Kategorie: Energiewende

Die Biodiversitäts- und Klimakrise ist gefährlicher

Schreiben des Vorstandes der BUND Naturschutz Ortsgruppe FFB+Emmering an die Stadträte, Stadtverwaltung und die Presse: Wunschliste des BUND Naturschutz für den neuen Stadtrat in FFB. „Während uns die akute COVID-19-Pandemie fest im Griff hat, möchten wir Sie als Stadträte der neuen Legislaturperiode bitten, die für uns Menschen und die Natur Biodiversitäts- und Klimakrise bei Ihren Entscheidungen im Stadtrat nicht außer Acht zu lassen. Während wir hoffen dürfen, dass die Pandemie irgendwann zu Ende geht und unser Leben unter „normalen“ Bedingungen weiter geht, ist die Biodiversitäts- und Klimakrise viel gefährlicher, weil unumkehrbar. Die jetzige Situation zeigt, dass in einer akuten Situation die Politik handelt, und einschneidende Maßnahmen nicht nur von der Zivilgesellschaft akzeptiert, sondern vom Staat auch erwartet werden. Seit Jahren ist unserer Gesellschaft bewusst, dass das richtige Handeln in der Biodiversitäts- und Klimakrise heute genauso akut ist, auch wenn wir es am eigenen Leib noch nicht spüren. Das überaus erfolgreiche Abschneiden des Volksbegehrens „Rettet die Bienen“ ist ein eindeutiges Zeichen dafür, dass die Bürgerinnen und Bürger einen Wandel hin zu mehr Natur- und Klimaschutz von der Politik einfordern. Vieles davon kann auch im Kommunalparlament bewegt und in die richtige Richtung entschieden werden. In diesem Sinne hoffen wir als BUND Naturschutz auf Ihren erfolgreichen Einsatz und Ihre richtigen Entscheidungen für mehr Natur- und Klimaschutz in unserer Stadt. Als Anhang möchten wir Ihnen zum Beginn Ihrer Stadtratstätigkeit eine Liste mit auf den Weg geben mit Projekten, die uns als Naturschützer am Herzen liegen. Zahlreiche Punkte wurden ja von Ihren Spitzenkandidaten vor der Wahl in unseren Wahlprüfsteinen schon positiv beschieden. – Mit freundlichen Grüßen, Holde Tietze-Härtl, im Namen des BN-Ortsvorstandes der Ortsgruppe Fürstenfeldbruck und Emmering.“ – Die Liste als PDF.

Deutschland bis 2035 klimaneutral machen
Der gemeinnützige Verein „GermanZero“ hat die Initiative ergriffen und ein umfassendes Maßnahmenbündel geschnürt: Wir machen Deutschland innerhalb von zehn Jahren klimaneutral – #schnell, #wirksam und #fair. Für dieses Ziel erarbeiten wir jetzt den Klimaplan und die notwendigen Gesetzesentwürfe. Tausende von Bürgerinnen und Bürgern sollen mit diesem Gesetz unsere Demokratie von unten beleben und das Paket 2022 in den Bundestag einbringen. Gemeinsam setzen wir in Deutschland das um, was die Bundesregierung 2015 beim UN-Klimagipfel in Paris bindend zugesagt hat: Die Erdüberhitzung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Unseren Plan findest du auf: https://germanzero.de/klimaplan. Weitere Infos zu „GermanZero“ findest du auch auf unseren Social Media Kanälen Instagram https://www.instagram.com/_germanzero/, Facebook https://www.facebook.com/GermanZero.NGO/, Twitter https://twitter.com/_GermanZero. – 3-Min.-Erklär-Video: https://youtu.be/q9cn1KBakpw. Heinrich Strößenreuther stellt den Klimaplan von GermanZero vor, der beschreibt, wie die Initiative die Erreichung des 1,5-Grad-Ziels und die Einhaltung der bindenden Vereinbarungen des Pariser Klimagipfels sicherstellen will. – 18.-Min.-Video: https://youtu.be/uIiYA3_pazc. Neben dem klassischen Element repräsentativer Demokratien setzt „German Zero“ auf direkte Demokratie: Deutschlandweit sollen, mit Unterstützung des Vereins, sogenannte „Klimaentscheide“ auf den Weg gebracht werden, die den Klimaschutz auch in den Städten und Kommunen gesetzlich verankern sollen. Ein ökologisches Mammutprojekt – dessen Beginn von der Stadt Essen eingeleitet wird, wo in den kommenden Wochen ein Bürgerbegehren mithilfe einer von „German Zero“ bereitgestellten Software initiiert werden soll. Dieses Tool berechnet, wie verfügbare Mittel durch zielgerichtete Investitionen effizient genutzt werden können. „German Zero“ bietet also auch hier Hausaufgabenhilfe für die Politik an. – Mehr dazu: https://www.pressenza.com/de/2020/05/german-zero-der-politik-unter-die-arme-greifen und auf https://www.germanzero.de.

Katastrophenfall für Bayern ausgerufen

Newsblog zum Coronavirus im Landkreis Fürstenfeldbruck der SZ – Die aktuellen Entwicklungen im aktuellen Liveticker: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/coronavirus-landkreis-fuerstenfeldbruck-newsblog-1.4846833. Wir zitieren ein paar wichtige Informationen: Die Tafeln im Landkreis machen zu. Die Germeringer Tafel, die etwa tausend registrierte Menschen mit Lebensmitteln versorgt, hat am Dienstagvormittag das letzte Mal Waren an Bedürftige ausgegeben. Sie schließt jetzt ihre Ausgabestelle im Zentrum für Jung und Alt (Zenja) in der Planegger Straße bis nach den Osterferien. „Voraussichtlich“ heißt es noch einschränkend auf der Mitteilung des Tafel-Teams um Leiter Jürgen Quest, aber sehr wahrscheinlich wird es dabei bleiben, dass die Tafel aufgrund des grassierenden Corona-Virus bis zum 19. April geschlossen bleibt. „Keine Ware von den Supermärkten und keine Helfer mehr“, fasst Querst die aktuelle Lage zusammen. Die Bürgerstiftung für den Landkreis Fürstenfeldbruck argumentiert ähnlich und hat die Tafeln in Eichenau/Puchheim, Olching/Maisach und Fürstenfeldbruck vorerst bis zum 7. April geschlossen. Um die Tafelkunden und andere Bürger und Bürgerinnen, die Hilfe benötigen, zu unterstützen, hat die Bürgerstiftung ab sofort eine Coronahilfe-Hotline unter der Nummer 08141/31 56 713 eingerichtet. Die Hotline ist auch unter der Mailadresse coronahilfe@buergerstiftung-lkr-ffb.de erreichbar. Die Hotline versteht sich als Hilfsangebot für den ganzen Landkreis Fürstenfeldbruck und als Ergänzung zu den gegebenenfalls lokal in den Gemeinden oder Städten bestehenden Unterstützungsangeboten. Bei der Hotline können sich melden: Personen, die das Haus nicht selbst verlassen können und Unterstützung benötigen sowie Personen, die Ihre Hilfe anbieten möchten, zum Beispiel fürs Einkaufen.Auf dem Anrufbeantworter der Hotline können der Name, Wohnort, Telefonnummer und das Anliegen hinterlassen werden. Die Mitarbeiterinnen der Bürgerstiftung und des Beratungsbüros der Ehrenamtsbörse stellen dann den Kontakt her. Tafelkunden, die während der Schließzeit der Tafeln Schwierigkeiten haben, ihre Einkäufe zu finanzieren, können sich ebenfalls an die Hotline wenden. Die Bürgerstiftung wird nach einer Lösung suchen. Aktuelle Infos sind auch auf der Website der Bürgerstiftung unter www.buergerstiftung-lkr-ffb.de und auf der Facebookseite der Stiftung zu finden.
Der Newsblog des Merkur: https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/coronavirus-fuerstenfeldbruck-drive-through-teststation-ab-dienstag-in-betrieb-13585044.html. BRD-Newsblog des Tagesspiegel: https://www.tagesspiegel.de/wissen/merkel-zur-coronavirus-krise-massnahmen-die-es-so-in-unserem-lande-noch-nicht-gegeben-hat/25560996.html
Der Politikwissenschaftler Christoph Butterwegge befürchtet, dass die Corona-Epidemie und ihre Folgen Menschen mit niedrigem Einkommen härter trifft als Besserverdienende. Er fordert als Schutz in Pandemiezeiten einen höheren Regelsatz für Hartz-IV- und Sozialhilfebezieher.
Ein wichtiges Interview mit Rob Wallace, Evolutionsbiologe und Phylogeograf für das öffentliche Gesundheitswesen in den USA, über die Gefahren von Covid-19, die Verantwortung der Agrarindustrie und nachhaltige Lösungen zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten: https://amerika21.de/analyse/238220/coronavirus-und-agrarindustrie. Die Agrarindustrie versucht, den Lebensmittelmarkt zu beherrschen. Das neoliberale Projekt ist darauf ausgerichtet, Unternehmen aus den entwickelteren Industrieländern dabei zu unterstützen, Land und Ressourcen schwächerer Länder zu stehlen. Als Folge dessen werden viele dieser neuen Krankheitserreger, die zuvor in den über lange Zeiträume entstandenen Waldökosystemen gebunden waren, freigesetzt und bedrohen die ganze Welt … Die nach kapitalistischen Bedürfnissen organisierte Landwirtschaft, die an die Stelle der natürlichen Ökologie tritt, bietet genau die Mittel, durch die ein Krankheitserreger die gefährlichste und ansteckendste Erscheinungsform entwickeln kann. Ein besseres System zur Züchtung tödlicher Krankheiten lässt sich kaum entwickeln … Durch Züchtung genetischer Monokulturen von Nutztieren werden alle eventuell vorhandenen Immunschranken beseitigt, die die Übertragung verlangsamen könnten. Eine große Tierpopulation und -dichte fördert hohe Übertragungsraten … Die Agrarindustrie ist so auf Gewinn ausgerichtet, dass die Entscheidung für ein Virus, das eine Milliarde Menschen töten könnte, das Risiko wert zu sein scheint … Um das Ausbrechen neuer Virusinfektionen einzuschränken, muss die Nahrungsmittelproduktion radikal verändert werden. Die Unabhängigkeit der Landwirte und ein starker öffentlicher Sektor können den umweltbedingten Sperrklinkeneffekt und unkontrollierte Infektionen eindämmen …

KLIMA-DEMO IN FFB

KLIMASTREIK IN FFB: Am *13. März* wird die erste Fridays for Future Demo in *Fürstenfeldbruck* stattfinden, ab *16.00 Uhr* mit Kundgebung, Fürstenfelder Straße, beginnend ab Höhe Wittelsbacherplatz bis zum Übergang auf die Oskar-von-Miller-Straße. Nach der Kundgebung wird der Demozug gegen 16:40 von der Fürstenfelder Straße über die Leonhardikirche zum Landratsamt ziehen. Dort werden wir Forderungen an Landrat und Kreistag übergeben. Anschließend ziehen wir in Richtung Innenstadt zum Rathaus, wo wir ebenfalls Forderungen an die Stadt überreichen. Weiter geht es dann auf die Augsburger Straße und schließlich zum Volksfestplatz. Infos: https://fridaysforfuture.de/bayern/ und https://www.facebook.com/fridays4futureffb-370899250230437
Samstag, 14.3., 17.30 Uhr im „LIFEstudioFFB“: KLIMASTREIK IN FFB – Videobericht von der Klima-Demo in Fürstenfeldbruck. Übertragung der Doku auf www.lifestudio.ffbaktiv.de, danach im Videoarchiv auf www.youtube.com/user/ffbaktivstudio.
Brasilien – Gentechniksoja – Agrargifte – Freihandelsabkommen EU/Mercosur – und wie alles zusammenhängt: Vortragsveranstaltung mit Prof. Dr. Antônio Andrioli. Am Dienstag, 10. März 2020, um 19.30 Uhr, in Fürstenfeldbruck, Pfarrsaal St. Bernhard, Rothschwaiger Str. 53 (Eingang Richard-Higgins-Straße). Prof. Dr. Andrioli hat mit einem Stipendium von EED / Brot für die Welt in Osnabrück zum Thema „Biosoja versus Gensoja“ promoviert. 2007 erschien seine Dissertation als Buch. Auch in Fürstenfeldbruck ist er bereits aufgetreten. Bis September 2019 war er Vizepräsident einer Universität im Süden Brasiliens, die sich schwerpunktmäßig mit nachhaltiger Landwirtschaft und Agrarökologie beschäftigte. Kürzlich erhielt er den Bayerischen Naturschutzpreis 2020. Seit dem Wahlsieg Jair Bolsonaros im Januar 2019 hat sich die positive Entwicklung der brasilianischen Landwirtschaft ins Gegenteil verkehrt. Riesige Flächen werden zugunsten großer Rinder- und Sojafarmen abgeholzt. Der EU/Mercosurvertrag würde alles noch verschlimmern. Heute kann man Brasilien als Weltmeister im Pestizideinsatz bezeichnen. Die Nutznießer der aktuellen Entwicklung sind internationale Konzerne. Bayer (Monsanto) verkauft z.B. in Brasilien Agrogifte, die in der EU verboten sind. Prof. Andrioli arbeitet zur Zeit am Rachel Carson Institut der LMU in München. Vortrag in deutscher Sprache. Eine gemeinsame Veranstaltung von: Sozialforum Amper, Eine-Welt-Zentrum FFB e.V., Agenda21 im Landkreis FFB, Nord-Süd-Forum FFB, Campo Limpo (Solidarität mit Brasilien e.V.), Bund Naturschutz (Kreisgruppe FFB), AbL (Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft e.V.), BDM (Bundesverband deutscher Milchviehhalter e.V.), BBV (Bayerischer BauernVerband). Eintritt frei, Spenden willkommen.

Klimawache und Klamotten-Tausch gegen den Klimawandel

Berichte im Brucker Tagblatt dokumentieren das wachsende Interesse der Bürger, selbst für den Klimaschutz aktiv zu werden. So soll in Puchheim jeden letzten Freitag im Monat eine Demonstration fürs Klima in Puchheim stattfinden … soll künftig eine Klimawache auf der Bahnhofs-Nordseite zu entschiedeneren Maßnahmen für den Klimaschutz mahnen. Die jeweils einstündige Versammlung soll zum einen als wiederkehrende Aufforderung an die Politik verstanden werden, konsequenter als bisher zu handeln. Zum anderen wollen die Teilnehmer … Die Organisatoren der großen Kundgebung unter dem Motto „Puchheim for Future“ im September … mit Bürgern ins Gespräch kommen … Bei der stehenden Versammlung (also keinem Demonstrationszug) sind keine Reden geplant. Die Klimawache soll immer zur selben Zeit am selben Ort und bei jedem Wetter stattfinden.
Das Aktionsbündnis „Germering for Future“ hat erstmals eine Kleidertauschparty organisiert … In den Räumen der evangelischen Jesus-Christus-Kirche … Angelehnt ist die Idee an die „Fridays for Future“-Bewegung, die das Aktionsbündnis „Germering for Future“, gebildet von den Kirchen, verschiedenen Vereinen und Parteien auf lokaler Ebene mit eigenen Ideen unterstützt … Wegen des großen Interesses ist eine Wiederholung im Sommer oder Herbst wahrscheinlich.

Schüler in Olching fordern Klimamaßnahmen

Brucker Tagblatt vom 16.12.19: »… ein Konzept für den Klimaschutz. 30 Schüler aus unterschiedlichen Jahrgangsstufen haben sich in einem Workshop intensiv damit beschäftigt, welche Verbesserungsmöglichkeiten es vor der eigenen Haustür gibt … Wenn es nach 30 Schülern des Olchinger Gymnasiums geht, dann hätte die Stadt längst den Klimanotstand ausrufen sollen. Die Jugendlichen haben in einem Workshop Maßnahmen erarbeitet – und diese den Entscheidungsträgern vorgestellt. Wichtiger Punkt: die Verbesserung bei Bus und S-Bahn … Straßencafés oder mehr Grünflächen könnten dies aus Sicht der Schüler ändern. Zudem sollte man die Straßenführung für Kraftfahrzeuge unattraktiver machen. Als ebenfalls wünschenswert erachteten die Schüler, Geschäftsideen wie Unverpackt-Läden zu fördern. Das verbanden sie mit einer Mahnung an die Wegwerf-Gesellschaft. Einwegmüll wie bei Coffee-to-go-Bechern sollte vermieden werden. Die Jugendlichen würden zudem wieder Sperrmüll-Abholtage einführen oder Tauschbörsen anbieten … CSU-Fraktionsvorsitzender Tomas Bauer richtete auch kritische Worte an die Schüler. „Umweltschutz ist nicht das einzige Ziel“, sagte er. Er fragte: „Was hätte es für wirtschaftliche Konsequenzen, wenn man Autos verbietet, wenn weniger BMWs gekauft werden?“«
Infos zur Autofrage: Stell dir vor, Benzin wird immer teurer und du merkst es nicht, denn du hast gar kein Auto! Tatsächlich verzichtet heute schon jeder 4. Münchner Haushalt auf ein eigenes Auto: Statt Zeit und Geld für’s Tanken zu verschwenden, genießen sie lieber die schönen Dinge des Lebens. – http://wohnen-ohne-auto.de/was_ist_woa. Es ruft immer wieder Erstaunen hervor, auch bei Autofreien selbst, dass fast ein Viertel aller Haushalte in Deutschland ohne Auto lebt. In Städten über 500.000 Einwohnern sind es sogar über 40 Prozent. Millionen Menschen in Deutschland beweisen jeden Tag, dass es auch ohne Auto geht und man ohne Auto sogar besser leben kann. Denn für sie ist, anders als in der Werbung suggeriert, das Auto kein Statussymbol oder gar unverzichtbar für die alltägliche Mobilität. Im Gegenteil: Es wird als Belastung empfunden. Diese Menschen, die in der öffentlichen Diskussion noch zu wenig wahrgenommen werden, leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Schutz von Mensch und Natur. Autofreie Menschen sind auch eine stille Herausforderung an eine Gesellschaft, die die Folgen ihrer Automobilität systematisch verdrängt. – www.autofrei.de/index.php/ueber-uns/selbstverstaendnis.

365-Euro Ticket für alle?

Bericht der Brucker SZ am 26.11.19: „Verkehr in Fürstenfeldbruck: Brucks Plan B … die Aufteilung des reinen Autoverkehrs: Fast zwei Drittel dieser Fahrten beginnen oder enden in Fürstenfeldbruck, jede fünfte Fahrt beginnt und endet in der Stadt – und ebenfalls jede fünfte Fahrt führt als reiner Durchgangsverkehr an der einen Seite hinein und an der anderen wieder hinaus. Im Ergebnis kommt es vor allem im Zentrum mit 19 000 Autos pro Tag oder auf der Fürstenfelder Straße (17 000) immer wieder zu Staus, wie dies auch ein Besucher nüchtern konstatiert … Die meisten der statistisch täglich 3,51 Fahrten werden innerhalb Brucks oder über die Stadtgrenze hinaus weiterhin mit dem Auto zurückgelegt. Mit 46 Prozent als Fahrer oder Mitfahrer liegt die Kreisstadt in etwa auf dem bundesweiten Durchschnittsniveau … Besser werden will Bruck vor allem, wenn es um den Umstieg vom Auto auf Rad oder Bus geht. Oder noch grundsätzlicher: wenn es darum geht, die Belastung der Einwohner durch den Autoverkehr zu reduzieren. Die Kreisstadt will gegensteuern mit einem Verkehrsentwicklungsplan.“
Brucker SZ am 1.12.19: „Kreis will sich für 365-Euro-Ticket einsetzen … Ein 365-Euro-Ticket für alle, die den Nahverkehr im Großraum München nutzen wollen, ist indes noch nicht so weit. Die Bundesregierung hatte im Rahmen ihres Klimapakets beschlossen, zusätzliche zehn Modellprojekte zur Stärkung des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu unterstützen, etwa durch die Einführung eines 365-Euro-Tickets. Der Landkreis will sich nun dafür einsetzen, dass das MVV-Gebiet in den Genuss einer solchen Förderung kommt.“
Brucker Tagblatt vom 7.12.19: „Der MVV führt ein 365-Euro Ticket für Schüler und Auszubildende ein … Die Gesellschafterversammlung des Münchner Verkehrs- und Tarifverbundes (MVV) hat am Freitag einer Einführung eines verbundweiten 365-Euro-Tickets für Schüler und Auszubildende zugestimmt. Das günstige Billett soll ab 1. August eingeführt werden, allerdings müssen noch die Stadt- und Gemeinderäte zustimmen … Rund 360.000 Jugendliche sollen laut MVV in den Genuss des Günstig-Tickets kommen … Studenten profitieren nicht … Münchens OB Dieter Reiter …: Das Ticket gilt immer, egal ob auf dem Weg in die Schule oder abends in den Club, und ist damit ein weiteres gutes Argument dafür, das Auto stehenzulassen und lieber mit Bus, U-Bahn oder Tram zu fahren.“
Öffis gratis nutzen. Die Bundesregierung erwägt, Länder und Kommunen finanziell zu unterstützen – wenn diese einen kostenlosen Nahverkehr einführen.“ Die Alternative in Tallinn, Hauptstadt von Estland, funktioniert nicht nur, sie bringt allen Vorteile: Das 2-Min.-Video auf 3sat/nano.

Klimaforderungen unterhalb des Tellerrands

Das Brucker Tagblatt berichtete am 11.11.19 über die Vorstellung von Klimaforderungen vom Umweltbeirat und dem Stadtjugendring an die Stadtverwaltung unter der Überschrift: „Eine Steuer auch für Katzen und andere Ideen: So könnte Klimaschutz vor Ort aussehen“. Gefordert werden unter anderem eine „Baumschutzverordnung, eine verbesserte Lade-Infrastruktur für E-Fahrzeuge, ein komplettes Verbot privater Feuerwerke und eine „Hundesteuer auch für Katzen“ … die Sicherung und Neuanlage von Grünflächen im Innen- und Außenbereich, beidseitig markierte Radwege sowie Tempo 30 in der gesamten Innenstadt, die Schaffung von zentralen Großparkplätzen zugunsten vieler einzelner Stellplätze in der Innenstadt und der Kauf von regionalen, Fairtraide-, Bio- und verpackungsreduzierten Waren in Schulen, Kitas und öffentlichen Kantinen. Außerdem soll im Rathaus Papier gespart werden, und zwar durch eine papierlose Verwaltung“ sowie „eine Überarbeitung des Flächennutzungsplanes“.
Den Klimanotstand wolle man nicht ausrufen, weil Bruck keinen habe. Das Pariser Klimaschutzabkommen sei „zwar wichtig, aber doch eher für die große Politik“. Deshalb heißt es: „Wir sollten lieber im Kleinen anfangen und vor der eigenen Tür kehren.“
Fragen über Fragen: Was so schön konkret und angemessen klingt, kommt seltsam halbherzig daher. Glaubt man, der Klimawandel wird um Bruck eine Umleitung nehmen? Noch läuft nichts aus dem Ruder – morgen auch noch? Sind die vorgeschlagenen Maßnahmen nicht ganz unabhängig vom Klimawandel angesagt? Ist die „Katzensteuer“ als parodistische Einlage gedacht? Erklärt das Statement, weil Bruck derzeit keinen Klimanotstand habe, verstünden die Menschen nicht, würde man ihn ausrufen, uns Bürger dieser Stadt eventuell für gedankenlos und einsichtsunfähig? Wer zieht Vorteile aus der Parole „Im Kleinen anfangen“ ist notwendig, aber die „große Politik“ geht uns nichts an?

Brucks langer Weg zur Sonnenenergie

Die Brucker SZ berichtete am 29.10.19: »Einer Stadtwerkeexpertise zufolge werfen Fotovoltaikanlagen auf lange Sicht fast immer Gewinn ab. In jedem Fall sparen sie Emissionen. Nun sollen möglichst viele städtische Gebäude schrittweise nachgerüstet werden … Die Stadtwerke wollen gerade das Feld der Photovoltaik (PV) viel stärker beackern – in Form des Neubaus von Anlagen auf Freiflächen …, aber auch mit Programmen wie „FFB Stromdach“, die sich an private Immobilienbesitzer richten … Alexa Zierl (Die Partei/Bruck mit Zukunft), die regelmäßig die Installation von PV-Anlagen auf städtischen Gebäuden fordert und vor zwei Jahren beantragt hatte, dies nach Prüfung „grundsätzlich“ zu tun … regte … an, flüssige Mittel der Stadt, die in absehbarer Zeit nicht für andere Investitionen abfließen, in solche auch finanziell lukrative Anlagen zu stecken. Andreas Lohde (CSU) plädierte dafür, auch im Industriegebiet bei Unternehmern für die Installation von PV-Anlagen zu werben. „Eine gute Sache“ sei das, lobte Planungsreferent Christian Stangl (Grüne). Im Sinne der Energiewende solle man das nun schnell anpacken. Aufs Tempo drücken will auch Philipp Heimerl (SPD) … Wegweisend ist der Beschluss, „bei Neubau und Sanierung städtischer Gebäude grundsätzlich“ PV-Anlagen zu installieren und solarthermische Anlagen zu prüfen.«

Vorbildlich und fordernd

Sozialinitiative „Brucker Brücke“. Live-Debatte über Gedenk-Kultur: Wie soll Gedenk-Kultur in Fürstenfeldbruck aussehen? Mit dieser Frage hat sich die Sozialinitiative „Brucker Brücke“ beschäftigt. Die Debatte, an der auch Vertreter der Stadt teilnahmen, wurde live im Internet gezeigt. – Bericht im Brucker Tagblatt vom 18.10.19.
Forderungskatalog an OB übergeben. Klimaschutz fängt vor Ort an: Rund vier Wochen nach der großen Klimaschutz-Kundgebung vor der Stadthalle haben die Organisatoren von Germering for future einen Forderungskatalog an OB Andreas Haas übergeben. Der Rathauschef versprach eine sorgfältige Prüfung: „Wir nehmen das ernst.“ – Bericht im Brucker Tagblatt vom 18.10.19.
Vorbilder vor Ort: „Wie können wir so leben, dass wir auch in den kommenden Jahren noch die wunderschöne Natur in und um Grafrath genießen können? Wie können wir unseren Kindern eine Welt übergeben, in der es klares Trinkwasser und saubere Luft gibt? Was kann jeder Einzelne tun, um mit dem Klimawandel umzugehen?“ Diese Fragen und viele andere zum Erhalt der Lebensgrundlagen für die Menschheit stellt die in Grafrath im vergangenen Jahr gegründete Gruppe „Klimaaktiv vor Ort“ grundsätzlich und ganz besonders in der Foto-Ausstellung „Nach uns die Zukunft – Nachhaltiges Leben bei uns dahoam“. Alice Vogel und Claudia Wolff-Lieser haben viel Zeit aufgewendet, um mit Bürgern aus Grafrath und Kottgeisering ins Gespräch gekommen und die Ergebnisse in kleine Dokumente zu fassen, die zeigen, dass viele Menschen quasi intuitiv bereits umwelt- und klimabewusst handeln, ohne groß darüber zu reden oder es an die große Glocke zu hängen. So sind mehr als ein Dutzend Lebensbilder entstanden, die sich bestimmten Themen zuordnen lassen. Die Ausstellung im Kulturraum in der Brucker Straße 3 in Grafrath ist an den Samstagen, 19./26., und an den Sonntagen, 20./27. Oktober, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. – Bericht in der Brucker SZ vom 17.10.19.

Klimastreiks und -politik im Landkreis

„Germering/Puchheim: Mehr als 1500 Menschen streiken fürs Klima … Vor allem Schüler fordern die Politik auf, rasch und umfassend zu handeln. Sie verlangen bessere Bus- und Bahnverbindungen, mehr Fahrradständer und eine striktere Einhaltung der Baumschutzverordnung … Am internationalen Klimastreik haben sich am Freitag mehr als 1000 Menschen vor der Stadthalle in Germering beteiligt … In Puchheim … versammelten sich am Mittag mehr als 500 Menschen auf dem Grünen Markt, während Kirchenglocken läuteten. In beiden Städten hatte ein Aktionsbündnis aus Umweltverbänden, Parteien und Kirchen zum Protest aufgerufen …“ – Brucker SZ am 20.9.19: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/germering-puchheim-mehr-als-1500-menschen-streiken-fuers-klima-1.4609191
„Weit über 1000 Demonstranten gehen auf die Straße …“ – Das Brucker Tagblatt am 20.9.19: https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/germering-ort28724/klima-streik-mehr-als-1000-demonstranten-in-germering-13022462.html
„Kreisräte wollen keinen Klimanotstand ausrufen … Die Idee der SPD findet im Energie- und Umweltausschuss keine weiteren Fürsprecher. Stattdessen wird ein „Energiewendemobil“ angeschafft …“ – Brucker SZ am 20.9.19: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-kreisraete-wollen-keinen-klimanotstand-ausrufen-1.4609433
„Autos raus, Kunst rein … Am „Park(ing) Day“ werden zwölf Stellplätze an der Hauptstraße zweckentfremdet. Und auch für das Parkdeck an den Schulen auf dem Tulpenfeld findet sich eine fantasievollere Nutzung als im grauen Alltag …“ – Brucker SZ am 20.9.19: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-autos-raus-kunst-rein-1.4609439
Das Brucker Tagblatt am 20.9.19: https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/bunte-aktionen-machen-parkenden-autos-in-fuerstenfeldbruck-platz-streitig-13023760.html
»Mobilitätswoche: Hoffnung auf die Verkehrswende. Puchheims Bürgermeister Norbert Seidl (links) eröffnet im Alten Schulhaus eine Wanderausstellung des Verkehrsclubs Deutschland zu Mobilität und nachhaltigen Fortbewegungsmitteln … „Die Veränderung der Mobilität steht an“ … Allein im Landkreis Fürstenfeldbruck werden jede Woche 40 Autos neu angemeldet.“ 82 Prozent der Hauhalte in Fürstenfeldbruck besitzen ein oder mehrere Autos, wie eine Befragung ergab. Neben Emissionen stelle der hohe Flächenverbrauch durch fahrende und parkende Autos ebenfalls ein Problem dar … Neu ist die App „Schadensmelder-FFB“, bei der man Schäden jeder Art melden könne, auch im Bereich Verkehr …« – Bericht der Brucker SZ am 17.9.19: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/mobilitaetswoche-hoffnung-auf-die-verkehrswende-1.4604753
»Natur- und Klimaschützer bekräftigen ihre Forderung nach der Einführung einer braunen Tonne und dem Bau einer Vergärungsanlage … Mit der Energie, die in organischen Abfällen steckt, könnte man viele Häuser heizen, auch im Landkreis. Darauf hat der Verein „Das bessere Müllkonzept“ am Sonntag bei seiner Landesdelegierten-Versammlung in Gernlinden hingewiesen. Wird der Biomüll einsammelt und vergärt, entsteht dabei Methan, das chemisch identisch mit Erdgas ist. Das Gas kann man speichern und bei Bedarf verbrennen, um damit Turbinen anzutreiben, die Strom erzeugen. Mit dem Strom könnte man Wärmepumpen betreiben … Ziel 21 fordert daher ebenso wie das Bessere Müllkonzept, der Bund Naturschutz und die Kreisräte von UBV und Freien Wählern die Einführung einer Biomülltonne. So könnte die Menge der eingesammelten Bio-Abfälle um das Drei- bis Vierfache gesteigert werden …« – Bericht der Brucker SZ am 17.9.19: https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/energie-strom-und-waerme-aus-abfall-1.4604628

Germering streikt am 20.9. für Klimaschutz

Das Brucker Tagblatt meldete am 13.9.19: »Die Stadt wird Teil der „Fridays for future“-Bewegung im Kampf gegen den Klimawandel. Ein Aktionsbündnis mit mittlerweile rund 40 teilnehmenden Gruppen ruft für Freitag, 20. September, zu einer großen Demo vor der Stadthalle auf … alle Kirchen inklusive der türkisch-islamischen Gemeinde, alle Parteien, alle weiterführenden Schulen und weitere Gruppen beteiligt. Unter anderem mit dabei sind auch Bund Naturschutz, Umweltbeirat und Jugendrat, die Fairtrade-Bewegung, der Verein One Earth one Ocean, das Jugendzentrum Cordobar und die AWO … Die Jugendlichen der beiden Gymnasien, der FOS und der Realschule können sich am Aktionstag an der Demo beteiligen, ohne die Schule schwänzen zu müssen … veranstalten die Schulen am 20. September einen Projekttag Umwelt, der um 11.30 Uhr endet – anschließend sollen die Schüler zur Stadthalle pilgern … weil der 20. September ein entscheidender Tag im Kampf gegen den Klimawandel sei: „In Berlin trifft sich das Klimakabinett, um sein Vorgehen zu bestimmen. Und einen Tag später beginnt in New York der UN-Klimagipfel.“ … Das Aktionsbündnis ruft für Freitag, 20. September, zu einem symbolischen Streik auf. Um 11.55 Uhr sollen möglichst viele Germeringer auf den Platz vor der Stadthalle kommen, um so ihre Unterstützung zu bekunden …«

Mehr Bäume – mehr Autos …

Die Brucker SZ berichtete am 27.8.19: » „Baumschutzverordnungen lohnen sich“, sagte Eugenie Scherb, Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz (BN), am Dienstag bei einem Pressetermin in der Kreisstadt. „Gemeinden mit Verordnung haben mehr Bäume, sind grüner und die Bäume sind im Schnitt auch älter.“ Das sei für Klima und Artenvielfalt gut … Der BN fordert Baumschutzverordnungen im Nachgang des Volksbegehrens auch als Zeichen dafür, dass nicht nur Landwirte, sondern auch Städte und Gemeinde etwas gegen Artenschwund und Klimawandel tun müssen. Dennoch wird derzeit in Maisach, vor allem in den kleineren, ländlichen Ortsteilen, darüber gestritten, ob eine solche Verordnung für die gesamte Gemeinde eingeführt werden soll … Der BN rät, Bäume von einem Stammumfang von 60 Zentimetern oder einem Alter von sieben Jahren an zu schützen. Der Geltungsbereich und eventuelle Sanktionen können individuell geregelt werden … «
Das Brucker Tagblatt berichtete darüber am 28.8.19: » Bund Naturschutz will Verordnungen für Baumschutz in allen Kommunen … Die Menschen im Landkreis brauchen mehr Bäume: Das erklärt der Bund Naturschutz (BN) und fordert die Kommunen auf, Baumschutzverordnungen zu erlassen … Fürstenfeldbruck–Verordnungen dieser Art seien das beste Mittel, um Temperaturen zu senken, die Luft zu säubern und die Artenvielfalt zu fördern. „Wir sind überzeugt, dass eine Baumschutzverordnung Mensch und Natur hilft“, sagte die Kreisvorsitzende Eugenie Scherb bei der Vorstellung einer bayernweiten Studie in Fürstenfeldbruc … Lediglich 94 Städte und Gemeinden haben bereits ein entsprechendes Regelwerk. Vertreter der Kommunen mit Verordnung hätten aber fast durch die Bank die Wirksamkeit bestätigt. Das sieht auch Geilhufe so. „Bäume haben eine entscheidende Rolle für das Stadtklima.“ … Wie genau eine ideale Baumschutzverordnung aussieht, will der BN noch erarbeiten … «

Die Brucker SZ 27.berichtete am 26.8.19: Pro Woche 40 Autos mehr … Fast 121 000 Personenwagen tragen inzwischen das FFB-Kennzeichen. Ein Boom, den auch die Klimadebatte nicht zu bremsen vermag … Die Zulassungszahlen steigen trotz der Diskussionen über eine Verkehrswende zur Verhinderung des Klimawandels, trotz der „Fridays for Future“-Demonstrationen und trotz überlasteter Straßen und täglicher Staus im Berufsverkehr konstant an. Laut Statistik der Zulassungsstelle des Landratsamts nimmt die Zahl der hier registrierten Autos von Woche zu Woche um etwa 40 zu … Die schon damals mit dem Boom verbundenen Verkehrsprobleme sollten mit dem Bau von Umgehungsstraßen gelöst werden. Inzwischen ist vielerorts auch der ruhende Verkehr, also mit Autos zugeparkte Straßen, zum Problem geworden …

Legalisierte Guerilla-Photovoltaik

Die Brucker SZ berichtete am 20.8.19 über „Energiegewinnung auf dem Balkon … Balkon-Photovoltaik, Balkon-Kraftwerk oder Mini-Photovoltaik … Nicht nur auf dem Dach, sondern auch auf Balkonen können Solaranlagen installiert werden … Eine neue Norm regelte 2017 den Betrieb der Anlagen, im Mai dieses Jahres trat eine weitere Norm in Kraft. Diese regelt, dass die Nutzer die steckbaren Solargeräte nun selbst beim Netzbetreiber anmelden können. Mit den Anlagen können endlich auch Mieter selber Sonnenstrom erzeugen, mit Solaranlagen auf dem eigenen Balkon … Ein … Problem sei, dass viele Interessenten noch unsicher seien, welche Kosten auf sie zukämen, sagte Martin Handke vom Energiewendeverein für den Landkreis, Ziel 21 … Das Landratsamt klärt darüber auf, wie Mieter Solarstrom für den eigenen Verbrauch erzeugen können.“ – Ein weiterer Vortrag des Landratsamts über Balkonkraftwerke: Dienstag, 17.9., 16 Uhr, Bürgerpavillon, Heimstättenstraße 24, FFB.

Städtische Klimapolitik will Weile haben

Ein empfehlenswertes Gespräch zwischen Greta Thunberg, Schülerin in Schweden, und Alexandria Ocasio-Cortez, demokratische Präsidentschaftskandidatin, USA.

Das Brucker Tagblatt berichtete am 16.7. über eine öffentliche Diskussion am 12.7. im Brucker Rathaus, veranstaltet vom Umweltbeirat der Stadt und dem Stadtjugendrat mit vielen Gästen: „Klima-Notstand geistert durch die Kommunen … Bei einer gemeinsamen Sitzung im Rathaus diskutierten Stadtjugendrat und Umweltbeirat nun mit Experten und Besuchern über den Klimaschutz. Dass die Stadt mehr tun muss und könnte, um ihre selbstgesteckten Klimaziele zu erreichen, war Konsens bei den Teilnehmern … In einer großen Runde wurden Ideen gesammelt und besprochen, was die Stadtpolitik in Bruck in Angriff nehmen sollte. Bis zum 1. Oktober wollen SJR und UB das Ganze bearbeiten. Dann ist die nächste Sitzung des Umweltausschusses, bei dem die beiden Beiräte einen fertigen Antrag präsentieren wollen. Ob darin ein Klimanotstand gefordert wird, das will man sich bewusst noch offenhalten … Damit das Gewicht hätte, könnte der Stadtrat das beschließen. Das fordert zum Beispiel die Fraktion der Grünen in einem Antrag. Dieser muss innerhalb von drei Monaten im Stadtrat entschieden werden. Stadtjugendrat (SJR) und Umweltbeirat (UB) finden dieses Vorgehen verfrüht …“
Kommentar: Ein Antrag, der als symbolpolitische Maßnahme von etlichen deutschen Städten bereits angenommen wurde, könnte in Bruck verfrüht sein und eventuell von konkreten Maßnahmen ablenken – so sehen es Skeptiker. Und die Grünen kamen angeblich nicht einmal auf die Idee, der Umweltbeirat interessiere sich für Klimaschutz und erarbeiteten deshalb ihren eigenen Antrag an den Stadtrat. Das klingt alles nicht wirklich plausibel, denn andernorts argumentiert man nicht drumherum, sondern schreitet zur Tat. Aber es gab auch Konkretes zu hören, bspw. zur praktischen Stadtpolitik: „Indem man selbst vorbildlich handle, die Rahmen für Dinge wie Verkehr setze oder Öffentlichkeitsarbeit betreibe“. Eine immerwährende Aufgabe einer Stadtverwaltung, denkt man, aber anscheinend muss das in Bruck erst jemand ins Bewusstsein rücken – Beifall gab es dafür aber nicht. Die Beiräte beraten nun bis 1. Oktober, die Fraktionen machen unterdessen weiterhin ihr „eigenes Ding“ – schließlich ist bald Kommunalwahlkampf – und die Stadt und ihre Einwohner warten derweil auf bessere Zeiten.

Im Sinne des Aktivwerdens rufen wir auf, zur Münchner Klimademo zu gehen!
Sonntag, 21.7. 16-18 Uhr, Odeonsplatz, München
MUNICH FOR FUTURE: 16:00 Uhr Odeonsplatz | Begrüßung & Reden; 16:30-17:30 Uhr Demo-Route: Odeonsplatz – Briennerstr. bis Karolinenplatz – Barerstr. – Gabelsbergerstr. – Oskar von Miller Ring – Ludwigstr. – Odeonsplatz. (ca. 1,8 km); 17:30 Uhr Odeonsplatz, Abschlusskundgebung mit Special Guest Konstantin Wecker. – Alle Infos: https://munichforfuture.de
Wir stehen an der Seite von Fridays for Future: Das sind alle, die für unser Klima auf die Straße gehen.
Die Klimastreik-Bewegung ist international, überparteilich, autonom und dezentral organisiert. Mach mit und werde Teil unserer Bewegung! Die Klimakrise ist eine reale Bedrohung für die menschliche Zivilisation – die Bewältigung der Klimakrise ist die Hauptaufgabe des 21. Jahrhunderts. Wir fordern eine Politik, die dieser Aufgabe gerecht wird.
Parents for Future:
Erst vor einigen Monaten hat sich Parents for Future gegründet. In der Zwischenzeit ist daraus eine Bewegung mit über 150 Ortsgruppen in ganz Deutschland und mit vielen Tausend engagierten Erwachsenen geworden. Lasst uns gemeinsam die großen politischen und gesellschaftlichen Veränderungen angehen, die notwendig sind, um die nahende Klimakatastrophe doch noch abzuwenden! Wir werden auch in Zukunft über aktuelle Entwicklungen informieren und über Aktionen aus unseren Ortsgruppen berichten. – Webseite: www.parentsforfuture.de. Unser Newsletter als Downloadlink: https://parentsforfuture.de/system/files/2019-07/PvF_Newsletter_BW_4.pdf

Dient der Blumenblühflächen-Verkauf dem Artenschutz?

Die Brucker SZ vom 19.3.19 berichtete über die Reaktion der Naturschutzgruppen auf die Aktion der Landwirte, die einen Teil ihrer Ackerflächen in Blühflächen umwandeln wollen: „Blühflächen, so das Fazit des LBV-Vorsitzenden, seien kein Ersatz für die Lebensräume, die durch die intensive Landwirtschaft verschwunden seien, was zum Artensterben geführt habe. Der Verlust von Hecken, Rainen, Weg- und Ackerrändern, die eigene Lebensräume bilden und vor allem Lebensräume untereinander vernetzen, kann laut Schäffer nicht durch die befristete Anlage von Blühstreifen kompensiert werden … Der LBV hat mehrere Kriterien für Blühstreifen aufgestellt, die einen Beitrag zum Artenschutz leisten könnten.“ – Nachzulesen im SZ-Artikel.

Aktionen sind vonnöten, um der Politik Beine zu machen

Demokratie und Klimapolitik gehören zusammen und benötigen unsere aktive Teilnahme. „Mehr Demokratie e.V.“ und das Münchner Umweltinstitut haben zwei Broschüren publiziert und kostenfrei zur Verfügung gestellt. Zur Weiterverteilung dringend empfohlen!
Ein kostenloses Buch zur Europawahl: „Europa – Die unvollendete Demokratie“. Die EU befindet sich in der tiefsten Krise seit ihrer Gründung. Diesen Diskussionsprozess regt das Buch an. Die Europawahl am 26. Mai ist eine Schicksalswahl. Wir brauchen eine neue, positive Vision für Europa. Denn bisher erinnert das europäische Haus eher an ein uneinnehmbares Verwaltungsgebäude als an ein vielseitiges offenes Bauwerk für die unterschiedlichen Menschen und ihre Bedürfnisse. In diesem Buch der Autorin und Journalistin Ute Scheub setzen wir Stein für Stein die Elemente für ein runderneuertes europäisches Haus, dessen Fundament aus erweiterter Demokratie, Bürgerbeteiligung, Solidarität, Menschenrechten und Klimaschutz besteht. Das Buch ist gut lesbar, nicht kompliziert und immer auf dem Punkt. Hier kann das Buch kostenlos bestellt werden: www.transforming-europe.eu/de/buch-bestellen
Das Buch als PDF runterladen: www.transforming-europe.eu/fileadmin/user_upload/pdf/2019-01-10_Europa-Buch_von_Ute_Scheub.pdf
Ein kostenloses Buch zur Klimawende: „Klimawende von unten“. Mehr Demokratie e.V.: Ganz konkret wird Klimapolitik von den Städten und Gemeinden angeschoben. Überall gibt es engagierte Menschen, die für lokalen Klimaschutz kämpfen. Die direkte Demokratie kann ihnen helfen. Mit ihr können die Bürgerinnen und Bürger verbindliche Beschlüsse fassen. Die Kommunalpolitik muss sie dann umsetzen. Klimawende von unten. Genauso lautet die Überschrift der Broschüre, die Mehr Demokratie gemeinsam mit dem Umweltinstitut München e.V. und BürgerBegehren Klimaschutz ausgearbeitet hat. Eine Broschüre für Aktionsgruppen in ganz Deutschland, für Menschen, die schon aktiv sind oder es werden wollen. Jetzt ist die Broschüre fertig und steht zum Download bereit. Kleine Gruppen engagierter Menschen haben es geschafft, ganze Städte zu verändern. In Berlin haben sie ein Öko-Stadtwerk gegründet und die Vorfahrt für Radfahrer/innen erkämpft. Nun gibt es „Radentscheide“ in ganz Deutschland. In München geht wegen eines Bürgerbegehrens ein Kohlekraftwerk vom Netz. Hamburg hat sich per Volksbegehren das Fernwärmesystem von Vattenfall zurückgeholt. Die Broschüre zeigt solche Beispiele und eine Übersicht, was in welchem Bundesland mit der direkten Demokratie erreicht werden kann. Schließlich noch Anregungen, wie sich Menschen motivieren lassen. Wir können die Welt verändern. Es liegt an den vielen. Die wollen wir erreichen. Allein auf die Politik verlassen? Das reicht schon lange nicht mehr. Auf geht’s, bringen wir die Broschüre unter die Leute! – Umweltinstitut München: Im Handbuch stellen wir Ihnen dafür einfache Anleitungen und Forderungsbaukästen zur Verfügung. Und wenn Sie Unterstützung brauchen, dann kontaktieren Sie mich. Gerne beraten wir Initiativen und helfen bei der Mobilisierung. Hinter uns steht ein breites Netzwerk an Unterstützern, vom Bund für Umwelt und Naturschutz über den Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC bis zu Greenpeace. Buchbestellung: http://www.umweltinstitut.org/ueber-uns/infomaterial/energie-und-klima.html. Die Klimabroschüre als PDF herunterladen.

Hauptverhandlung gegen Lebensmittelretterinnen …

… und Einladung zur Kundgebung. (Info der beiden Angeklagten:) Bis jetzt ist keine Terminverschiebung in Aussicht. Wie bereits angekündigt, findet der Prozess am Mittwoch, den 30. Januar um 14.00 Uhr vor dem Amtsgericht Fürstenfeldbruck statt. Zu diesem Anlass treffen wir uns alle um 12.00 Uhr zur Kundgebung auf dem Hauptplatz vor der Stadtsparkasse in Fürstenfeldbruck. Sie wurde von unseren Unterstützern organisiert. Für Mittagessen und heiße Getränke wird der mobile Essensstand sorgen, der direkt „aus der Tonne“ serviert. Live-Musik von Aynie und Redebeiträge sorgen für den nötigen Tiefgang und Unterhaltung. Ab 13.00 Uhr machen wir uns gemeinsam auf den Weg in Richtung Gerichtsgebäude in Form einer Demonstration, denn ab 13.30 Uhr wird es Zeit in den Gerichtssaal zu gehen. Wir wünschen uns eure solidarische Teilnahme an der Gerichtsverhandlung um 14.00 Uhr. Lasst uns für einen Freispruch einstehen! Das Ergebnis der Verhandlung werden wir direkt im Anschluss nach außen tragen und gemeinsam unsere Meinung darüber kund zu tun. Zum Schluss wird der Liedermacher Harry Gump für Stimmung sorgen.
Lasst uns gemeinsam laut werden und für die Entkriminalisierung des Containerns, sowie gegen die massive Lebensmittelverschwendung demonstrieren. Seid kreativ malt gerne Transparente. Wer mag, bringt einen Kochtopf mit für ein lautes Topf-Konzert. Mit dem Kochlöffel in der Hand hauen wir auf den Putz! (Für eventuelle kurzfristige Änderungen schaut nochmal auf unseren Blog: www.olchiscontainern1.blogsport.de oder auf unserer facebook-Seite „Olchis Containern“).
Aus einer persönlichen Sache wurde eine politische Frage. Sind wir bereit für Eigeninitiative? Bis hin zu einer globalen Klimagerechtigkeit ist es noch ein weiter weg! Wir haben uns bereits auf den Weg gemacht. Während die Politik noch schläft, wollen wir bereits aufgestanden sein, Verantwortung übernehmen und unsere Welt selbst mitgestalten!
Voraussichtlich Mitte Februar wird es ein Nachbereitungstreffen geben. Es besteht der Wunsch, ein festes Netzwerk zu schaffen, welches sich über diesen Fall hinaus mit der Lebensmittelrettung beschäftigt, sowie Unterstützung für zukünftige Angeklagte bietet. Genauere Infos hierzu gibt’s am Mittwoch.

„Wir haben es satt“

Ein sehr spontaner, aber lauter Aufruf zur Demo „Wir haben es satt“ in Berlin, am Samstag, den 19. Januar, erreichte uns von den beiden Olchinger Containerinnen/Lebensmittelretterinnen: „Auch wir werden dabei sein und unsere Stimme gegen die Agrarindustrie und für ein gerechteres und nachhaltigeres Lebensmittelsystem erheben. Nehmt eure Kochtöpfe mit! Ab 12 gehts los am Brandenburger Tor. Nach der Demo werden wir bei der Veranstaltung „Soup & Talk“ mit einigen anderen spannenden Initiativen, auch unseren Fall und Aktionen gegen die Lebensmittelverschwendung vorstellen dürfen. – Infos: https://www.wir-haben-es-satt.de/informieren/programm/suppntalk/
Die Großdemonstration in Berlin: Mehr als 170 Bäuerinnen und Bauern reisten mit ihren Traktoren an. Gut 35.000 Menschen setzten sich bunt, lustig und laut für eine zukunftsfähige Agrarrefom ein, für die Tiere, für Vielfalt und Bienen, für gutes Wasser und gesundes Essen für alle.

Nach dem Bürgerentscheid zurück in die Steinzeit?

Die Brucker SZ berichtete am 23.7.18: »… der Geschäftsführer der Bohrfirma Exorka, die zu Daldrup gehört, sagte lediglich: „Was die Energiewende betrifft, haben sich die Puchheimer zurück in die Steinzeit versetzt“ … Entscheidend ist immer die Rendite. Die Stadt Fürstenfeldbruck hat ihr Geothermie-Projekt bereits 2009 als unrentabel begraben, bis heute hat sich kein privater Investor gefunden … Germering verfolgt ebenfalls seit mehr als einem Jahrzehnt ein Geothermie-Projekt, hat aber mit Steag Evonik wie Puchheim nur einen potenziellen Partner gefunden … Der Bürgermeister glaubt, dass die Angst vor einem Erdbeben überall ausschlaggebend war. Viele hätten Erfahrungen mit nassen Kellern durch hohes Grundwasser und Regen und wollten das nicht noch mal haben … Tatsächlich verfügen die Stadt und die Firma noch bis Ende Juni 2019 über den Claim. Spätestens dann könnten andere Investoren das Bergrecht beim bayerischen Wirtschaftsministerium beantragen und würden es wohl bekommen.«
Kommentar: Angst ist kein guter Ratgeber. Aber blindes Vertrauen in Technik und Wirtschaftlichkeit sind es auch nicht. Es fehlt an tieferem Wissen, an Transparenz und an einer auf demokratische Weise organisierte Wirtschafts- und Gesellschaftspolitik, die das Gemeinwohl an die erste Stelle setzt statt Privatinteressen. Doch das sind derzeit noch Fremdwörter im politischen Alltag sowie im Bewusstsein der Menschen, die das nicht gewohnt sind und es sich deshalb kaum vorstellen können. Weil: „Die machen ja doch, was sie wollen!“ Rendite first oder Mensch und Natur? Hierüber wäre ein Entscheid zu fällen! Erst dann ist die Steinzeit endgültig vorbei.

Energiewende ist schwer. Obwohl …

Die Brucker SZ kommentierte am 29.5.18: Die Energiewende im Landkreis hinkt dem Zeitplan weit hinterher … Es sind allenfalls kleine Gehschritte, die bislang unternommen wurden. Die Expertise zum Energie- und CO₂-Verbrauch im Landkreis hat es jüngst mit Zahlen untermauert. Der Landkreis bleibt hinter seinen Zielen zurück … Die Abkehr von fossilen Ressourcen und Kernenergie ist eine Jahrhundertaufgabe und ohne historisches Vorbild … Braucht … einen Masterplan – weltweit, landesweit, lokal. Und sie braucht unabhängige wissenschaftliche Begleitung, zu komplex ist das Thema und nicht so einfach … Ein kommunaler Aktionsplan kann der richtige Weg dahin sein.
Ein Kommentar von Franz Alt resümiert andererseits einen Ökostrom-Rekord in Deutschland: Im Jahr 2000 wurden in Deutschland 5 % Ökostrom erzeugt. Im Frühjahr 2018 sind wir bei 42 % – mehr als achtmal so viel … Im Jahr 2000 kostete die Produktion einer Kilowattstunde Solarstrom 70 Cent – heute noch etwa sieben Cent, um den Faktor Weiterlesen