Kategorie: Dokumentiert

Wählen gehen! Genügt das?

Am Sonntag, 1.3., um 17.30 Uhr, überträgt das LIFEstudioFFB eine Gesprächsrunde im Rahmen von »Demokratisch in Bruck« unter dem Titel „Wir wollen, sollen und dürfen wählen! Genügt das …? Ein kleiner Nachtisch und ein großer Vorgeschmack“. Die Moderatoren beleuchten ihre Vorstellungsrunden an den Februar-Sonntagen und diskutieren darüber hinaus Fragen der Bürgerbeteiligung und wünschenswerte Verbesserungen unserer Demokratie. Meinungsumfragen beweisen, unsere Mitmenschen wollen mehr Frieden, Demokratie und Menschenwürde. Welche Möglichkeiten gibt es, welche lassen sich in unserer Stadt verwirklichen? Zu den Diskutanten gehören die Moderatoren der Februar-Vorstellungsrunden Karl Busl, Mitglied im Verein „Mehr Demokratie“, Hans-Jürgen Buber, ehem. Altenpfleger und im Vorstand des Vereins „Eine-Welt-Zentrum FFB“. Des weiteren die ListenkandidatInnen von der ÖDP Maria Hammer, von den Grünen Theresa Hannig, von der Partei DiePartei Tim Niklas, von der SPD Ludwig Sinzinger.
Der Link zur Live-Übertragung: www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach steht die Sendung zur Ansicht im Video-Archiv auf www.youtube.com/ffbaktivstudio.

Menschenverachtende Positionen entlarven und bekämpfen

Pressemitteilung des „Bündnis FFB ist bunt nicht braun“ und des Kreisverbands Fürstenfeldbruck der GEW vom 21.2.20 zum rechtsterroristischen Anschlag in Hanau: „Der Kreisverband Fürstenfeldbruck der GEW spricht, zusammen mit dem Bündnis Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun!, den Hinterbliebenen ihr Beileid aus und wird sich weiterhin gegen jede Form von Hass, Hetze, Rassismus und Intoleranz einsetzen. Wir alle sind angesichts des Anschlags in Hanau vom 19. Februar 2020 fassungslos. Den hinterbliebenen Familien und Freunden sprechen wir unser Beileid aus. Die abscheuliche Tat, die Menschen aus dem Leben riss und zahlreiche verletzte, war rechtsradikal motiviert und richtete sich gezielt gegen Mitbürger*innen mit mutmaßlichem Migrationshintergrund. Ebenso fassungslos vernehmen wir Relativierungsversuche rechter Akteur*innen, die die Tat als Aktion eines Verwirrten herunterspielen und dem Täter eine aggressive rechtsnationalistische Gesinnung absprechen. Damit kaschieren sie ihre Mitverantwortung an einem sich aufheizenden aggressiv-menschenfeindlichen politischen Klima, das Taten wie die in Hanau verharmlost und wahrscheinlicher macht. Als GEW werden wir uns weiterhin und energisch für mehr politische Bildung und Demokratieerziehung an unseren Schulen einsetzen. Wir lassen nichts unversucht, menschenverachtende Positionen zu entlarven und zu bekämpfen.“ – Margot Simoneit, GEW KV Fürstenfeldbruck

Im LIFEstudioFFB: ÖDP und Die Linke stellen ihre Stadtziele vor

Am Sonntag, 23.2., im LIFEstudioFFB, um 17.30 Uhr geht die Sendereihe zur Fürstenfeldbrucker Kommunalwahl 2020 weiter. „Wir präsentieren zur Stadtratswahl 2020 Brucker Parteien und Wählergruppen, die ihre Programmziele für FFB vorstellen. Wir stellen Fragen“. Der Link zur Live-Übertragung: www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach stehen die Sendungen zur Ansicht im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio.
„Stadtratswahl: Wer wählt, gewinnt …?“. Es stellen die Sprecher von ÖDP und Die Linke ihre Stadtziele vor. Für die ÖDP-Ökologisch-demokratische Partei: Alexa Zierl, Unternehmerin und erste Brucker Radltaxi-Fahrerin, und Dieter Kreis, ÖDP-Kreisverbandsvorsitzender. Für die Parte Die Linke: Adrian Best, Student der Sozialpädagogik mit Zusatz Management, und Axel Lämmle, Unternehmer und Fahrschullehrer.

Im LIFEstudioFFB: BBV und Grüne stellen ihre Stadtziele vor

Wahlhilfe-Service für die Fürstenfeldbrucker Wählerschaft im LIFEstudioFFB: „Stadtratswahl: Wer wählt, gewinnt …?“. Das „LIFEstudioFFB“ der Sozialinitiative „Brucker Brücke – das Wir stärken“ überträgt seine Vorstellungsrunden mit Brucker Parteien zur Stadtratswahl übers Internet. Am Sonntag, 16.2., um 17.30 Uhr, stellen die Sprecher von BBV und Die Grünen ihre Ziele für FFB vor. Für die BBV-Brucker Bürgervereinigung sprechen Christian Götz, Diplombiologe und 2. Bürgermeister, und Lisa Rubin, Studierende der Kommunikationswissenschaften. Für Bündnis 90/Die Grünen sprechen Christian Stangl, Gymnasiallehrer und Stadtrat, und Johanna Mellentin, Kulturwissenschaftlerin.
Am Sonntag, 23.2., um 17.30 Uhr, sprechen die Vertreter von ÖDP und Die Linke.
Der Link zur Live-Übertragung: www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach stehen die Sendungen zur Ansicht im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio.

Fürstenfeldbruck ist nicht Thüringen, aber …

Zu Anliegen und Problemen wie Rassismus, Abrüstung und Erinnerungskultur gab es in den vergangenen Tagen mehrere Meldungen in der Tagespresse. Die Brucker SZ berichtete am 6.2.20: Umwidmung der Zenettistraße gefordert … Die „Initiative gegen falsche Glorie“ ist nicht einverstanden damit, dass der Stadtrat von Fürstenfeldbruck es bei Straßennamen belässt, die Wehrmachtsoffizieren gewidmet sind, und diese lediglich mit kurzen Zusatztafeln ausgestattet hat. „Wir fordern die Umwidmung der Zenettistraße“, erklärte Jakob Knab, der Sprecher der Initiative aus Kaufbeuren.
Das Brucker Tagblatt berichtete am 6.2.20 über ein herausragendes Ergebnis der letzten Stadtratssitzung am 31.1.20: Stadtrat für atomare Abrüstung … Die Stadt setzt sich für die nukleare Abrüstung ein. Auf Antrag von Vize-Bürgermeister Christian Götz (BBV) schließt Fürstenfeldbruck sich dem Appell der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN) an.
Das Brucker Tagblatt berichtete am 7.2.20: Erinnerungen an einen Widerstandskämpfer … „Wehret den Anfängen“, sagte die erste Vorsitzende des Historischen Vereins Fürstenfeldbruck (HVF), Anna Ulrike Bergheim, am Donnerstag bei der Begrüßung von Berthold Goerdeler, dem Enkel des Widerstandskämpfers Carl Friedrich Goerdeler.
Die Brucker SZ berichtete am 6.2.20 über eine Befragung der örtlichen FDP zu den Thüringer Vorgängen: Kreis-FDP schließt Zusammenarbeit mit AfD aus … Führende Parteimitglieder bezeichnen Vorgänge in Thüringen als „nicht schlau“ und begrüßen Neuwahlen … Das Grundproblem sei aber, dass es durch das Wahlverhalten „in der Mitte“ keine Mehrheiten mehr gebe, obwohl es eine funktionierende Demokratie gebe und die wirtschaftliche Lage gut sei … Bahner hingegen vertritt die Auffassung, es sei besser, wenn ein FDP-Politiker mit den Stimmen der AfD zum Ministerpräsidenten gewählt werde als ein Linker, nämlich Bodo Ramelow, mit den Stimmen von SPD und Grünen. Die Linke bezeichnet er als „SED-Nachfolgepartei“. Auf Facebook kommentiert er, die Thüringer FDP habe „Eier gehabt“. Bahners Frau Monica, ebenfalls Mitglied der FDP, dankt auf Facebook dafür, dass die FDP „Thüringen den Ökoterrorismus von Rot-Rot-Grün erspart“ habe.
Am 7.2.20 berichtete die Brucker SZ zusätzlich über Äußerungen der Familie Bahner – Herwig Bahner ist Stadtrat der FDP: Klare Sympathien für die AfD … FDP-Mitglied Monica Bahner äußert sich auf Facebook: „… Danke an die FDP in Thüringen, danke dass Ihr Thüringen den Ökoterrorismus von rot- rot- grün erspart habt! …“
Aus der Geschichte lernen: Zur Geschichte der Nachkriegsparteien CDU und FDP gab es im „Dezember 2010 eine Große Anfrage an die Bundesregierung zum Umgang mit der NS-Vergangenheit ab 1949 … (Drucksache 17/4126). Die umfängliche sowie weithin informative Antwort der Bundesregierung erschien im Dezember 2011 (Drucksache 17/8134). Beispielsweise ließ sich daraus ableiten, dass dem Kabinett unter Kanzler Ludwig Erhard ab 1963 neben einem Vizekanzler, der Berufsoffizier der Wehrmacht im Vernichtungskrieg im Osten war, acht Bundesminister aus CDU, CSU und FDP angehörten, die der vom Nürnberger Internationalen Tribunal für verbrecherisch erklärten NSDAP – teilweise seit 1933 – angehört hatten. Es war jene Regierung, die im Herbst 1964 beschloss und danach das Ziel anstrebte, am 9. Mai 1965 für sämtliche NS-und Kriegs-verbrechen Verjährung eintreten zu lassen … Die hauptsächlichen und direkten parteipolitischen Vorgänger der heutigen Regierungsparteien zwischen November 1918 und Juli 1933 waren: Für die Unionsparteien die katholischen Rechtsparteien Zentrum und Bayerische Volkspartei (BVP) sowie der evangelische Christlich-Soziale Volksdienst; für die FDP die Deutsche Demokratische Partei (DDP, später: Deutsche Staatspartei) und die Deutsche Volkspartei (DVP). Nimmt man den nahezu ungehemmten Zustrom von Mitläufern und Tätern der NS-Barbarei nach 1945, die Kontinuitäten der sozialen und politischen Milieus sowie beim Führungspersonal, obendrein den nahtlos, bloß modifiziert, fortgesetzten Antikommunismus, sind Unionsparteien und FDP auch als Nachfolgeparteien von Deutsch-nationaler Volkspartei (DNVP) und NSDAP anzusehen. Die Mitte-Rechts-Regierung in Bonn bestätigte ab September 1949 diese Einschätzung dadurch, dass sie sich weitgehend aus jenen Vorgängerparteien rekrutierte sowie vordringlich und zielstrebig die Interessen der aus dem vorangegangenen Verbrecherstaat belasteten Täter, Gehilfen und Mitläufer wahrgenommen und weit-gehend durchgesetzt hat.“
Zum Ideologem der „Mitte“ kann man in der Wochenzeitung „freitag“ lesen: „Die Ideologie der Mitte war eine Camouflage aus der Adenauerzeit: die Westalliierten brauchten die Bundesrepublik als Bundesgenossin in ihrem Kampf gegen die Sowjetunion, mit der sie einst in der Anti-Hitler-Koalition verbündet waren. Ein Relikt aus dieser Episode vor 1945 war die Unterstellung, man habe mit dem einstigen Antifaschismus gar nicht gebrochen, denn jetzt gehe es gleichermaßen gegen Links und Rechts. Das war die Geburtsstunde sowohl der Extremismus- als auch der Totalitarismusdoktrin. Unter ihrem Schirm gediehen ehemalige Nazis, die nichts dagegen hatten, sich jetzt in freiheitliche Demokraten umtaufen zu lassen.“
Ex-Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP) hält eine Verharmlosung der AfD für völlig falsch und gefährlich. In Bezug auf die Wahl in #Thueringen fordert er eine klare Abgrenzung, um die Demokratie zu stärken. Kurz-Video auf Twitter.

Web-TV-Sendung zur Stadtratswahl am 16.2.

Unter dem Titel „Stadtratswahl: Wer wählt, gewinnt …? Ein Wahlhilfe-Service für die Fürstenfeldbrucker Wählerschaft“ präsentiert das LIFEstudioFFB zur Stadtratswahl Brucker Parteien und befragt sie zu ihren Zielvorstellungen für unsere Stadt. Brucker Parteien stellen ihre wichtigsten Ziele für unsere Stadt vor. Im Anschluss beantworten sie Fragen der Veranstalter.
Jeweils um 17.30 Uhr beginnen die Livesendungen. Zu sehen auf www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach sind sie als Video im Archiv zu sehen auf www.youtube.com/ffbaktivstudio.
Die Termine der folgenden Sendungen:
Am Sonntag, 16.2., um 17.30 Uhr, stellen die Sprecher von der BBV und den Grünen ihre wichtigsten Ziele für FFB vor: Christian Götz, 2. Bürgermeister, und Lisa Rubin, Studierende der Kommunikationswissenschaften, für die BBV. Christian Stangl, Gymnasiallehrer und Stadtrat, und Johanna Mellentin, Kulturwissenschaftlerin, für Bündnis 90/Die Grünen. Im Anschluss beantworten beide Fragen der Veranstalter.
Am Sonntag, 23.2., stellen die Sprecher von ÖDP und Die Linke ihre Ziele für FFB vor.
Am Sonntag, 1.3., folgt eine Gesprächsrunde im Rahmen von »Demokratisch in Bruck« unter dem Titel „Wir wollen, sollen und dürfen wählen! Genügt das …?“ Die Moderatoren beleuchten ihre Vorstellungsrunden an den Februar-Sonntagen und diskutieren darüber hinaus Fragen der Bürgerbeteiligung und wünschenswerte Verbesserungen unserer Demokratie. Meinungsumfragen beweisen, unsere Mitmenschen wollen mehr Frieden, Demokratie und Menschenwürde. Welche Möglichkeiten gibt es, welche lassen sich in unserer Stadt verwirklichen? Zu den Diskutanten gehört Karl Busl, Mitglied im Verein „Mehr Demokratie“.

Über die dunkle Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck

Im „LIFEstudioFFB“ gibt es am Freitag, 31.1., um 19 Uhr einen Livestream auf www.lifestudio.ffbaktiv.de, danach im Videoarchiv: www.youtube.com/ffbaktivstudiomit Dr. Sven Deppisch über seine Forschung zur dunklen Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck. Sven Deppisch spricht über sein Buch „Täter auf der Schulbank“ und stellt die zentralen Ergebnisse seiner Dissertation vor. Außerdem berichtet er darüber, was ihn dazu motivierte, die dunkle Vergangenheit der Polizeischule Fürstenfeldbruck zu erforschen. Nicht zuletzt erzählt er davon, welche Reaktionen er bisher erhielt und was sein Buch auslöste.
Ausführliche Infos auf www.ffbwandel.wordpress.com/brucker-bruecke/stadt-im-wandel.

Gedenken am Todesmarsch-Mahnmal

Kurz vor dem Ende des Nazi-Regimes wurden im April 1945 jüdische Zwangsarbeiter aus den Konzentrationslagern Landsberg/Kaufering durch Bruck Richtung Alpenvorland getrieben. Daran erinnert das Brucker Todesmarsch-Mahnmal an der Dachauer Straße/Ecke Augsburger Straße. Dort fand am Montag, 27. Januar, dem Tag der Opfer des Nationalsozialismus, ab 11.30 Uhr ein öffentliches Gedenken statt. Schüler der Realschule Puchheim lasen Texte aus dem Buch „Mein Schatten in Dachau“. Für die musikalische Begleitung sorgte die Musikklasse der Realschule. Die Brucker SZ berichtete am 27.1.20 über das „Gedenken zum 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz“: »Vor 75 Jahren, am 27. Januar 1945, befreite die Rote Armee die letzten überlebenden Gefangenen des KZ Auschwitz nach heftigen Kämpfen gegen die Wehrmacht. Seit 1996 ist dieses Datum ein Gedenktag in der Bundesrepublik. In Bruck veranstaltet der Arbeitskreis Mahnmal deshalb Gedenkminuten am Todesmarsch-Mahnmal an der Augsburger Straße … Gegen Vergessen und Fremdenhass … Im April 1945 wurden die Überlebenden in Todesmärschen quer durch den Landkreis Fürstenfeldbruck getrieben. Das Mahnmal stammt von dem Künstler Hubertus von Pilgrim und wurde 1994 aufgestellt … Hunderte Bürger beteiligen sich … Schüler lesen aus Briefen und Gedichten von Opfern des Faschismus … Das Gedenken richte sich nicht nur gegen das Vergessen der Vergangenheit, sondern gegen „neuen Fremdenhass“ …«
Am 24.1. interviewte das Brucker Tagblatt Julia Zieglmeier vom AK Mahnmal FFB:
„Der 27. Januar ist der Tag der Opfer des Nationalsozialismus. Aus diesem Anlass organisiert der Arbeitskreis Mahnmal Fürstenfeldbruck jedes Jahr eine Gedenkveranstaltung am Todesmarsch-Mahnmal … Was der Arbeitskreis leistet und warum seine Arbeit heute wichtiger ist denn je, berichtet Sprecherin Julia Zieglmeier (70) im Tagblatt-Interview.“
Zur Warnung veröffentlichen wir folgende Berichte: Versuchung von rechts: „Fridays gegen Altersarmut“ – Das Rententhema von AfD vereinnahmt. Schon seit Längerem gerieren sich Rechte unterschiedlicher Form als Verteidiger der deutschen Rentner, die angeblich gegenüber Geflüchteten benachteiligt würden. „Rentner müssen Flaschen sammeln und vor Essenstafeln Schlange stehen“, heißt es in einem Aufruf der rechten Homepage PI-News im Juli 2019. Dort wurde an die AfD appelliert, das Thema Altersarmut zu besetzen. Nach verschiedenen Statistiken über wachsende Altersarmut kommt dann der nationalistische Erklärungsansatz. Gerade Senioren würden besonders unter dem Verlust traditioneller Werte und alter Sicherheiten leiden. Daran könnte die AfD anknüpfen … Rechte Gruppen fordern exklusive Rechte für einige Gruppen, wenn sie Rentner gegen Migranten ausspielen. Sie knüpfen da an Vorstellungen an, dass man sich Rechte erst einmal verdienen muss, beispielsweise durch eine deutsche Staatsbürgerschaft. Bericht: https://www.heise.de/tp/features/Nach-Fridays-for-Future-nun-Fridays-gegen-Altersarmut-4644978.html. Nazis auf „Fridays gegen Altersarmut“: https://www.volksverpetzer.de/recherche-afd/so-rechts-fridays-altersarmut. Das gewerkschaftliche Bündnis: http://buendnis-gegen-altersarmut.de. Ein wichtiger grundlegender Text: „Der fruchtbare Schoß: Auch 75 Jahre nach dem Ende des Hitlerfaschismus ist die Gefahr nicht gebannt. Wir alle sind zur Wachsamkeit aufgerufen“ … Über die Nazi-Fianziers in den USA: https://www.rubikon.news/artikel/die-us-ns-connection.

Livesendung über Armutsfallen

Das „LIFEstudioFFB“ übertrug am Freitag, 17.1., um 19 Uhr, eine Gesprächsrunde zur Situation der Rentner, Arbeitslosen und von Hartz-IV-Betroffenen. Zu sehen als Langfassung: https://youtu.be/4jnolimRoQk. Das Thema: „Die Armutsfalle – Hartz IV und die Folgen“. Nach dem BGH-Urteil am 5.11.19 zur Hartz-IV-Sanktionspolitik diskutieren über ihre Erfahrungen mit betroffenen Menschen: Die Autorin Bettina Kenter-Götte („Heart‘s Fear – Geschichten vor Armut und Ausgrenzung“), Fredy Engelhardt von der Initiative zur Selbsthilfe für Betroffene mit geringem Einkommen isb und Mike Gallen von der Arbeitslosenseelsorge und dem Improtheater für Erwerbssuchende bei der Erzdiözese München. Sie diskutieren die Fragen: Wer macht diese Politik und mit welchen Mitteln? Wie wirkt sich diese Politik auf die Betroffenen aus? Welche guten und schlechten Erfahrungen werden bei der Betreuung, Beratung und Hilfeleistung gemacht? Wie weiter? – Hartz IV ist in Verruf geraten, die zunehmende Altersarmut zu befördern. Die Armut schreitet fort im Land. Auch im Brucker Raum. Die Schere zwischen armen und reichen Familien in Deutschland ist in den vergangenen Jahren weiter auseinander gegangen – und Leidtragende sind vor allem die Kinder. Arme Familien haben inzwischen preisbereinigt noch weniger Geld für ihre Kinder zur Verfügung als vor zehn Jahren, während sich reiche Familien mehr für ihren Nachwuchs leisten können. Dies geht aus einer Studie hervor, die der Paritätische Gesamtverband vorgelegt hat. Die Zahlen sind schockierend: Rund 650.000 Menschen in Deutschland haben keine eigene Wohnung, 48.000 von ihnen leben auf der Straße, Tendenz steigend. – Im Evangelium des Matthäus heißt es sinngemäß: „Wer hat, dem wird gegeben, und wer wenig hat, dem wird auch das noch genommen.“ 1846 verzeichnete der »Brockhaus« erstmals den »neuerfundenen Begriff« des »Pauperismus« als Ausdruck dafür, dass »eine zahlreiche Volksclasse sich durch die angestrengteste Arbeit höchstens das nothdürftigste Auskommen verdienen kann«, bzw. »auch dessen nicht sicher ist«.

Ehrenamtliche Arbeit am Nächsten

Die Brucker SZ berichtete am 29.12.19 über Jürgen Schulz und „das große Spektrum an ehrenamtlichen Tätigkeiten des heute 78-jährigen Fürstenfeldbruckers“, der ein Buch im Eigenverlag veröffentlichte: „Fürstenfeldbruck am Rande. Notizen eines Ehrenamtlichen“. Die SZ schreibt: „Im Dauerdienst am Nächsten. Der Fürstenfeldbrucker Jürgen Schulz reflektiert in einem lesenswerten Büchlein über seine vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten. Seine Erfahrungen beleuchten das Schatten-Dasein von sozial benachteiligten Menschen in der Kreisstadt … In jedem Kapitel erfährt man Tiefgreifendes über das jeweilige soziale Problemfeld, auf dem ehrenamtlicher Einsatz personelle Lücken schließt und Menschlichkeit einbringt … dokumentieren … die jüngere Sozialgeschichte der Kreisstadt, welche beispielhaft die Gründung und Entwicklung von Einrichtungen und Initiativen umfasst wie der Tafel für Bedürftige, der Beratungsstelle und Unterkunft für Wohnungslose, dem christlich-muslimischen Gesprächskreis, den Aktivitäten für fairen Handel oder dem Arbeitskreis Mahnmal für die Opfer der Todesmärsche von KZ-Häftlingen am Ende des Zweiten Weltkrieges … Der Autor wirft Fragen auf, die Defizite beleuchten. Etwa die, ob das Ehrenamt gesellschaftliche Aufgaben kompensiere, die eher von Beschäftigten der Kommunen oder anderen Institutionen ausgeführt werden sollten?“
Das Buch von Jürgen Schulz (75 Seiten, 8,50 Euro) ist erhältlich in Fürstenfeldbruck in der Buchhandlung Wagner, im Klosterladen, am Eine-Welt-Stand auf dem Bauernmarkt oder beim Autor selbst über die Emailadresse write.juergen@t-online.de.

Tag der menschlichen Solidarität

Im LIFEstudioFFB läuft zum Vorweihnachts- und Neujahrsrummel am Freitag, 20.12., um 19 Uhr, eine Sendung mit vorbereiteten Beiträgen zum „Internationalen Tag der menschlichen Solidarität“. Der Link zum Livestream: www.lifestudio.ffbaktiv.de. Danach steht die Aufzeichnung im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio. Es gibt die Lesung einer Geschichte von Rudolf Leonhard zu hören: „Das jüdische Kind“. Sowie drei satirische Lieder des Liedermachers Krysztof Daletski über die aktuelle Politik: „Circulus terroris“, „Wenn der Russe provoziert“, „Das Zwei-Prozent-Ziel“. Über den Schriftsteller Rudolf Leonhard weiß man wenig: Wie viele seiner Landsleute wurde der Schriftsteller im Herbst 1939 interniert und verbrachte vier Jahre in verschiedenen Internierungslagern und im Gefängnis. Als einer der wenigen Deutschen gehörte er nach seiner Flucht aus dem Gefängnis der südfranzösischen Résistance an. Krysztof Daletski, Liedermacher und Sänger, der gern zusammen mit seiner Tochter intoniert, ist noch zu wenig bekannt.
Internationaler Tag der menschlichen Solidarität: Der 20. Dezember wurde im Jahr 2005 von der Generalversammlung der UN als Welttag der Solidarität erklärt. Diese zählt laut erklärter Auffassung der Vereinten Nationen zu den fundamentalsten und wichtigsten Werten der menschlichen Gesellschaft im 21. Jahrhundert. Dieser Internationale Tag der menschlichen Solidarität soll an die Wichtigkeit erinnern, bei weltweiten Problemen gemeinsam zu agieren. Nur so können diese Herausforderungen gemeistert und Ziele erreicht werden. Die Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs in den Entwicklungsländern, um die Armut zu bekämpfen gehört, vordringlich dazu. Idealerweise sollten alle Nationen dies gemeinsam anstreben und unterstützen. Nach dem Prinzip der sozialen Ausgeglichenheit und Gerechtigkeit sollen diejenigen, denen es am besten geht, jenen helfen, denen es am schlechtesten geht. Wer am meisten profitiert, soll auch die größte Hilfe den Schwächsten zukommen lassen. Das wäre Solidarität unter den Menschen und daran soll dieser Welttag vor allem diejenigen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, ermahnen und zum Handeln aufrufen. Der Welttag der menschlichen Solidarität nimmt jedes Jahr an Bedeutung zu. Beispielsweise verarmten allein im Jahr 2009 durch die internationale Wirtschaftskrise 100 Millionen Menschen zusätzlich. Eine große und direkte Bedrohung stellt der globale Klimawandel für alle Erdbewohner dar. Die absehbare Knappheit von sauberem Trinkwasser, die Versorgung mit Nahrungsmitteln wird durch die immer öfter vorkommenden Naturkatastrophen bedingt und treffen am häufigsten und härtesten diejenigen, die bereits schon Not leiden. Sie sind am wenigsten darauf vorbereitet und können sich auch am wenigsten selbst helfen. Hier ist es an jenen denen besser geht, zu handeln. Große politische Ziele, wie die Verbesserung der Situation der Armen und Ärmsten dieser Welt und eine Eindämmung des Klimawandels sind eben nur gemeinsam zu erreichen. – https://dertagdes.de/jahrestag/Internationaler-Tag-der-menschlichen-Solidaritaet

Mephisto lebt

Im LIFEstudioFFB läuft am Freitag, 1.11., 19 Uhr, im Livestream „Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“ – Der Link zum Livestream auf YouTube: www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio.
Der Finanzökonom Prof. Christian Kreiß, stellt sein neues Buch vor. In ihm geht es um die Fragestellung eines Advocatus Diaboli: Wenn Mephisto, die bekannte Figur aus Goethes „Faust“, unsere Wirtschaftsgesetze machen könnte, was würde er dann tun? Er will das Menschengeschlecht so stark wie möglich schädigen. Wie kann man das am besten tun? Wie kann man die Regeln, die Gesetze, die Wirtschaftsordnung, so gestalten, dass die Menschen geschädigt werden? – Christian Kreiß, geb. 1962, Studium und Promotion in Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftsgeschichte, arbeitete neun Jahre als Bankier, davon sieben Jahre als Investmentbanker. Seit 2002 unterrichtet er als Professor an der Hochschule Aalen Finanzierung und Volkswirtschaftslehre. Christian Kreiß veröffentlichte bisher vier Bücher und zahlreiche Artikel, u.a. im Spiegel, in der Süddeutschen Zeitung, der FAZ und der Welt. Er hält Vorträge und tritt auch im Deutschen Bundestag als unabhängiger Experte auf. Seine Webseite gibt die Möglichkeit, dieses Buch kostenfrei als PDF herunterzuladen: www.menschengerechtewirtschaft.de

Was steht für sinnvollen Sport?

Im LIFEstudioFFB am Freitag, 25.10., 18.30 Uhr läuft der Livestream „Es lebe der Sport – bloß welcher?“ – Der Link zum Livestream auf YouTube: www.youtube.com/ffbaktivstudio/live. Danach im Video-Archiv: www.youtube.com/ffbaktivstudio.
Der Brucker Zeitzeuge Klaus Zieglmeier lädt ein zum Gespräch auf Augenhöhe. Seine Gäste sind sechs aktive Brucker Sportler und teilweise Funktionäre ihrer Vereine: Sportbeirat Nikolaus Gnam vom TC FFB; Gitti Hinz von den Wasserratten; Iwan Severinac vom TSV West; Alfred Thurner vom SCF; Manuel Vilgertshofer vom EVF und Matthias Clementi vom TuS.
Richtig betriebener Sport ist Füllhorn positiver Effekte für den Einzelnen und die ganze Gesellschaft. Seine nützlichen Folgen sind zahlreich und zum Teil wissenschaftlich nachgewiesen. Dazu gehören positives Selbstwertgefühl, Kommunikationsfähigkeit und -möglichkeit, Erwerb von Strategien für positives Sozialverhalten, wesentlicher Kitt in der heutigen Gesellschaft, eines der besten Felder für gelebte Integration, sinnvolle Umorientierung der innerartlichen Aggression, bewährtes Gegengewicht zur virtuellen Welt, Selbstbestimmung, Leistungsmotivation und Stressstabilität und nicht zuletzt Spaß und Freude an der Bewegung. Die Reihe der belastungsreduzierenden und ressourcenstärkenden Wirkungen lässt sich beinah beliebig fortsetzen. Für derart sinnvollen Sport ist die Unterstützung des Staates Gebot (u. a. Art. 57 Gemeindeordnung in Bayern). Diese Debatte soll der Hinwendung zum sinnvollen Sporttreiben dienen. Der heutige „Zirkus- und Kommerzsport, die Geldmeisterschaften“ sind äußerst kritisch zu hinterfragen. Sinnvolles Leistungsstreben mit eigener Nachwuchsarbeit und breitensportliche Entwicklung dagegen sind herauszustellen mit dem Ziel: Motivation zum lebenslangen Sporttreiben. Der Brucker SC-Präsident Lutzeier: „Das Geld hat den Fußball in den Amateurklassen kaputt gemacht!“
Klaus Zieglmeier ist Sportwissenschaftler, Autor zahlreicher Bücher, deren Grundlage die freiheitlich demokratische Grundordnung ist. Die Themen sind breit gefächert: Von Satire zu jeweils aktuellen städtischen Themen, über Kybernetik als Gesellschaftswissenschaft und vor allem über sinnvollen, lebenslangen Sport als Gegenpol zu Zirkus-, Kommerzsport und „Geldmeisterschaften“. Er war 16 Jahre im Vorstand des Brucker EVF und 16 Jahre Stadtrat.

Vorbildlich und fordernd

Sozialinitiative „Brucker Brücke“. Live-Debatte über Gedenk-Kultur: Wie soll Gedenk-Kultur in Fürstenfeldbruck aussehen? Mit dieser Frage hat sich die Sozialinitiative „Brucker Brücke“ beschäftigt. Die Debatte, an der auch Vertreter der Stadt teilnahmen, wurde live im Internet gezeigt. – Bericht im Brucker Tagblatt vom 18.10.19.
Forderungskatalog an OB übergeben. Klimaschutz fängt vor Ort an: Rund vier Wochen nach der großen Klimaschutz-Kundgebung vor der Stadthalle haben die Organisatoren von Germering for future einen Forderungskatalog an OB Andreas Haas übergeben. Der Rathauschef versprach eine sorgfältige Prüfung: „Wir nehmen das ernst.“ – Bericht im Brucker Tagblatt vom 18.10.19.
Vorbilder vor Ort: „Wie können wir so leben, dass wir auch in den kommenden Jahren noch die wunderschöne Natur in und um Grafrath genießen können? Wie können wir unseren Kindern eine Welt übergeben, in der es klares Trinkwasser und saubere Luft gibt? Was kann jeder Einzelne tun, um mit dem Klimawandel umzugehen?“ Diese Fragen und viele andere zum Erhalt der Lebensgrundlagen für die Menschheit stellt die in Grafrath im vergangenen Jahr gegründete Gruppe „Klimaaktiv vor Ort“ grundsätzlich und ganz besonders in der Foto-Ausstellung „Nach uns die Zukunft – Nachhaltiges Leben bei uns dahoam“. Alice Vogel und Claudia Wolff-Lieser haben viel Zeit aufgewendet, um mit Bürgern aus Grafrath und Kottgeisering ins Gespräch gekommen und die Ergebnisse in kleine Dokumente zu fassen, die zeigen, dass viele Menschen quasi intuitiv bereits umwelt- und klimabewusst handeln, ohne groß darüber zu reden oder es an die große Glocke zu hängen. So sind mehr als ein Dutzend Lebensbilder entstanden, die sich bestimmten Themen zuordnen lassen. Die Ausstellung im Kulturraum in der Brucker Straße 3 in Grafrath ist an den Samstagen, 19./26., und an den Sonntagen, 20./27. Oktober, von 14 bis 18 Uhr geöffnet. – Bericht in der Brucker SZ vom 17.10.19.

Livesendungen im LIFEstudioFFB

Freitag, 18.10., 18.30 Uhr: Wie geht es den Geflüchteten im Brucker Ankerzentrum und danach?
Der Brucker Zeitzeuge Klaus Zieglmeier lädt ein zum Gespräch auf Augenhöhe. Seine Gäste sind Hans Sautmann vom Asylkreis Eichenau und Willi Dräxler als Migrationsreferent der Stadt. Im August war im Bayernteil des „Merkur“ zu lesen: „Seit einem Jahr gibt es in Bayern Ankerzentren – die Kritik von Ehrenamtlichen und Flüchtlingsorganisationen ist nach wie vor groß. Die Unterbringung dort sei menschenunwürdig, betonen sie – und fordern die Abschaffung der Massenunterkünfte.“ Auch das Brucker Zentrum bietet Anlass zur Kritik. – Klaus Zieglmeier ist Sportwissenschaftler, Autor zahlreicher Bücher, deren Grundlage die freiheitlich demokratische Grundordnung ist. Die Themen sind breit gefächert. Von Satire zu jeweils aktuellen städtischen Themen, über Kybernetik als Gesellschaftswissenschaft und vor allem über sinnvollen, lebenslangen Sport. Dies als Gegenpol zu Zirkus- und Kommerzsport und aktuell gegen „Geldmeisterschaft“. Er war 16 Jahre im Vorstand des EVF und 16 Jahre Stadtrat.
Vorankündigungen:
Freitag 1.11., 19 Uhr: „Das Mephisto-Prinzip in unserer Wirtschaft“. Dr. Christian Kreiß, Finanzökonom, stellt sein neues Buch vor.
Freitag, 8.11., 19 Uhr: Hartz IV als Armutsfalle? Bettina Kenter, Autorin des Buchs „Hearts fear“, im Gespräch mit Kennern der Probleme.
Livesendungen auf www.lifestudio.ffbaktiv.de, danach im Archiv auf www.youtube.com/ffbaktivstudio

Bericht vom Gastspiel „Die Weißen kommen“

Regel Nummer eins: Kein Mitleid! Denn wer die Regel bricht, wird zum Afrikaner. So gibt es der Master of the Universe, der Gamemaster, vor, von einer dunklen Stimme aus dem Off gesprochen. Nur wer sich an die Regel hält, kommt weiter, von einem Level zum nächsten. Über 100 Zuschauerinnen und Zuschauer verfolgten gebannt dieses beinahe makabre Spiel, als die Berliner Compagnie am vergangenen Freitag in der Aula der Mittelschule West in Fürstenfeldbruck ihr bitter ernstes Stück von Helma Fries und Elke Schuster auf die Bühne brachte. Natascha Menzel, Jean-Theo Jost, Dimo Wendt und H.G. Fries schlüpften dabei 90 Minuten lang höchst professionell, rasant choreografiert und mit Gesangseinlagen („Heia – heia Safari!“) in wechselnde Rollen. Das Spiel startet in der Jetztzeit, Aktienhändler wollen das Publikum eindringlich überzeugen, in Afrika zu investieren: „Lassen Sie ihr Geld arbeiten! Sie haben es verdient.“ Rohstoffe, Diamanten, Agrarprodukte, alles im Angebot! Wozu Bedenken? Auch wenn das Publikum in Fürstenfeldbruck auf die verlockenden Angebote nicht anspricht, dürfen die 4 Spieler auf der Bühne in die nächsten Level. Jetzt werden den Gästen knallharte Zahlen, Fakten und Analysen von der Kolonialisierung vor über 300 Jahren, über die Sklaverei bis zum heutigen Neokolonialismus um die Ohren gehauen, dass man kaum zum Durchatmen kommt. Purer Rassismus und unvorstellbare Gräueltaten, verantwortet von Deutschland, Belgien, England und Frankreich, grandios verpackt in abwechslungsreiche Szenen, rütteln auf. Es ist fast nicht auszuhalten, wenn z.B. die Sklavenhändler sich, zu feierlicher Barockmusik tanzend, darüber austauschten, wie sie ihre Verluste „durch verdorbene Ware“ über die Versicherung wieder ausgleichen können. Zum Himmel schreiende Menschenverachtung wird hier brillant auf den Punkt gebracht. Und die Spieler? Sie zeigen doch das eine oder andere Mitleid, werden skeptisch, fliegen raus und müssen nach und nach in die Rolle der Afrikaner schlüpfen. Später landen sie z. B. als Sklaven auf einem Sklavenschiff, oder beteiligen sich an der Revolution in Haiti, die damals nur scheinbare Unabhängigkeit brachte. Am Schluss der Vorstellung brachte das Lob für die vielen kleinen und größeren Initiativen, die sich für Menschenrechte und fairen Handel mit Afrika einsetzen, doch noch einen ermutigenden Ansatz zur Sprache, und das vom Ensemble angestimmte Lied Siyahamba tat nach all den ernüchternden Fakten einfach gut. Beim anschließenden Publikumsgespräch bezogen sich die meisten Fragen auf die deutsche Verantwortung, damals wie heute. Klar ist: Bis heute fehlt eine echte Aufarbeitung der Kolonialisierungsgeschichte, bis heute ist die tatsächliche Zahl der afrikanischen Todesopfer – es sind Millionen – nicht offiziell bekannt. – MS

Neues von den Lebensmittelretterinnen Franzi und Caro

Liebe Menschen, wieder einmal ist es lange her, dass wir unsere Neuigkeiten mit euch teilen konnten. Nun haben wir eine negative Antwort auf unsere Revision vom Bayrischen Obersten Landesgericht erhalten. Für uns bleibt weiterhin die Absurdität bestehen, dass in Zeiten der Klimakrise der Schutz unserer Lebensgrundlage hinten angestellt wird. Neue Fragen fordern andere Antworten. Der Weg vor das Verfassungsgericht steht uns offen. Nach dem Amtsgerichtsurteil vom 30. Januar 2019 sind wir in Revision gegangen. Wir wollten das Bayrische Oberste Landesgericht von unserer Auffassung überzeugen, dass mit dem Wegwerfen von Lebensmitteln in die Mülltonne das Eigentum an ihnen aufgegeben wird. Mit der Revision haben wir uns den Freispruch erhofft. Doch auch das Revisionsgericht sah von einer Eigentumsaufgabe ab. Auf dem Papier sind wir nun Straftäterinnen – genauer gesprochen Diebinnen gem. § 242 StGB. Mit dem Beschluss des Bayrischen Obersten Landgerichtes wird das bestehende Urteil des Amtsgerichtes nun rechtskräftig. Mit einem Strafmaß von 15 Tagessätzen zu je 15 € auf Bewährung wurde eine Verwarnung ausgesprochen. Darüber hinaus sind 8 Sozialstunden bei der Tafel zu leisten. Die Richter*innen haben ein halbes Jahr zur Urteilsfindung beraten. So möchten wir nicht anzweifeln, dass das Gericht wohl überlegt sein Urteil gesprochen hat. Doch fragen wir uns, nach welchem Gewissen und im Sinne welcher Grundannahmen diese Entscheidung gefallen ist. Der Schutz von Eigentum ist in einigen Fällen als sehr sinnvoll zu betrachten. Jedoch sehen wir weiterhin die Absurdität darin, dass es sich bei dem Diebesgut für den Supermarkt um wertlosen, zu entsorgenden Müll handelt. Zudem verbirgt sich hinter dieser Tatsache ein trauriges Bild: die sinnlose Vernichtung von Nahrungsmitteln. Wir hatten gehofft, dass die Revision ihren Beitrag leisten kann, dass eine Entkriminalisierung unseres Falles Teil einer moralischen Positionierung sein kann. Doch der Schutz unserer Lebensgrundlagen wird weiterhin als zweitrangig betrachtet. Können wir uns eine solche Haltung wirklich noch leisten? Nein, dies ist definitiv nicht mehr vertretbar. Der Beschluss ist eine große Ernüchterung für uns. Im Rahmen der großen Klimademo vor drei Wochen standen wir gemeinsam auf der Straße und haben in ganz Deutschland „Klimagerechtigkeit – jetzt“ gefordert. Kann dieses Urteil eine adäquate Antwort darauf sein? Es ist nicht nur, dass wir es persönlich schade finden, wenn wir eine Banane unangetastet im Müll sehen, sondern wir können nicht hinnehmen, dass tausende dieser Bananen täglich vernichtet werden. Denn sie verweisen auf eine enorme Ressourcenverschwendung, hier vor unseren Augen. Wenn wir in den aktuellen Klimadebatten über CO²-Einsparungen diskutieren, so müssen wir beachten, dass die Herstellung und der Transport von Lebensmitteln für einen beachtlichen Anteil an den ausgestoßenen Treibhausgasen verantwortlich sind. Hiervon soll ein Drittel alleine für den Müll sein? So sehen wir, dass die Straftat, die wir begangen haben, auf ein Verbrechen aufmerksam macht – ein Verbrechen an der Menschheit – nichts Geringeres als der Diebstahl der Lebensgrundlage zukünftiger Generationen wird gerade begangen.
Wir möchten sehen, dass Worten Taten folgen. Noch im Juni haben sich die Justizminister*innen der Länder gegen eine gesetzliche Entkriminalisierung des Containerns ausgesprochen. Damit wurden 130.000 Unterschriften unserer Petition unbeachtet gelassen, mit der Begründung: Containern wäre nicht Lösung des Problems der Lebensmittelverschwendung und andere Wege müssten gefunden werden. Geschehen ist seitdem allerdings rein gar nichts, ganz im Gegenteil: letzten Freitag den 11. Oktober wurde eine weitere Chance vertan, sich dem Problem der Lebensmittelverschwendung mit konkreten politischen Entscheidungen zu stellen. Supermärkte sollen auch weiterhin nicht dazu verpflichtet werden, noch genießbare Lebensmittel an gemeinnützige Organisationen zu spenden. Bei der Bundesratssitzung am vergangenen Freitag wurde die Initiative eines Wegwerfstopps von Lebensmittel für Supermärkte erneut verworfen. So dürfen wir gespannt sein welche Wege beschritten werden um das Ziel – die Halbierung der Lebensmittelverschwendung bis 2030 zu erreichen. Gute Worte sind noch keine guten Taten. Am Ende des Weges steht nun zunächst ein juristischer Schuldspruch in der ordentlichen Gerichtsbarkeit. Wie geht es nun weiter? Die Entscheidung der letzten Instanz wiegt schwer. Trotzdem möchten wir uns mit dieser endgültigen Antwort nicht zufriedengeben, denn wir sind weiterhin der Meinung, dass wir niemandem geschadet haben. So möchten wir uns auch in Zukunft mit den Lebensmittelretter*innen solidarisieren. Zusammen mit der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF) und unseren Rechtsanwält*innen … prüfen wir nun verfassungsrechtliche Argumente für eine Verfassungsklage. Der Weg bis zum Bundesverfassungsgericht ist jetzt die letzte Möglichkeit, durch die Gerichte eine Entscheidung herbeizuführen. Wir möchten euch danken, dass ihr uns bis jetzt begleitet habt. Die aktuellen Ereignisse regen zu Diskussionen an und fordern neue Initiativen. In diesem Sinne möchten wir euch ganz herzlich im Namen des Container-Bündnisses ins Eine-Welt-Haus München einladen. Dort sollen am Mittwoch, den 16. Oktober, um 19 Uhr, Aktionen zum Thema Lebensmittelverschwendung geplant werden.
Solidarische Grüße, Caro & Franzi, mail: olchis-containern_1@riseup.net, blog: http://olchiscontainern1.blogsport.de. – Gesellschaft für Freiheitsrecht (GFF): www.freiheitsrechte.org.

News aus FFB

Helmut Zierer – Ein Nachruf im Brucker Tagblatt: „Für seine Ideale und politische Überzeugung brachte er Opfer.“https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/fuer-seine-ideale-und-politische-ueberzeugung-brachte-er-opfer-13104717.html
Keine Unterstützung für die Seebrücke. Fürstenfeldbruck wird nicht zum „sicheren Hafen“ … Der Landrat sieht die Seenotrettung generell kritisch. Sie lade geradezu dazu ein, den Weg nach Europa zu beschreiten. Flüchtlinge hätten ihm erzählt, nicht so naiv gewesen zu sein, zu glauben, mit dem Schlauchboot Lampedusa zu erreichen. Vielmehr hätten sie gehofft, auf dem Meer auf ein Schiff der Seenotretter zu stoßen. Über den Antrag wurde dann in Einzelaspekten abgestimmt. Einstimmig votierte der Ausschuss dafür, sich solidarisch mit Geflüchteten zu erklären. Mit 6:9 Stimmen abgelehnt wurde indes die beantragte aktive Unterstützung der Seenotrettung. Mit 11:4 Stimmen wurde eine über die Quote hinaus gehende Aufnahme von Flüchtlingen abgelehnt. Diese Beschlüsse sind Empfehlungen an den Kreistag, der das letzte Wort hat. – https://www.merkur.de/lokales/fuerstenfeldbruck/fuerstenfeldbruck-ort65548/fuerstenfeldbruck-wird-nicht-zum-sicheren-hafen-13105020.html
Geifernder Klimaleugner will Landrat werden. Schon oft outete sich Herwig Bahner (FDP-Kandidat für die Landratswahlen – vor zwei Jahren von der CSU zur FDP gewechselt, Jurist und Volkswirt, der das Dienstleistungszentrum der Bundeswehr auf dem Fliegerhorst leitet) als im Geist der AfD verwandt. Die SZ berichtet über »… seine Bewerbungsrede. Die Anwesenden sehen sich konfrontiert mit einem Trommelfeuer politischer Thesen, die nur zum Teil den Landkreis tangieren. So ziemlich die erste Zielscheibe des Kandidaten ist die junge schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg. „Eine 16-jährige autistische Schwedin tickt aus und schädigt die Wirtschaft.“ So sieht das Herwig Bahner, der immer wieder von Fakten spricht, aber vorrangig seine Meinung vorträgt. Er bezweifelt die Untersuchungsergebnisse des Weltklimarates, den er als „gottgleich“ verhöhnt, und spricht von der „Einschränkung der Meinungsfreiheit“ und von „Denkverboten“. Auch die Schüler-Demos „Fridays for Future“ kommen bei ihm schlecht weg. „Demnächst gibt es eine Schüler-Demo für freies Kokain“, höhnt Bahner. Das ist einem FDP-Mitglied dann doch zu viel. „Was haben Sie gegen Greta, das ist ein kleines Mädchen?“, fragt der Mann. „Das Jugendamt in Stockholm hätte verhindern müssen, dass es missbraucht wird“, antwortet Bahner …« – https://www.sueddeutsche.de/muenchen/fuerstenfeldbruck/emmering-bode-ist-fdp-landratskandidat-1.4634107
Das „LIFEstudioFFB“ der Sozialinitiative „Brucker Brücke“ ließ am 10.10. den Brucker Oberbürgermeister Erich Raff sowie Historiker und Zeitzeugen zu Wort kommen. Das Thema lautete „Fürstenfeldbruck: Von der Militärstadt zur Friedensstadt? Demokratische Gedenkkultur aktiv untermauern!“. Videoaufzeichnungen sind in zwei Versionen anzuschauen. Die über einstündige Aufzeichnung: https://youtu.be/sSzZF39VdmA. Die 32-minütige Zusammenfassung:https://youtu.be/BLJT1ruFoAM. Sie zeigt am Schluss die 3-Min.-Einblendung des beispielhaften Projekts „Bäume/Straße der Menschenrechte“.

Theaterereignis: „Die Weißen kommen!“

Gastspiel der BERLINER COMPAGNIE: „Die Weißen kommen“. Ein Theaterstück über Afrika. Über uns. Vorstellung mit anschließendem Publikumsgespräch. Nach 300 Jahren Sklavenhandel, 100 Jahren Kolonialherrschaft und 70 Jahren Neokolonialismus ist Afrika ein tief verwundeter Kontinent. Als Computerspiel gestaltet, werden die gegenwärtigen Auswirkungen der afrikanisch-europäischen Beziehungen dargestellt. Aber auch das widerständige Afrika in Vergangenheit und Gegenwart, die lange Geschichte des zivilen Widerstandes wird aufgezeigt. Werfen Sie einen neuen Blick auf den Kontinent!
Freitag, 11.10., 19 Uhr / Einlass ab 18 Uhr, in der Aula der Mittelschule West am Asambogen, Abt-Anselm-Str.12 – Eingänge: Asambogen und Abt-Anselm-Straße. Eintritt: 16 €, Schüler/ermäßigt 10 €. Kartenreservierung: 0176-55440938, ffbbunt@gmx.de, sozialforumamper@gmx.de. Vorverkauf: im Büro des Brucker Forums, St.-Bernhard-Str. 2 (Mo-Fr 8 – 12:30 Uhr). Veranstalter: GEW Kreisverband FFB (Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft) und Sozialforum Amper. Eine Kooperationveranstaltung mit Brucker Forum, Bündnis Fürstenfeldbruck ist bunt – nicht braun, Eine-Welt-Zentrum FFB e.V., Help Liberia und Nord-Süd-Forum. Gefördert u.a. von der Stadt Fürstenfeldbruck und dem Agenda21-Büro des Landkreises.
Da die Anzahl der Parkplätze an der Schule West begrenzt ist, bitten die Veranstalter zur Anfahrt Fahrgemeinschaften zu bilden oder öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Die Buslinie 840 fährt von den beiden S-Bahn-Stationen Fürstenfeldbruck und Buchenau bis zur Haltestelle Schule West.