wende aussehen? – Infos von FfF: https://fridaysforfuture.de und zur ECI: https://eci.fridaysforfuture.org/de

Klimaforderungen unterhalb des Tellerrands

Das Brucker Tagblatt berichtete am 11.11.19 über die Vorstellung von Klimaforderungen vom Umweltbeirat und dem Stadtjugendring an die Stadtverwaltung unter der Überschrift: „Eine Steuer auch für Katzen und andere Ideen: So könnte Klimaschutz vor Ort aussehen“. Gefordert werden unter anderem eine „Baumschutzverordnung, eine verbesserte Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge, ein komplettes Verbot privater Feuerwerke und eine „Hundesteuer auch für Katzen“ … die Sicherung und Neuanlage von Grünflächen im Innen- und Außenbereich, beidseitig markierte Radwege sowie Tempo 30 in der gesamten Innenstadt, die Schaffung von zentralen Großparkplätzen zugunsten vieler einzelner Stellplätze in der Innenstadt und der Kauf von regionalen, Fairtraide-, Bio- und verpackungsreduzierten Waren in Schulen, Kitas und öffentlichen Kantinen. Außerdem soll im Rathaus Papier gespart werden, und zwar durch eine papierlose Verwaltung“ sowie „eine Überarbeitung des Flächennutzungsplanes“.
Den Klimanotstand wolle man nicht ausrufen, weil Bruck keinen habe. Das Pariser Klimaschutzabkommen sei „zwar wichtig, aber doch eher für die große Politik“. Deshalb heißt es: „Wir sollten lieber im Kleinen anfangen und vor der eigenen Tür kehren.“
Fragen über Fragen: Was so schön konkret und angemessen klingt, kommt seltsam halbherzig daher. Glaubt man, der Klimawandel wird um Bruck eine Umleitung nehmen? Noch läuft nichts aus dem Ruder – morgen auch noch? Sind die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht ganz unabhängig vom Klimawandel angesagt? Ist die „Katzensteuer“ als parodistische Einlage gedacht? Erklärt das Statement, weil Bruck derzeit keinen Klimanotstand habe, verstünden die Menschen nicht, würde man ihn ausrufen, uns Bürger dieser Stadt eventuell für gedankenlos und einsichtsunfähig? Wer zieht Vorteile aus der Parole „Im Kleinen anfangen“ ist notwendig, aber die „große Politik“ geht uns nichts an?

Menschenwürde letztinstanzlich ungeklärt?

Das Brucker Tagblatt vom 6.11.19 berichtete: Zu Beginn eines jeden Kreistages können Bürger Fragen stellen. Hans Sautmann vom Asylhelferkreis Eichenau beklagte die Lebensumstände in Unterkünften. „Polizei und Hausverwalter würden Wohnungen mitten in der Nacht durchsuchen, Verwandte auf Besuch dürften nicht bei der Familie übernachten Gravierende Mängel in den Unterkünften würden erst spät behoben … Es gebe auch immer wieder Situationen die gegen das Grundgesetz (Artikel 13, Unverletzlichkeit der Wohnung) oder auch gegen die Menschenrechte verstießen … Landrat Thomas Karmasin (CSU) blockte die Vorwürfe des Asylhelfers aber relativ schnell ab … dass das Zusammenleben in den dezentralen Unterkünften im Landkreis größtenteils funktioniere … Ob Unterkünfte im eigentlichen Sinne Wohnraum seien, sei letztinstanzlich nicht geklärt …“

Über den Frust der Landwirte und ihrer Kundschaft

Dem Bericht der Brucker SZ vom 5.11.19 ist zu entnehmen: Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“, die erneute Verschärfung der Düngeverordnung, das Mercosur-Abkommen der Europäischen Union mit Südamerika, die fallenden Preise beim Getreide – Kreisobmann Georg Huber sieht den Bauernstand weiter in Bedrängnis … immer höre er, dass man die bäuerliche Landwirtschaft erhalten müsse. „Seither hat die Hälfte der Betriebe aufgegeben. Das ist doch gar nicht, was die Gesellschaft will.“ … Leopold Herz, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler aus dem Allgäu … gab … zu, die Politik habe es „verpasst nicht zuzulassen, dass vier Lebensmittelkonzerne den Markt beherrschen“. Dieses Oligopol werde man aber auch nicht zurückdrehen können … Bei den Verbrauchern brauche es ein „gewaltiges Umdenken“, diese sollten nicht „das Billigste aus aller Herren Länder“ kaufen …
Dem Bericht im Brucker Tagblatt am 6.11.19 war zu entnehmen, dass BBV-Bauernkreis-Obmann Georg Huber aus Puchheim über das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ äußerte: „Ich bin sehr verärgert, weil es eine echte Hetze gegen die Bauern war …“ … Auch die Verbraucher kritisierte er, weil die es nicht interessiere, wo ihre Produkte herkommen. „Hauptsache es ist billig.“ So sei es dazu gekommen, dass der Weizenpreis trotz zweier schlechter Erntejahre zuletzt sogar gesunken sei. „Weil einfach billiger Weizen aus dem Ausland importiert wird“ …
Kommentar: In vielem haben die Bauernkritiker recht, denn die Politik verhindert das „Bauernlegen“ nicht, das in der heutigen Zeit eine Folge der globalen Konzernpolitik ist. In manchem aber fragt man sich, wo der Verstand der Kritiker bleibt. So geht bspw. die Kritik am „Verbraucher“ an der Realität vorbei, was der nachfolgende Satz im Pressebericht beweist, in dem Huber die sinkenden Weizenpreise verantwortlich macht. Was hindert ihn daran zu erkennen, dass kein Verbraucher in der Lage ist, die Preise zu machen. Es ist kein Geheimnis, dass sie im Endeffekt von den Konzernen gemacht werden. Was hindert ihn daran zu wissen, dass es betuchte, weniger betuchte und sogar arme Menschen im Land gibt. Gerade letztere sind auf billige Lebensmittel und Sonderangebote angewiesen, um über den Monat zu kommen. Viele müssen die „Tafeln“ in Anspruch nehmen, um kostenlos versorgt zu werden. Bauern geht es schlecht, wissen aber nichts darüber, wie es ihren Kunden geht, die ebenso von den Konzernen über den Tisch gezogen werden? Einander die Schuld zuschieben hilft denen, ihr Machtsüppchen zu beider Schaden weiter ausüben zu können. Da hilft nur, gemeinsam gegen die wahren Schuldigen vorzugehen. Will das der BBV? Mit Forderungen wie „eine Leinenpflicht für Hunde in der Zeit, in der Hasen und bodenbrütende Vögel ihre Jungen bekommen“ und dem Warten auf Signale aus der Politik ist es leider nicht getan. Auch bei den Bauern braucht es ein „gewaltiges Umdenken“. Eine solche Alternative bietet sich derzeit an: Die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten!“, die am 25. November auf www.savebeesandfarmers.eu mit der Unterschriftensammlung beginnt. Alle Infos auf https://beesfarmers.armada.digital/de. Hierbei kann der BBV beweisen, ob er es ernst meint mit seiner Kritik.
Der BUND veröffentlichte einen offenen Brief an den Präsidenten Heigl des Bayer. Bauernverbandes und den Bezirkspräsidenten: „Pressefreiheit schützen statt kritische JournalistInnen verunglimpfen – Bienen und Bauern durch bessere Agrarpolitik retten, statt gegen Naturschutz und Verbraucherschaft zu polemisieren“.

„Wir reichen Verfassungbeschwerde ein!“

Am 8.11.19 haben Caro und Franzi ihre Klageschrift in Karlsruhe beim Verfassungsgericht eingereicht.
Bericht im Brucker Tagblatt vom gleichen Tag.

Neue Nachricht von den Olchinger Lebensmittelretterinnen Caro & Franzi: „Nach reichlichen Überlegungen haben wir uns dazu entschieden, gemeinsam mit unseren Anwält*innen und der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) eine Verfassungsklage einzureichen, denn trotz unserer Verurteilung bleibt weiterhin die Absurdität bestehen, dass in Zeiten der Klimakrise der Schutz unserer Lebensgrundlagen hintangestellt wird. Am Freitag, den 8. November um 12 Uhr werden wir gemeinsam die Verfassungsklage in Karlsruhe persönlich einwerfen. Zu diesem Anlass wird eine Kundgebung ab 11 Uhr vor Ort am Schlosspark (gegenüber dem Bundesverfassungsgericht) stattfinden, in der in Form eines Redebeitrags unser Anliegen an die Öffentlichkeit tragen werden. Wir laden euch herzlich dazu ein, an diesem Tag dabei zu sein – als Teilnehmer*innen oder Mitorganisator*innen. Solidarische Grüße, Caro & Franzi“

Brucks langer Weg zur Sonnenenergie

Die Brucker SZ berichtete am 29.10.19: »Einer Stadtwerkeexpertise zufolge werfen Fotovoltaikanlagen auf lange Sicht fast immer Gewinn ab. In jedem Fall sparen sie Emissionen. Nun sollen möglichst viele städtische Gebäude schrittweise nachgerüstet werden … Die Stadtwerke wollen gerade das Feld der Photovoltaik (PV) viel stärker beackern – in Form des Neubaus von Anlagen auf Freiflächen …, aber auch mit Programmen wie „FFB Stromdach“, die sich an private Immobilienbesitzer richten … Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft), die regelmäßig die Installation von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden fordert und vor zwei Jahren beantragt hatte, dies nach Prüfung „grundsätzlich“ zu tun … regte … an, flüssige Mittel der Stadt, die in absehbarer Zeit nicht für andere Investitionen abfließen, in solche auch finanziell lukrative Anlagen zu stecken. Andreas Lohde (CSU) plädierte dafür, auch im Industriegebiet bei Unternehmern für die Installation von PV-Anlagen zu werben. „Eine gute Sache“ sei das, lobte Planungsreferent Christian Stangl (Grüne). Im Sinne der Energiewende solle man das nun schnell anpacken. Aufs Tempo drücken will auch Philipp Heimerl (SPD) … Wegweisend ist der Beschluss, „bei Neubau und Sanierung städtischer Gebäude grundsätzlich“ PV-Anlagen zu installieren und solarthermische Anlagen zu prüfen.«

Mephisto lebt

Im LIFEstudioFFB läuft am Freitag, 1.11., 19 Uhr, im Livestream „Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“ – Der Link zum Livestream auf YouTube: www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio.
Der Finanzökonom Prof. Christian Kreiß, stellt sein neues Buch vor. In ihm geht es um die Fragestellung eines Advocatus Diaboli: Wenn Mephisto, die bekannte Figur aus Goethes „Faust“, unsere Wirtschaftsgesetze machen könnte, was würde er dann tun? Er will das Menschengeschlecht so stark wie möglich schädigen. Wie kann man das am besten tun? Wie kann man die Regeln, die Gesetze, die Wirtschaftsordnung, so gestalten, dass die Menschen geschädigt werden? – Christian Kreiß, geb. 1962, Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte, arbeitete neun Jahre als Bankier, davon sieben Jahre als Investmentbanker. Seit 2002 unterrichtet er als Professor an der Hochschule Aalen Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Christian Kreiß veröffentlichte bisher vier Bücher und zahlreiche Artikel, u.a. im Spiegel, in der Süddeutschen Zeitung, der FAZ und der Welt. Er hält Vorträge und tritt auch im Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte auf. Seine Webseite gibt die Möglichkeit, dieses Buch kostenfrei als PDF herunterzuladen: www.menschengerechtewirtschaft.de

Was steht für sinnvollen Sport?

Im LIFEstudioFFB am Freitag, 25.10., 18.30 Uhr läuft der Livestream „Es lebe der Sport – bloß welcher?“ – Der Link zum Livestream auf YouTube: www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio.
Der Brucker Zeitzeuge Klaus Zieglmeier lädt ein zum Gespräch auf Augenhöhe. Seine Gäste sind sechs aktive Brucker Sportler und teilweise Funktionäre ihrer Vereine: Sportbeirat Nikolaus Gnam vom TC FFB; Gitti Hinz von den Wasserratten; Iwan Severinac vom TSV West; Alfred Thurner vom SCF; Manuel Vilgertshofer vom EVF und Matthias Clementi vom TuS.
Richtig betriebener Sport ist Füllhorn positiver Effekte für den Einzelnen und die ganze Gesellschaft. Seine nützlichen Folgen sind zahlreich und zum Teil wissenschaftlich nachgewiesen. Dazu gehören positives Selbstwertgefühl, Kommunikationsfähigkeit und -möglichkeit, Erwerb von Strategien für positives Sozialverhalten, wesentlicher Kitt in der heutigen Gesellschaft, eines der besten Felder für gelebte Integration, sinnvolle Umorientierung der innerartlichen Aggression, bewährtes Gegengewicht zur virtuellen Welt, Selbstbestimmung, Leistungsmotivation und Stressstabilität und nicht zuletzt Spaß und Freude an der Bewegung. Die Reihe der belastungsreduzierenden und ressourcenstärkenden Wirkungen lässt sich beinah beliebig fortsetzen. Für derart sinnvollen Sport ist die Unterstützung des Staates Gebot (u. a. Art. 57 Gemeindeordnung in Bayern). Diese Debatte soll der Hinwendung zum sinnvollen Sporttreiben dienen. Der heutige „Zirkus- und Kommerzsport, die Geldmeisterschaften“ sind äußerst kritisch zu hinterfragen. Sinnvolles Leistungsstreben mit eigener Nachwuchsarbeit und breitensportliche Entwicklung dagegen sind herauszustellen mit dem Ziel: Motivation zum lebenslangen Sporttreiben. Der Brucker SC-Präsident Lutzeier: „Das Geld hat den Fußball in den Amateurklassen kaputt gemacht!“
Klaus Zieglmeier ist Sportwissenschaftler, Autor zahlreicher Bücher, deren Grundlage die freiheitlich demokratische Grundordnung ist. Die Themen sind breit gefächert: Von Satire zu jeweils aktuellen städtischen Themen, über Kybernetik als Gesellschaftswissenschaft und vor allem über sinnvollen, lebenslangen Sport als Gegenpol zu Zirkus-, Kommerzsport und „Geldmeisterschaften“. Er war 16 Jahre im Vorstand des Brucker EVF und 16 Jahre Stadtrat.

Vorbildlich und fordernd

Sozialinitiative „Brucker Brücke“. Live-Debatte über Gedenk-Kultur: Wie soll Gedenk-Kultur in Fürstenfeldbruck aussehen? Mit dieser Frage hat sich die Sozialinitiative „Brucker Brücke“ beschäftigt. Die Debatte, an der auch Vertreter der Stadt teilnahmen, wurde live im Internet gezeigt. – Bericht im Brucker Tagblatt vom 18.10.19.
Forderungskatalog an OB übergeben. Klimaschutz fängt vor Ort an: Rund vier Wochen nach der großen Klimaschutz-Kundgebung vor der Stadthalle haben die Organisatoren von Germering for future einen Forderungskatalog an OB Andreas Haas übergeben. Der Rathauschef versprach eine sorgfältige Prüfung: „Wir nehmen das ernst.“ – Bericht im Brucker Tagblatt vom 18.10.19.
Vorbilder vor Ort: „Wie können wir so leben, dass wir auch in den kommenden Jahren noch die wunderschöne Natur in und um Grafrath genießen können? Wie können wir unseren Kindern eine Welt übergeben, in der es klares Trinkwasser und saubere Luft gibt? Was kann jeder Einzelne tun, um mit dem Klimawandel umzugehen?“ Diese Fragen und viele andere zum Erhalt der Lebensgrundlagen für die Menschheit stellt die in Grafrath im vergangenen Jahr gegründete Gruppe „Klimaaktiv vor Ort“ grundsätzlich und ganz besonders in der Foto-Ausstellung „Nach uns die Zukunft – Nachhaltiges Leben bei uns dahoam“. Alice Vogel und Claudia Wolff-Lieser haben viel Zeit aufgewendet, um mit Bürgern aus Grafrath und Kottgeisering ins Gespräch gekommen und die Ergebnisse in kleine Dokumente zu fassen, die zeigen, dass viele Menschen quasi intuitiv bereits umwelt- und klimabewusst handeln, ohne groß darüber zu reden oder es an die große Glocke zu hängen. So sind mehr als ein Dutzend Lebensbilder entstanden, die sich bestimmten Themen zuordnen lassen. Die Ausstellung im Kulturraum in der Brucker Straße 3 in Grafrath ist an den Samstagen, 19./26., und an den Sonntagen, 20./27. Oktober, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. – Bericht in der Brucker SZ vom 17.10.19.

Notstand im Kreistag und auf der Straße

Die Brucker SZ berichtete am 18.10.19 über die kontroverse Behandlung des Klimawandels. Im Kreistag: »Der SPD-Antrag auf Ausrufung des Klimanotstands wird nach kontroverser Debatte abgelehnt … die CSU schaltete in einen Angriffsmodus, der an die Debatten der Siebziger- und Achtzigerjahre erinnerte. Namentlich CSU-Kreisrat Hubert Ficker echauffierte sich und sprach von einem „schrillen Begriff“, der dazu angetan sei, den Ruf nach diktatorischen Maßnahmen zu befördern. Auch Landrat Thomas Karmasin kritisierte die Antragsteller. Der Begriff bedeute verwaltungstechnisch gar nichts, sagte er. Überdies sei er kontraproduktiv, denn die Bevölkerung denke beim Wort Notstand an eine Situation, die von den Behörden bewältigt werden müsse … Antragsteller Peter Falk (SPD) hielt den Kritikern entgegen, dass der Landkreis die für 2030 selbst gesetzten Klimaziele „krass verfehlen“ werde. Mit dem Begriff des Notstands solle darauf hingewiesen werden, dass die Kreispolitik mehr Einsatz dabei zeigen müsse, den Ausstoß von Klimagasen zu senken … der Landkreis strebt die Gründung einer Energieagentur an. Eine solche Agentur soll vor allem Beratungen durch festangestellte Fachleute anbieten …«
Auf der Straße: »Ethikschüler machen die Folgen der Erderwärmung deutlich … Sie wollten über den Klimawandel reden, sagen die Grundschüler zu den Passanten. Der Meeresspiegel steigt, das Grundwasser versalzt und viele Inseln gehen unter – geradeheraus und präzise erklären sie den Passanten das Problem. Und geben auf ihren Flyern Lösungsansätze: weniger Autofahrten, Plastik vermeiden und Energie sparen … Schulleiterin Ilona Seyfried lobt das Engagement von Lehrern und Kindern. Dadurch werden auch die Eltern beeinflusst, ihr Verhalten zu ändern, sagt sie. „Auch wenn wir hier in Fürstenfeldbruck nicht direkt betroffen sind, weil wir keine Insel haben, ist es wichtig etwas zu unternehmen.“ …«
Anstelle eines Kommentars: Der Publizist Dirk C. Fleck über „Die rücksichtslose Ausbeutung der Erde – bis zum bitteren Ende“. Auszüge aus einem Artikel in DIE WOCHE vom 24. Februar 1994: „Jeden Tag verschwinden 140 Tier- und Pflanzenarten von der Erde, stündlich werden 685 Hektar Böden versiegelt. Im gleichen Zeitraum krepieren 1.800 Kinder an Unterernährung, während alle sechzig Minuten 120 Millionen Dollar für militärische Zwecke verschleudert werden. Jeden Tag sterben 25.000 Menschen an Wasserknappheit, produzieren wir zehn Tonnen Atommüll, fallen 250.000 Tonnen Schwefelsäure als saurer Regen herab. Eine ungeheure Vernichtungsarbeit. Sie wird nicht kleiner, wenn man bedenkt, dass die Erdbevölkerung pro Woche um zwei Millionen Menschen wächst. Netto, also Geburten minus Sterbefälle. Demnächst haben wir ein weltumspannendes Elend von unvorstellbaren Ausmaßen zu konfrontieren. In fünfzig Jahren wird die ultraviolette Strahlung derart intensiv sein, dass kaum noch Pflanzen wachsen. Das betrifft auch die Grundnahrungsmittel wie Gerste und Reis. Biologisch gesprochen sind wir dabei, aus der Zeit der Bäume in die Zeit des Gestrüpps zu wechseln.“
Der Schweizer Historiker Carl J. Burckhard (1891 bis 1974) brachte es auf den Punkt, als er schrieb: „Es gehört zum Schwierigsten, was einem denkenden Menschen auferlegt werden kann: wissend unter Unwissenden den Ablauf eines historischen Prozesses miterleben zu müssen, dessen unausweichlichen Ausgang er längst mit Deutlichkeit kennt. Die Zeit des Irrtums der anderen, der falschen Hoffnungen, der blind begangenen Fehler wird dann sehr lang.“

Livesendungen im LIFEstudioFFB

Freitag, 18.10., 18.30 Uhr: Wie geht es den Geflüchteten im Brucker Ankerzentrum und danach?
Der Brucker Zeitzeuge Klaus Zieglmeier lädt ein zum Gespräch auf Augenhöhe. Seine Gäste sind Hans Sautmann vom Asylkreis Eichenau und Willi Dräxler als Migrationsreferent der Stadt. Im August war im Bayernteil des „Merkur“ zu lesen: „Seit einem Jahr gibt es in Bayern Ankerzentren – die Kritik von Ehrenamtlichen und Flüchtlingsorganisationen ist nach wie vor groß. Die Unterbringung dort sei menschenunwürdig, betonen sie – und fordern die Abschaffung der Massenunterkünfte.“ Auch das Brucker Zentrum bietet Anlass zur Kritik. – Klaus Zieglmeier ist Sportwissenschaftler, Autor zahlreicher Bücher, deren Grundlage die freiheitlich demokratische Grundordnung ist. Die Themen sind breit gefächert. Von Satire zu jeweils aktuellen städtischen Themen, über Kybernetik als Gesellschaftswissenschaft und vor allem über sinnvollen, lebenslangen Sport. Dies als Gegenpol zu Zirkus- und Kommerzsport und aktuell gegen „Geldmeisterschaft“. Er war 16 Jahre im Vorstand des EVF und 16 Jahre Stadtrat.
Vorankündigungen:
Freitag 1.11., 19 Uhr: „Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“. Dr. Christian Kreiß, Finanzökonom, stellt sein neues Buch vor.
Freitag, 8.11., 19 Uhr: Hartz IV als Armutsfalle? Bettina Kenter, Autorin des Buchs „Hearts fear“, im Gespräch mit Kennern der Probleme.
Livesendungen auf www.lifestudio.ffbaktiv.de, danach im Archiv auf www.youtube.com/ffbaktivstudio

Bericht vom Gastspiel „Die Weißen kommen“

Regel Nummer eins: Kein Mitleid! Denn wer die Regel bricht, wird zum Afrikaner. So gibt es der Master of the Universe, der Gamemaster, vor, von einer dunklen Stimme aus dem Off gesprochen. Nur wer sich an die Regel hält, kommt weiter, von einem Level zum nächsten. Über 100 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten gebannt dieses beinahe makabre Spiel, als die Berliner Compagnie am vergangenen Freitag in der Aula der Mittelschule West in Fürstenfeldbruck ihr bitter ernstes Stück von Helma Fries und Elke Schuster auf die Bühne brachte. Natascha Menzel, Jean-Theo Jost, Dimo Wendt und H.G. Fries schlüpften dabei 90 Minuten lang höchst professionell, rasant choreografiert und mit Gesangseinlagen („Heia – heia Safari!“) in wechselnde Rollen. Das Spiel startet in der Jetztzeit, Aktienhändler wollen das Publikum eindringlich überzeugen, in Afrika zu investieren: „Lassen Sie ihr Geld arbeiten! Sie haben es verdient.“ Rohstoffe, Diamanten, Agrarprodukte, alles im Angebot! Wozu Bedenken? Auch wenn das Publikum in Fürstenfeldbruck auf die verlockenden Angebote nicht anspricht, dürfen die 4 Spieler auf der Bühne in die nächsten Level. Jetzt werden den Gästen knallharte Zahlen, Fakten und Analysen von der Kolonialisierung vor über 300 Jahren, über die Sklaverei bis zum heutigen Neokolonialismus um die Ohren gehauen, dass man kaum zum Durchatmen kommt. Purer Rassismus und unvorstellbare Gräueltaten, verantwortet von Deutschland, Belgien, England und Frankreich, grandios verpackt in abwechslungsreiche Szenen, rütteln auf. Es ist fast nicht auszuhalten, wenn z.B. die Sklavenhändler sich, zu feierlicher Barockmusik tanzend, darüber austauschten, wie sie ihre Verluste „durch verdorbene Ware“ über die Versicherung wieder ausgleichen können. Zum Himmel schreiende Menschenverachtung wird hier brillant auf den Punkt gebracht. Und die Spieler? Sie zeigen doch das eine oder andere Mitleid, werden skeptisch, fliegen raus und müssen nach und nach in die Rolle der Afrikaner schlüpfen. Später landen sie z. B. als Sklaven auf einem Sklavenschiff, oder beteiligen sich an der Revolution in Haiti, die damals nur scheinbare Unabhängigkeit brachte. Am Schluss der Vorstellung brachte das Lob für die vielen kleinen und größeren Initiativen, die sich für Menschenrechte und fairen Handel mit Afrika einsetzen, doch noch einen ermutigenden Ansatz zur Sprache, und das vom Ensemble angestimmte Lied Siyahamba tat nach all den ernüchternden Fakten einfach gut. Beim anschließenden Publikumsgespräch bezogen sich die meisten Fragen auf die deutsche Verantwortung, damals wie heute. Klar ist: Bis heute fehlt eine echte Aufarbeitung der Kolonialisierungsgeschichte, bis heute ist die tatsächliche Zahl der afrikanischen Todesopfer – es sind Millionen – nicht offiziell bekannt. – MS

Neues von den Lebensmittelretterinnen Franzi und Caro

Liebe Menschen, wieder einmal ist es lange her, dass wir unsere Neuigkeiten mit euch teilen konnten. Nun haben wir eine negative Antwort auf unsere Revision vom Bayrischen Obersten Landesgericht erhalten. Für uns bleibt weiterhin die Absurdität bestehen, dass in Zeiten der Klimakrise der Schutz unserer Lebensgrundlage hinten angestellt wird. Neue Fragen fordern andere Antworten. Der Weg vor das Verfassungsgericht steht uns offen. Nach dem Amtsgerichtsurteil vom 30. Januar 2019 sind wir in Revision gegangen. Wir wollten das Bayrische Oberste Landesgericht von unserer Auffassung überzeugen, dass mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln in die Mülltonne das Eigentum an ihnen aufgegeben wird. Mit der Revision haben wir uns den Freispruch erhofft. Doch auch das Revisionsgericht sah von einer Eigentumsaufgabe ab. Auf dem Papier sind wir nun Straftäterinnen – genauer gesprochen Diebinnen gem. § 242 StGB. Mit dem Beschluss des Bayrischen Obersten Landgerichtes wird das bestehende Urteil des Amtsgerichtes nun rechtskräftig. Mit einem Strafmaß von 15 Tagessätzen zu je 15 € auf Bewährung wurde eine Verwarnung ausgesprochen. Darüber hinaus sind 8 Sozialstunden bei der Tafel zu leisten. Die Richter*innen haben ein halbes Jahr zur Urteilsfindung beraten. So möchten wir nicht anzweifeln, dass das Gericht wohl überlegt sein Urteil gesprochen hat. Doch fragen wir uns, nach welchem Gewissen und im Sinne welcher Grundannahmen diese Entscheidung gefallen ist. Der Schutz von Eigentum ist in einigen Fällen als sehr sinnvoll zu betrachten. Jedoch sehen wir weiterhin die Absurdität darin, dass es sich bei dem Diebesgut für den Supermarkt um wertlosen, zu entsorgenden Müll handelt. Zudem verbirgt sich hinter dieser Tatsache ein trauriges Bild: die sinnlose Vernichtung von Nahrungsmitteln. Wir hatten gehofft, dass die Revision ihren Beitrag leisten kann, dass eine Entkriminalisierung unseres Falles Teil einer moralischen Positionierung sein kann. Doch der Schutz unserer Lebensgrundlagen wird weiterhin als zweitrangig betrachtet. Können wir uns eine solche Haltung wirklich noch leisten? Nein, dies ist definitiv nicht mehr vertretbar. Der Beschluss ist eine große Ernüchterung für uns. Im Rahmen der großen Klimademo vor drei Wochen standen wir gemeinsam auf der Straße und haben in ganz Deutschland „Klimagerechtigkeit – jetzt“ gefordert. Kann dieses Urteil eine adäquate Antwort darauf sein? Es ist nicht nur, dass wir es persönlich schade finden, wenn wir eine Banane unangetastet im Müll sehen, sondern wir können nicht hinnehmen, dass tausende dieser Bananen täglich vernichtet werden. Denn sie verweisen auf eine enorme Ressourcenverschwendung, hier vor unseren Augen. Wenn wir in den aktuellen Klimadebatten über CO²-Einsparungen diskutieren, so müssen wir beachten, dass die Herstellung und der Transport von Lebensmitteln für einen beachtlichen Anteil an den ausgestoßenen Treibhausgasen verantwortlich sind. Hiervon soll ein Drittel alleine für den Müll sein? So sehen wir, dass die Straftat, die wir begangen haben, auf ein Verbrechen aufmerksam macht – ein Verbrechen an der Menschheit – nichts Geringeres als der Diebstahl der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen wird gerade begangen.
Wir möchten sehen, dass Worten Taten folgen. Noch im Juni haben sich die Justizminister*innen der Länder gegen eine gesetzliche Entkriminalisierung des Containerns ausgesprochen. Damit wurden 130.000 Unterschriften unserer Petition unbeachtet gelassen, mit der Begründung: Containern wäre nicht Lösung des Problems der Lebensmittelverschwendung und andere Wege müssten gefunden werden. Geschehen ist seitdem allerdings rein gar nichts, ganz im Gegenteil: letzten Freitag den 11. Oktober wurde eine weitere Chance vertan, sich dem Problem der Lebensmittelverschwendung mit konkreten politischen Entscheidungen zu stellen. Supermärkte sollen auch weiterhin nicht dazu verpflichtet werden, noch genießbare Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Bei der Bundesratssitzung am vergangenen Freitag wurde die Initiative eines Wegwerfstopps von Lebensmittel für Supermärkte erneut verworfen. So dürfen wir gespannt sein welche Wege beschritten werden um das Ziel – die Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu erreichen. Gute Worte sind noch keine guten Taten. Am Ende des Weges steht nun zunächst ein juristischer Schuldspruch in der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Wie geht es nun weiter? Die Entscheidung der letzten Instanz wiegt schwer. Trotzdem möchten wir uns mit dieser endgültigen Antwort nicht zufriedengeben, denn wir sind weiterhin der Meinung, dass wir niemandem geschadet haben. So möchten wir uns auch in Zukunft mit den Lebensmittelretter*innen solidarisieren. Zusammen mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und unseren Rechtsanwält*innen … prüfen wir nun verfassungsrechtliche Argumente für eine Verfassungsklage. Der Weg bis zum Bundesverfassungsgericht ist jetzt die letzte Möglichkeit, durch die Gerichte eine Entscheidung herbeizuführen. Wir möchten euch danken, dass ihr uns bis jetzt begleitet habt. Die aktuellen Ereignisse regen zu Diskussionen an und fordern neue Initiativen. In diesem Sinne möchten wir euch ganz herzlich im Namen des Container-Bündnisses ins Eine-Welt-Haus München einladen. Dort sollen am Mittwoch, den 16. Oktober, um 19 Uhr, Aktionen zum Thema Lebensmittelverschwendung geplant werden.
Solidarische Grüße, Caro & Franzi, mail: olchis-containern_1@riseup.net, blog: http://olchiscontainern1.blogsport.de. – Gesellschaft für Freiheitsrecht (GFF): www.freiheitsrechte.org.

News aus FFB

Helmut Zierer – Ein Nachruf im Brucker Tagblatt: „Für seine Ideale und politische Überzeugung brachte er Opfer.“https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/fuer-seine-ideale-und-politische-ueberzeugung-brachte-er-opfer-13104717.html
Keine Unterstützung für die Seebrücke. Fürstenfeldbruck wird nicht zum „sicheren Hafen“ … Der Landrat sieht die Seenotrettung generell kritisch. Sie lade geradezu dazu ein, den Weg nach Europa zu beschreiten. Flüchtlinge hätten ihm erzählt, nicht so naiv gewesen zu sein, zu glauben, mit dem Schlauchboot Lampedusa zu erreichen. Vielmehr hätten sie gehofft, auf dem Meer auf ein Schiff der Seenotretter zu stoßen. Über den Antrag wurde dann in Einzelaspekten abgestimmt. Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, sich solidarisch mit Geflüchteten zu erklären. Mit 6:9 Stimmen abgelehnt wurde indes die beantragte aktive Unterstützung der Seenotrettung. Mit 11:4 Stimmen wurde eine über die Quote hinaus gehende Aufnahme von Flüchtlingen abgelehnt. Diese Beschlüsse sind Empfehlungen an den Kreistag, der das letzte Wort hat. – https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/fuerstenfeldbruck-wird-nicht-zum-sicheren-hafen-13105020.html
Geifernder Klimaleugner will Landrat werden. Schon oft outete sich Herwig Bahner (FDP-Kandidat für die Landratswahlen – vor zwei Jahren von der CSU zur FDP gewechselt, Jurist und Volkswirt, der das Dienstleistungszentrum der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst leitet) als im Geist der AfD verwandt. Die SZ berichtet über »… seine Bewerbungsrede. Die Anwesenden sehen sich konfrontiert mit einem Trommelfeuer politischer Thesen, die nur zum Teil den Landkreis tangieren. So ziemlich die erste Zielscheibe des Kandidaten ist die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. „Eine 16-jährige autistische Schwedin tickt aus und schädigt die Wirtschaft.“ So sieht das Herwig Bahner, der immer wieder von Fakten spricht, aber vorrangig seine Meinung vorträgt. Er bezweifelt die Untersuchungsergebnisse des Weltklimarates, den er als „gottgleich“ verhöhnt, und spricht von der „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ und von „Denkverboten“. Auch die Schüler-Demos „Fridays for Future“ kommen bei ihm schlecht weg. „Demnächst gibt es eine Schüler-Demo für freies Kokain“, höhnt Bahner. Das ist einem FDP-Mitglied dann doch zu viel. „Was haben Sie gegen Greta, das ist ein kleines Mädchen?“, fragt der Mann. „Das Jugendamt in Stockholm hätte verhindern müssen, dass es missbraucht wird“, antwortet Bahner …« – https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/emmering-bode-ist-fdp-landratskandidat-1.4634107
Das „LIFEstudioFFB“ der Sozialinitiative „Brucker Brücke“ ließ am 10.10. den Brucker Oberbürgermeister Erich Raff sowie Historiker und Zeitzeugen zu Wort kommen. Das Thema lautete „Fürstenfeldbruck: Von der Militärstadt zur Friedensstadt? Demokratische Gedenkkultur aktiv untermauern!“. Videoaufzeichnungen sind in zwei Versionen anzuschauen. Die über einstündige Aufzeichnung: https://youtu.be/sSzZF39VdmA. Die 32-minütige Zusammenfassung:https://youtu.be/BLJT1ruFoAM. Sie zeigt am Schluss die 3-Min.-Einblendung des beispielhaften Projekts „Bäume/Straße der Menschenrechte“.

Theaterereignis: „Die Weißen kommen!“

Gastspiel der BERLINER COMPAGNIE: „Die Weißen kommen“. Ein Theaterstück über Afrika. Über uns. Vorstellung mit anschließendem Publikumsgespräch. Nach 300 Jahren Sklavenhandel, 100 Jahren Kolonialherrschaft und 70 Jahren Neokolonialismus ist Afrika ein tief verwundeter Kontinent. Als Computerspiel gestaltet, werden die gegenwärtigen Auswirkungen der afrikanisch-europäischen Beziehungen dargestellt. Aber auch das widerständige Afrika in Vergangenheit und Gegenwart, die lange Geschichte des zivilen Widerstandes wird aufgezeigt. Werfen Sie einen neuen Blick auf den Kontinent!
Freitag, 11.10., 19 Uhr / Einlass ab 18 Uhr, in der Aula der Mittelschule West am Asambogen, Abt-Anselm-Str.12 – Eingänge: Asambogen und Abt-Anselm-Straße. Eintritt: 16 €, Schüler/ermäßigt 10 €. Kartenreservierung: 0176-55440938, ffbbunt@gmx.de, sozialforumamper@gmx.de. Vorverkauf: im Büro des Brucker Forums, St.-Bernhard-Str. 2 (Mo-Fr 8 – 12:30 Uhr). Veranstalter: GEW Kreisverband FFB (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und Sozialforum Amper. Eine Kooperationveranstaltung mit Brucker Forum, Bündnis Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun, Eine-Welt-Zentrum FFB e.V., Help Liberia und Nord-Süd-Forum. Gefördert u.a. von der Stadt Fürstenfeldbruck und dem Agenda21-Büro des Landkreises.
Da die Anzahl der Parkplätze an der Schule West begrenzt ist, bitten die Veranstalter zur Anfahrt Fahrgemeinschaften zu bilden oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Die Buslinie 840 fährt von den beiden S-Bahn-Stationen Fürstenfeldbruck und Buchenau bis zur Haltestelle Schule West.

OB Erich Raff, Historiker und Zeitzeugen im LIFEstudioFFB

Das „LIFEstudioFFB“ der Sozialinitiative „Brucker Brücke“ lässt am Donnerstag, den 10.10., um 19 Uhr, den Brucker OB Erich Raff, Historiker und Zeitzeugen zu Wort kommen. Das Thema lautet „Fürstenfeldbruck: Von der Militärstadt zur Friedensstadt? Demokratische Gedenkkultur aktiv untermauern!“ Im Livestream zu sehen auf www.lifestudio.ffbaktiv.de, danach im Videoarchiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio.
Es soll den Fragen nachgegangen werden: Wann ist Erinnerungskultur mehr als Symbolpolitik? Mit welchen positiven Signalen und Initiativen kann die in beide Weltkriege verstrickte Stadt mit der Hinterlassenschaften des Fliegerhorstes, der Polizeischule und der Nazistraßennamen seine militaristischen Traditionen überwinden? Wie und womit können wir Menschen in Bruck selbst aktiv werden und eine demokratische und friedensorientierte Stadtpolitik unterstützen?
Als Diskussionsteilnehmer haben zugesagt: Oberbürgermeister Erich Raff, Rolf Bader (Landsberger Regionalgruppe „Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung/IPPNW“), Dr. Sven Deppisch (Historiker), Klaus Zieglmeier (Zeitzeuge der Nachkriegszeit), Christine Dietzinger (Erzieherin bei der Caritas in FFB, Lese- und Literaturpädagogin), Mirko Pötzsch (Stadtrat SPD).

Eichenauer Gemeinderat stimmt gegen Bürgerbeteiligungsprojekt

SZ-Bericht am 3.10.19: „Gemeinderat stimmt mit knapper Mehrheit gegen Mitbestimmungsprojekt … 2016 haben knapp 100 Kommunen in Deutschland ihn genutzt … Mit einer hauchdünnen Mehrheit von sieben gegen acht Stimmen hat der Gemeinderat in Eichenau die Einführung eines Bürgerhaushalts in Höhe von 25.000 Euro abgelehnt. Die Kritiker schreckte vor allem die Sorge vor einer deutlichen Mehrbelastung der Rathausmitarbeiter … Der SPD-Gemeinderat Andreas Zerbes hat den Antrag im Namen seiner Fraktion gestellt … Wie Zerbes dem Gremium darlegt, soll das Budget dazu dienen, Anregungen wie Bänke oder eine öffentliche Fahrradpumpe zu realisieren …“
Bericht im Brucker Tagblatt am 7.10.19.
Kommentar: Aus Sorge vor Mehrarbeit bzw. Mehrkosten wird ein inzwischen weltweit anerkanntes und genutztes Bürgerbeteiligungsprojekt abgelehnt. Es scheint in Eichenau ein Informationsdefizit zu geben. Das „LIFEstudioFFB“ hatte am 20.9. eine Präsentation der Beteiligungssoftware CONSUL live übertragen, die auch den Bürgerhaushalt beinhaltet (https://youtu.be/c6JPuIbjqhk). Detaillierte Infos gibt die Webseite https://www.mehr-demokratie.de/themen/beteiligungs-software-consul. Das wohl zur Beschwichtigung benutzte Argument, das Budget solle nur für Bänke und Fahrradpumpen dienen, ist schlicht lächerlich. Man studiere einmal die Ergebnisse der Bürgerhaushalte, allen voran in Porto Alegre, Brasilien. Im Video „Demokratie – aber wie?“ werden am Ende Info-Folien über das Bürgerhaushaltsverfahren in Porto Alegre vorgestellt: https://youtu.be/TdZTKAvp7-U. Darüber wurden wichtige soziale und ökologische Maßnahmen realisiert. Wir empfehlen außerdem zwei Erläuterungs-Videos über Erfahrungen mit kommunalern Bürgerhaushalten: www.buergerhaushalt.org/de und https://zkm.de/de).

Unter Psychotrauma leiden viele …

… darunter besonders viele Geflüchtete. Was versteht man unter PTBS, wie geht es diesen Menschen, wie kann ihnen geholfen werden? Das „LIFEstudioFFB“ der Sozialinitiative „Brucker Brücke“ lässt dazu einen Fachmann zu Wort kommen. Am Freitag, 4.10., 19 Uhr, im Livestream auf www.lifestudio.ffbaktiv.de, danach im Videoarchiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio. Titel der Sendung: „Psychotrauma – Auslöser und Folgen. Hilfe für traumatisierte Menschen„. Der Brucker Psychotraumatherapeut Bernd Willkomm berichtet über die Ursachen und Folgen von Traumatisierungen und den Möglichkeiten moderner Traumatherapien. Bernd Willkomm, Psychologischer Psychotherapeut, Psychotraumatherapeut, Notfallpsychologe, ist Mitglied im Behindertenbeirat der Stadt und in der Flüchtlingsbetreuung tätig. Er arbeitete im Jahr des Olympia-Attentats 1972 als Student im Pressekorps der Olympiade mit. Der Diplompsychologe leitete am Flugmedizinischen Institut der Bundesluftwaffe unter anderem die Krisenintervention der Bundeswehr nach dem ICE-Unglück von Eschede. Er führte ein deutsches Kriseninterventionsteam, das im September 2001 die Angehörigen deutscher Firmen in New York betreute, und begleitete die Tornado-Piloten der Bundeswehr bei ihrem ersten Kampfeinsatz über dem Kosovo. Seine Studien und seine therapeutische Praxis galten seither den traumatisierten Opfern von Kriegsfolgen und Katastrophen, bis hin zu den bei uns Zuflucht suchenden Flüchtlingen.

Trauer um Helmut Zierer

Bericht der Brucker SZ vom 24.9.19: »Helmut Zierer ist tot. Der engagierte Brucker Sozialpolitiker erlag, wie nun bekannt wurde, am Samstag mit 78 Jahren einem Krebsleiden … Er war Kreisvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt, baute dort den ambulanten sozialen Pflegedienst sowie die Hausaufgabenbetreuung auf … Auf seine Initiative geht auch die Schaffung eines Behindertenbeirats zurück. In den letzten Jahren engagierte sich Zierer vor allem im Historischen Verein und beim Arbeitskreis Mahnmal, der das Gedenken an die Opfer der KZ-Außenlager bei Landsberg und den Todesmarsch wachhält. Die Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit war ihm vor dem Hintergrund des aktuellen Erstarkens faschistischer Kräfte ein besonders wichtiges Anliegen …«.
Wir verabschieden uns in Trauer von Helmut Zierer, der am Samstag, 21.9.2019, an einem unverhofften Krebsleiden verstarb. Er war ein wichtiges Glied des humanistisch geprägten Engagements vieler Fürstenfeldbrucker für Frieden, Soziales und Demokratie. Er bleibt in unserer Erinnerung!
Wir erinnern uns: Die Sozialinitiative „Brucker Brücke – das Wir stärken“ veranstaltete am Donnerstag, 23.5.19, eine „DemokraTisch in Bruck“-Gesprächsrunde unter dem Titel „Erinnerungskultur in FFB: Was lernen wir aus den zwei Weltkriegen und der deutschen Nachkriegsgeschichte?“
Es diskutierten:
Helmut Zierer (Publikation zum 1. Weltkrieg), Sven Deppisch (Publikation zur Polizeigeschichte FFB), Klaus Zieglmeier (Publikation zur Geschichte des „Extremismus“), Jürgen Schulz (Publikation über Folgen der Judenverfolgung), Mirko Pötzsch, Stadtrat FFB, Margot Simoneit, Bündnis „FFB ist bunt – nicht braun“ und Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft.
Die Gesprächsleitung ist hier dokumentiert: https://ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/demokratisch. Der 80-Min.-Livestream der Runde ist hier zu sehen: https://youtu.be/Nih_-M-4tOY
Eine Kurzzusammenfassung – 16 Min.: https://youtu.be/NTfV3haBvFs
Im Frühjahr 2019 entstand ein Personenporträt mit Helmut Ziegler, über seine Motive zur Veröffentlichung seines Buches „Ein ‚Bauernopfer‘ für den Größenwahn des Kaisers“. – Das 12-Min.-Video: https://youtu.be/nCzFrl0mAlc. Information zum Buch: Der gelernte Schriftsetzer Helmut Zierer, ehemals Fürstenfeldbrucker Stadtrat, inzwischen Rentner, schrieb ein Buch über den Ersten Weltkrieg, der seinen Großvater Johann Spies psychisch zerstörte und sein Leben mit 38 Jahren beendete. Der Enkel fand sein Grab auf dem Soldatenfriedhof in Langemark, Belgien. Seinen Großvater hat Helmut Zierer nie kennengelernt. Und doch war der Mann, der im Ersten Weltkrieg getötet wurde, immer im Leben seines Enkels präsent. Vorerst negativ, denn Johann Spies reagierte 1917 bei seinem Heimaturlaub äußert abweisend auf die Nachricht von der Geburt seines fünften Kindes, eines Mädchens, das später seine Mutter wurde. Sie vermittelte zunächst den Eindruck, das Schicksal seiner Familie sei dem Mann gleichgültig gewesen. Vor ein paar Jahren entdeckte Helmut Zierer neben einem verblichenen Trauerbildchen eine vergilbte Feldpostkarte, die eine fürsorgliche und liebevolle Seite des Großvaters zeigt und korrigierte seine Meinung. Helmut Zierer begann, sich mit den Ursachen und Auswirkungen dieses schrecklichen Krieges zu beschäftigen. Er recherchierte über Jahre hinweg die Hintergründe und Ursachen für die schrecklichen Ereignisse der damaligen Zeit. So entstand neben der Familiengeschichte ein historisches Mosaik des Ersten Weltkriegs. Sein Fazit sollte uns heute Lebenden zur Mahnung dienen. Helmut Zierer arbeitet im „Arbeitskreis Mahnmal“ des Landkreises Fürstenfeldbruck mit, der sich an jedem 27.1. der Erinnerung an den Todesmarsch der Häftlinge aus den KZ-Außenlagern Landsberg/Kaufering im April 1945 widmet, der durch den Landkreis Fürstenfeldbruck nach Dachau führte. Er unterstützt das „Bündnis Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun“. – Das Buch gibt es in jeder guten Buchhandlung im Landkreis: www.oberpfalzverlag-lassleben.de/produkt/ein-bauernopfer-fuer-den-groessenwahn-des-kaisers.
Referenzen Presse/TV/Web: Brucker schreibt Buch über seinen Großvater. Er erzählt vom Schicksal eines Kriegsopfers – https://www.merkur.de/lokales/fuerste… Wie ein toter „Held“ zur Buchfigur wurde. Vor gut 100 Jahren starb der Eilsbrunner Bauer Johann Spies auf dem Schlachtfeld. Sein Enkel hat ihm ein Denkmal gesetzt. – https://www.mittelbayerische.de/regio… Holocaust-Überlebende – Mit Fürstenfeldbruck dauerhafte Kontakte. – https://www.kreisbote.de/lokales/fuer… 6- Min.-TV-Bericht (November 2018 ) im privaten englischen Fernsehsender itvnews: „Remembering the forgotten German soldiers who died on the Western Front during the First World War“. – https://www.itv.com/news/2018-11-08/r… Lüge, Verschleierung und Mythos: Soldatenfriedhof Langemark. – https://www.belgieninfo.net/luege-ver… Augenzeugen und Bilder berichten. Die Häftlinge aus den KZ-Außenlagern Landsberg/Kaufering auf dem Todesmarsch im April 1945 durch den Landkreis Fürstenfeldbruck nach Dachau. – https://www.lra-ffb.de/fileadmin/user…